Netzwerk

So einfach lassen sich „softly defined networks” realisieren

| Autor / Redakteur: Mike Santarini * / Margit Kuther

Die neuesten ASSP-Versionen verschiedener Anbieter für die SDN- und NFV-Architekturen entsprechen zwar den SDN-Spezifikationen. Da die Hersteller diese ASSPs aber allen Netzwerk-Systemanbietern zugänglich machen, erlauben diese Chips keine wettbewerblich interessanten Produkt-Differenzierungen oder Funktionserweiterungen. Also müssen die Lieferanten von Netzwerksystemen bei den Carriern auf der Preisebene konkurrieren.

Oberflächlich betrachtet sieht es so aus, als wüssten die Carrier die niedrigeren Equipment-Preise zu schätzen. Doch in der Realität sind die Designs mit fester Datenebene auch in ASSP-basierten SDN-Architekturen immer noch so rigide, dass die Carrier auf den teuren Austausch von Line Cards im Feld angewiesen sind, wenn sie feststellen, dass die festgelegte Hardware-Funktionalität mit ASSPs nicht in der Lage ist, ständig neue Applikationen, Protokoll-Updates und Forderungen nach neuen Funktionen zu berücksichtigen.

Diese Line-Card Swaps erfordern das Abschalten der Netze, während die Techniker die obsoleten Karten entfernen und die neuen installieren. Außerdem tendieren die ASSP-Anbieter zu Übertreibungen bei der Funktionalität ihrer Designs, um breite Märkte mit einem einzigen Baustein abzudecken. Das führt dazu, dass die ASSP-basierten Line Cards mehr Leistung verbrauchen und im Betrieb heißer werden. Also müssen die Carrier besondere Maßnahmen zur Kühlung des Equipments berücksichtigen. Die Kosten der Kühlung verteuern natürlich den Betrieb und verringern die Wirtschaftlichkeit.

Die bessere Lösung: Softly Defined Networks

Mit SDNet und der revolutionären Methodik der 'softly'defined networks' von Xilinx können die Anbieter von Kommunikationssystemen jetzt integrierte All Programmable Line Cards mit niedrigem Leistungsverbrauch entwickeln. Sie bieten erheblich mehr als eine Software-definierte Steuerebene mit Netzwerk-Intelligenz, wie sie von SDN-Architekturen gefordert wird. Die neue Technologie ermöglicht es den Anbietern außerdem, ihre Systeme durch eine Hardware mit Software-definierter Datenebene zu differenzieren, die mit Content-Intelligenz ausgestattet ist. Das heißt, die Entwickler können die Hardware exakt auf die Netzwerkdienste und -applikationen abstimmen, die vom jeweiligen System gefordert sind (Bild 2).

Traditionell formulieren die Netzwerk-Architekten (meist ohne spezifische Erfahrung im Hardware-Design) ihre Anforderungen an bestimmte Protokolle in Form einfacher sprachlicher Beschreibungen, etwa als Internet Requests for Comment (RFCs) oder ISO-Standard Dokumente.

Im Übrigen verlassen sie sich auf spezialisierte Entwickler, die mit der darunter liegenden Architektur des Ziel-Systems vertraut sind. Diese entwickeln dann aus den vorliegenden Anforderungen die entsprechenden Low-Level-Beschreibungen zur Implementierung (typischerweise mit hoch spezialisiertem Microcode). Diese Hardware-Entwickler spezifizieren also, wie General-Purpose Prozessoren oder spezialisierte Netzwerkprozessoren die Paketverarbeitung ausführen. Oder sie verlagern die Funktionalität in einen kundenspezifischen ASIC.

Die Netzwerk-Entwickler müssen dann verifizieren, dass die gewählte Hardware den ursprünglichen Absichten des Netzwerkarchitekten entspricht oder zumindest die neueste Version des Protokolls erfüllt, das die Line Card verwenden soll. Falls die Line Card diese Anforderungen nicht erfüllt, müssen sie den Entwicklungsprozess erneut durchlaufen, bis das Design richtig arbeitet. Dieser Prozess wird durch die Tatsache kompliziert, dass die Beziehung zwischen der gewünschten Spezifikation und dem Microcode nicht intuitiv ist. Die darunter liegende Architektur hat also Begrenzungen der Performance und Fähigkeiten, die je nach den angezielten Diensten der Service-Anbieter variieren können.

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