3-D-Scanning So entstehen die Effekte für Film und Fernsehen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Mit einem digitalen Double können Regisseure Figuren oder Gegenständen antun, was sie wollen. So ein Double entsteht unter anderem mit einem 3-D-Scanner. Wir haben für Sie hinter die Kulissen geschaut.

Mit dem 3-D-Modell kann der Regisseur machen, was er will.
Mit dem 3-D-Modell kann der Regisseur machen, was er will.
(TNG)

In einem Film ist das alles kein Problem: Eine Filmfigur wird in tausend Stücke zerbrechen, verwandelt sich in ein Ungeheuer oder springt von einem Dach, um unversehrt auf beiden Beinen zu landen.

Ohne Unternehmen wie TNG Visual Effects wären solche Stunts undenkbar. Mit den Scannern Artec Eva und Artec Spider erzeugt TNG 3D-Modelle von Figuren und Requisiten, die in Film und Fernsehen auf spektakuläre Weise explodieren, zerspringen oder sich verwandeln.

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Ein Blick hinter die Kulissen der Filmstudios: „Mit dem 3-D-Scanning kann der Regisseur mehr oder weniger machen, was er will“, erklärt der Gründer von TNG, Nick Tesi, der bereits seit 1986 in der 3-D-Computergrafik arbeitet.

In der Regel entscheidet jedoch der Visual Effects Supervisor, nicht der Regisseur, welche Mittel in einer Szene eingesetzt werden: Er legt fest, ob mit 3-D-Scanning gearbeitet wird oder nicht.

Dabei spielt das Budget eine große Rolle. Ist es eher begrenzt, entscheidet sich der Supervisor womöglich für praktische Effekte – was bedeutet, dass tatsächlich ein Haus oder Auto gesprengt wird, statt eine komplette computeranimierte Szene zu erzeugen.

Kostengünstiger ist diese Variante allerdings nur, wenn gleich die erste Aufnahme perfekt gelingt. Muss die Szene erneut gedreht werden, kann schnell viel Geld verloren gehen. Arbeitet die Filmcrew dagegen mit dem digitalen Double eines Schauspielers, einer Requisite oder Figur, können problemlos mehrere Takes gedreht werden – solange, bis die Szene im Kasten ist.

So entsteht ein digitales Double

Schon seit fünf Jahren arbeitet TNG mit den handgeführten 3-D-Scannern von Artec 3D: Dabei wird Artec Eva meist für Kopf und Körper verwendet; während Artec Spider sich gut für das Scannen von Requisiten und Nahaufnahmen des Körpers eignet, die eine besondere Detailgenauigkeit erfordern.

Um die Arbeit des 3-D Modelers und des 3-D Texture Artists zu erleichtern, werden zu Beginn des 3-D-Scan-Prozesses Referenzbilder des Objekts oder der Person aufgenommen. Sie dienen auch der abschließenden Qualitätsprüfung, wenn das in 3D erstellte Objekt mit seinem realen Vorbild abgeglichen wird.

Nach dem Einscannen werden Daten ausgerichtet und zusammengeführt. Die Zeit, die zur Verarbeitung der Daten benötigt wird, hängt dabei vor allem von der erforderlichen Auflösung ab.

Nach der Datenverarbeitung beginnt die Arbeit des 3-D-Modeler: Zum Einsatz kommen professionelle Fotoaufnahmen und die im 3-D-Scan exakt erfassten Silhouette des Scan-Objekts.

Im ersten Schritt wird aus den vielen verschiedenen gescannten Bildern ein 3-D-Modell erstellt, das er anschließend in ein 2-D-Bild umgewandelt wird. Nur so kann der 3D Texture Architect die geometrischen und materiellen Feinstrukturen des Objekts einarbeiten.

Im nächsten Arbeitsschritt, dem Texture Mapping, legt der Texture Artist die Texturen auf die Flächen des Objekts und übermalt die UV-Nähte, die durch das Auffalten entstanden sind.

Wieder zurück beim 3D Modeler arbeitet dieser während des sogenannten Sculpting noch weitere feine Details heraus. Nach der Fertigstellung des Modells werden die Normal- und Displacement-Maps generiert, damit sich das 3-D-Modell später aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten lässt.

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