So erhöhen auch erfahrene Ingenieure ihre beruflichen Chancen

| Redakteur: Manja Wühr

Weiterbildung zahlt sich für Ingenieure aus.
Weiterbildung zahlt sich für Ingenieure aus. (Bild: gemeinfrei/minnkoaung / CC0)

Mit Industrie 4.0 werden nicht nur Produktionsprozesse neu gedacht. Auch die Berufsprofile von Verfahrenstechnikern ändern sich rasant. Wer den Anschluss nicht verlieren will, sollte frühzeitig das Thema Weiterbildung angehen. Nützliche Tipps hat Hays' Karriereexpertin Katharina Hain parat.

Mannheim – Die digitale Vernetzung von Maschinen, Anlagen und Prozessen verändert die gesamte Wertschöpfungskette in der Produktion und krempelt zunehmend auch die Jobprofile und Tätigkeitsschwerpunkte von Ingenieuren um. Im Zuge von automatisierten sowie teils komplett durchdigitalisierten Prozessen bleiben auch erfahrene Entwicklungs- und Verfahrensingenieure nicht davor gefeit, sich stets weiter zu qualifizieren. Wer sich über sein Fachwissen hinaus weiterqualifizieren, und damit gleichzeitig seine Karrierechancen intern oder extern verbessern möchte, sollte sich frühzeitig um seine Weiterbildung kümmern. Wie Sie die richtige Weiterbildung finden, verrät Katharina Hain, Senior Department Manager Recruitment Hays und zuständig für die Karriereberatung:

1. Welche Weiterbildung ist die richtige? Um die richtige Art der Weiterbildung zu finden, sollte ein Ingenieur analysieren, in welchen Tätigkeitsfeldern seine Stärken und Schwerpunkte liegen und wo er noch Kompetenzlücken hat – etwa Projektmanagement, Anwendungswissen bei neuen Technologien wie Big Data. Zudem sollte er sich überlegen, in welche Richtung er sich weiterentwickeln möchte – z.B. Produktbetreuung, Prozessverbesserung oder Management/Führung – und welche Kompetenzen dafür nötig sind.

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Im Anschluss sollte er sich einen fundierten Überblick darüber verschaffen, wo es die besten Weiterbildungsangebote für ihn gibt. Das können Angebote beim eigenen Arbeitgeber sein, aber auch Angebote von Berufsverbänden oder Fernuniversitäten. Viele Weiterbildungsträger erweitern gerade ihr Angebot mit Kursen zu Prozessdatenanalyse oder Grundwissen über die Funktionsweise von neuronalen Netzen. Wichtig hier: Prüfen ob der Anbieter auch vertrauenswürdig ist, und möglicherweise IHK-geprüfte Zertifikate anbietet.

2. Wann ist eine Weiterbildung sinnvoll? Wenn man für seinen eigenen Job seine Fähigkeiten verbessern möchte. Wenn man den Arbeitgeber wechseln und auf erweiterte Kompetenzen hinweisen möchte. Oder wenn vor dem Hintergrund der Digitalisierung oder des Einsatzes von künstlicher Intelligenz ein Jobverlust bevorsteht.

3. Wer zahlt für die Weiterbildung? Berufserfahrene Ingenieure sollten hier zunächst zwischen einer Weiterbildungsmöglichkeit durch die Förderung beim Arbeitgeber und einer privaten Weiterbildung unterscheiden. Ersteres bedarf einer guten Gesprächsvorbereitung mit dem Vorgesetzten. Der Mitarbeiter sollte sich Gedanken zum Thema machen, für das er sich interessiert und eine konkrete Vorstellung vom Zeitrahmen, dem Mehrwert für den Arbeitgeber sowie den Kosten haben. Denn schließlich wird der Ingenieur eine Zeit abwesend sein und sein Aufgabenbereich muss durch eine andere Person ersetzt werden. Schon allein daraus entstehen dem Arbeitgeber Kosten. Dennoch sollte konkret nach Zuschüssen sowie Sonderbeurlaubung gefragt werden. Denn schließlich dürfte jeder Arbeitgeber ein Interesse daran haben, einen gut qualifizierten Mitarbeiter so lange wie möglich zu halten.

Wer sich für eine Weiterbildungsmöglichkeit an öffentlichen Einrichtungen interessiert, sollte sich erst einmal darüber im Klaren werden, welche Formate (MBA o.ä.) überhaupt mit seiner Arbeitszeit vereinbar sind. Für die Finanzierung sollte man prüfen, ob es staatliche Förderungsmöglichkeiten gibt, z.B. Aufstiegs-BAFÖGS. Aber auch der Arbeitgeber kann hier unterstützen – auch im eigenen Interesse.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal process.

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