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Grundlagenwissen Beleuchtungstechnik

So lässt sich die Lichtqualität bei LEDs erkennen

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Technische Hilfsmittel gegen das Flimmern

Was also tun? Zum einen helfen elektronische Vorschaltgeräte, die die Wechselspannung gleichrichten und vor allem die Betriebsfrequenz erhöhen. Zum anderen sind Kondensatoren von entscheidender Bedeutung, die die Amplituden der Frequenzverläufe glätten. Nur dies kann eine LED-Leuchte zu 100% flickerfrei machen. Dass dies eine absolut realistische Zielstellung ist, zeigt Bild 2: Hier bleibt die Beleuchtungsstärke konstant, die Unterschiede zwischen den Amplituden sind auf diesem Messblatt nicht mehr zu erkennen.

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Gerade angesichts der möglichen Konsequenzen des Flimmerns ist es erstaunlich, dass zahlreiche Hersteller dem Thema offenbar noch immer zu wenig Beachtung schenken. Dies liegt vermutlich daran, dass eine technische Lösung des Problems Geld kostet – und manchmal auch etwas Platz. Ein Beispiel für letzteres sind die immer beliebter werdenden Retrofit-LED-Leuchtfäden, bei denen sich die komplette Ansteuerelektrik im Bereich des Schraubsockels befindet. Die Hersteller verzichten deshalb gerne auf Ausgangskondensatoren. Die LEDs flimmern dann mit höchster Intensität.

In unserem Lichtlabor prüfen wir regelmäßig fremde Lichtprodukte. Das Messergebnis einer solchen Prüfung zeigt Bild 1. Es ist ein aktuelles Produkt auf dem deutschen Markt. Der Hersteller, dessen Name ungenannt bleiben soll, bezeichnet diese Leuchte sogar als „flimmerfrei“, obwohl davon offensichtlich nicht die Rede sein kann.

Das führt zu einem weiteren Problem, das für die uneinheitliche Berücksichtigung des Flimmerns mitursächlich ist. Denn trotz der Gefahren gibt es aktuell keine Norm, die präzise Beschränkungen des Flimmerns vorgibt. Die Arbeitsstättenrichtlinie (ASR) etwa spricht zwar davon, dass Flimmern „nicht zu Unfallgefahren oder Ermüdungen führen“ dürfe und dass das „durch den Einsatz von elektronischen Vorschaltgeräten verhindert werden“ könne.

Diese Aussage galt für Leuchtstoffröhren. Bei LEDs hingegen reicht ein „elektronisches Vorschaltgerät“ allein nicht aus. Wer also glaubt, durch den Einsatz eines solchen bereits die Normenkonformität sicherzustellen, irrt. Wünschenswert ist deshalb unbedingt die Einführung eines fest vorgegebenen Grenz-Flickerfaktors einzuhalten, der offen lässt, auf welchem Wege und mit welchen Mitteln man ihn erreicht.

Solange es diesen nicht gibt, sind die Hersteller gefordert, selbstständig ihrer Verantwortung nachzukommen. Käufer sollten, ihrer eigenen oder der Gesundheit ihrer Gebäudenutzer zuliebe, unbedingt auf den Flickerfaktor in den Produktdatenblättern achten – sofern dieser denn überhaupt angegeben wird.

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