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So digital sind Deutschlands Fabriken

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Der Digitalverband Bitkom hat die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, die sich um den Stand von Industrie 4.0 in Deutschland dreht. Sie zeigt, dass die hiesigen Fabriken auf einem guten Weg in die Digitalisierung sind.

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Die Digitalisierung von Fabriken ist bereits seit Jahren ein Thema, doch wie digital sind Deutschlands Fabriken mittlerweile wirklich?
Die Digitalisierung von Fabriken ist bereits seit Jahren ein Thema, doch wie digital sind Deutschlands Fabriken mittlerweile wirklich?
(Bild: Clipdealer)

Auch das Thema KI spielt in Industrieunternehmen eine zunehmend wichtigere Rolle: Jedes siebte Unternehmen setzt mittlerweile bereits in der einen oder anderen Form auf Künstliche Intelligenz im Fabrikeinsatz.
Auch das Thema KI spielt in Industrieunternehmen eine zunehmend wichtigere Rolle: Jedes siebte Unternehmen setzt mittlerweile bereits in der einen oder anderen Form auf Künstliche Intelligenz im Fabrikeinsatz.
(Bild: Bitkom)

Der Bitkom-Verband interviewte für die Umfrage 552 Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern. Es zeigt sich: Die Digitalisierung in Deutschland macht Fortschritte. Knapp sechs von zehn Firmen (59 Prozent) nutzen bereits Industrie-4.0-Anwendungen, weitere 22 Prozent planen dies konkret. Nur noch für ein Prozent der Befragten ist Industrie 4.0 gar kein Thema. 93 Prozent sehen das Thema als Chance, nur 5 Prozent als Risiko.

Geschäftsmodelle verändern sich

Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Industrieunternehmen hat im Zuge von Industrie 4.0 nicht nur einzelne Abläufe oder Prozesse verändert, sondern ganze Geschäftsmodelle. 51 Prozent entwickeln auf dieser Basis neue Produkte und Dienstleistungen oder planen dies. Gut ein Viertel (28 Prozent) nimmt bestehende Angebote sogar ganz vom Markt.

Häufig werden nun digitale Plattformen (88 Prozent), Pay-per-Use- oder Production-as-a-Service-Modelle (45 Prozent) oder datenbasierte Geschäftsmodelle (18 Prozent) genutzt. Disruptiv wirkt dies aber bislang kaum: Bei 77 Prozent der Firmen existieren alte und neue Geschäftsmodelle vorerst noch nebeneinander.

Weitere Ergebnisse

Laut der Umfrage beurteilen 73 Prozent der Industrieunternehmen die 5G-Verfügbarkeit als wichtig für das eigene Geschäft. KI-Technologie kommt aktuell in 14 Prozent der Firmen im Kontext von Industrie 4.0 zum Einsatz – gängige Anwendungsszenarien sind etwa Predictive Maintenance oder intelligente Prozesse.

Zudem sind zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) der Meinung, dass durch die Umsetzung von Industrie 4.0 neue Arbeitsplätze für gut ausgebildete Fachkräfte entstehen. Dies hat allerdings auch eine Schattenseite: 61 Prozent der Befragten sehen insbesondere Arbeitsplätze für geringqualifizierte Mitarbeiter schwinden. Zudem ist der Fachkräftemangel für 58 Prozent immer noch ein großes Problem, wenn es um die Umsetzung von Industrie 4.0 geht. Insgesamt sind die Unternehmen aber selbstbewusst – rund jeder fünfte Betrieb (22 Prozent) sieht Deutschland in Sachen Industrie 4.0 weltweit auf einer Spitzenposition.

„Der Umbau zur Industrie 4.0 braucht eine ambitionierte Flankierung durch die Politik. Wir müssen jetzt mutig sein, unsere Datenschätze verantwortungsvoll nutzen und Künstliche Intelligenz zu einer europäischen Schlüsseltechnologie machen“, fordert Bitkom-Präsident Achim Berg und spricht damit ein wichtiges Thema an. 67 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass in der Politik kein ausreichendes Verständnis des Themas bestehe.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Bigdata-Insider.de.

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