So beugen Sie Obsoleszenz bei veralteten Komponenten vor

Autor / Redakteur: Alastair Jupp * / Margit Kuther

Obsoleszenz bei elektronischen Komponenten kann ein spezielles Tool vorbeugen, mit dem Entwickler geeignete Produkte auswählen und eine langfristige Projektnachhaltigkeit gewährleisten können.

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Obsolescence Manager: Das kostenfreie Tool kennt über 400.000 Komponenten von RS und minimiert das End-of-Life-Risiko.
Obsolescence Manager: Das kostenfreie Tool kennt über 400.000 Komponenten von RS und minimiert das End-of-Life-Risiko.
(Bild: RS Components)

Die Gefahr von veralteten Komponenten wird in der Elektronikbranche immer größer, wodurch die Supply Chain immer komplexer wird. Obsoleszenz kann die Branche durch Neukonstruktionen, Verzögerungen und Zusatzbestände mehrere Mio. Euro kosten. Bei einem durchschnittlichen Elektronikproduzenten gibt es zu jeder Zeit Dutzende oder sogar Tausende aktiver Projekte.

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Jedes dieser Projekte kann Tausende Komponenten von Hunderten verschiedener Lieferanten umfassen. Wahrscheinlich befindet sich jede Komponente in einer anderen Phase ihres Lebenszyklus. Schon ein einziges veraltetes Teil kann daher das Ende für ein elektronisches Endprodukt bedeuten.

Täglich 22 End-of-Life-Benachrichtigungen

Der durchschnittliche IC-Lebenszyklus liegt heutzutage bei acht Jahren und wird sich durch die immer häufigere Einführung technischer Neuerungen noch weiter verkürzen. Laut Daten des Marktanalysten IHS Markit geben Komponentenlieferanten täglich 28 Produktänderungsankündigungen (PCNs) und 22 End-of-Life-Benachrichtigungen (EOLs) heraus. Die Gefahr der Obsoleszenz wird dadurch noch weiter verschärft, dass etwa 11% dieser EOLs weniger als eine 30-Tage-Frist bis zum Last-Time-To-Buy-Zeitpunkt (LTB) geben.

Die Unsicherheit in der Supply Chain wird nach wie vor durch eine hohe Zahl an Fusionen und Übernahmen unter Halbleiterproduzenten und -anbietern erhöht.

Es gibt viele Gründe für diese Konsolidierung, beispielsweise, dass das Marktwachstum nicht annähernd an historische Werte heranreicht und dadurch wenige Chancen für organisches Wachstum bleiben. Außerdem steigen die Kosten für Forschung und Entwicklung besonders bei der Entwicklung innovativer neuer Halbleitertechnologien und Herstellungsprozesse.

Dazu verlagern viele Unternehmen die Schwerpunkte ihrer Portfolios, oft um sich besser auf das Potenzial des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT) einzustellen. Der Zusammenschluss zweier Unternehmen bedeutet auf der einen Seite oft niedrigere Preise und andere Vorteile für die Kunden. Auf der anderen Seite führt er auch zu mehr Komplexität bei der Erfassung von Statusrisiken für einzelne Komponenten.

Die Rationalisierung zusammengelegter Produktportfolios kann offensichtlich zu erheblichen Problemen für die Beschaffung, Verfügbarkeit und Lieferung von Komponenten führen. Dazu gehören das EOL-Szenario für zahlreiche Komponenten und Produktlinien sowie potentielle Änderungen der Herstellungsprozesse und Teilnummern.

Gefälschte EOL-Benachrichtigungen

Weiter erschwert wird die Beschaffungssituation durch gefälschte Berichte, von denen etwa 71% aus EOL-Benachrichtigungen, Not-Recommended-For-Design-Mitteilungen (NRFD) oder Auslaufteilen bestehen. Alles in Allem bringen diese Dynamiken viel Unsicherheit in die Supply Chain, woraus sich die Notwendigkeit eines besseren Obsoleszenzmanagements für einzelne Komponenten ergibt.

Die Rolle des Entwicklers

Besonderes Interesse gilt auch der Rolle des Entwicklers, die sich im letzten Jahrzehnt stark gewandelt hat. Durch immer kleinere Entwicklungsteams müssen Entwickler immer häufiger mehrere ehemals getrennte Bereiche abdecken, z. B. Platinenlayout, Energie/HF und Ähnliches. Mit dem Wachstum des e-Commerce-Sektors und dem Wunsch nach einer Beteiligung von Entwicklern am Einkaufsprozess ändert sich noch mehr.

Besonders wichtig ist es daher, dass Ingenieuren und Technikern die richtigen Informationen zur Verfügung stehen. Nur so wird sichergestellt, dass die ausgewählten Komponenten auch über die gesamte Projektdauer verwendet werden können.

Obsoleszenz sollte die Entwicklung von Anfang an begleiten

Die Entwicklung von Komponenten im Hinblick auf Produktionsnachhaltigkeit ist wichtiger als je zuvor. Obsoleszenzmanagement sollte bereits in einem frühen Stadium der Konstruktion stattfinden, nicht erst nachträglich. Eine bessere Vorbereitung auf Schwankungen in der Supply Chain kann sich durchaus auszahlen: Über eine schnellere Markteinführung durch eine höhere Konstruktionseffizienz und verringerte Produkt- und Herstellungskosten kann eine höhere Rentabilität erreicht werden.

Der „RS Obsolescence Manager“ minimiert das Risiko

RS hat das kostenfreie Tool „RS Obsolescence Manager“ entwickelt, um sich auf die notwendige größere Transparenz bei Komponentenlebenszyklen einzustellen und Risiken besser einzuschätzen.

Der „RS Obsolescence Manager“ ist Teil unserer DesignSpark-Community für Entwickler. Sie ermöglicht einen einfachen Zugriff auf kostenlose Tools, Ressourcen und Expertise und wurde als kostenlose Kontruktions-Onlineressource entwickelt, um das Obsoleszenzrisiko von Komponenten vorausschauend zu kontrollieren.

Mit dem Tool kann eine Teilliste erstellt werden, die es Entwicklern über den Zugriff auf Millionen technischer Dokumente und andere Ressourcen ermöglicht, Komponenten und Lösungen zu recherchieren und nach technischen Maßstäben das richtige Teil auszuwählen. Der Obsolescence Manager verstärkt diese Möglichkeiten durch den Zugriff auf den Komponenten-Lebenszyklusstatus von 400.000 bei RS erhältlichen Produkten.

Die Auswahl auf Basis des Kern- und erweiterten Portfolios des Lieferanten umfasst Steckverbinder, Relais, Stromquellen, Schalter sowie viele weitere elektronische und elektrische Geräte. Im Prinzip gibt das Tool Konstrukteuren die Möglichkeit, bei der Auswahl von Komponenten technische und wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.

Lebenszyklusdaten vorausschauend überwachen

Sobald eine Stückliste erstellt wurde, bietet das Tool eine Momentaufnahme der Teileliste im Hinblick auf das Obsoleszenzrisiko. Gleichzeitig nutzt es Prognosetechnologie, um Lebenszyklusdaten vorausschauend zu überwachen und jegliche EOL-Probleme vorherzusehen.

Das gibt dem Designteam mehr Sicherheit, dass ausgewählte Komponenten den Lebenszyklus des Projekts überdauern werden. Zusätzlich liefert RS regelmäßig Neuigkeiten zu Änderungen in den Lebenszyklusinformationen der Komponenten.

Zugriff auf über 70 Millionen Alternativlösungen

Außerdem schlägt das Tool alternative Lösungen für problematische Komponenten vor. Das Tool zur Auswahl alternativer Komponenten hat Zugriff auf die IHS Markit-Datenbank mit über 70 Mio. Alternativlösungen und findet mithilfe kategorisierter Kriterien potentielle Auswahlmöglichkeiten für Problemkomponenten.

Zu den Auswahlkategorien zählen „Form, Passgenauigkeit und Funktion“, „direkter Austausch“, „funktionales Äquivalent“ und „ähnliches Produkt“, wobei mehr als eine Eigenschaft mit den ausgewählten Komponenteneigenschaften übereinstimmt.

Momentan ist das Tool für die frühen Phasen des Projektzyklus gedacht, nämlich Forschung, Angebot, Konstruktion und Prototypen. In Zukunft werden die Funktionen des Programms jedoch erweitert, um auch die späteren Phasen Bestellung, Fertigung und Wartung abzudecken.

So wird RS die Produktabdeckung des Tools in den nächsten 12 Monaten erweitern, um weitere 200.000 bis 300.000 direkt bei RS erhältliche Produkte zu umfassen.

Weitere geplante Funktionen umfassen die Suche nach mehreren Teilen, das Teilen von Teillisten mit Kollegen, und den „One Click“-Einkauf von Teillisten, durch den Konstrukteure direkt in den Einkaufsprozess einbezogen werden. Bei all diesen Neuerungen werden die Rückmeldungen aus der DesignSpark-Konstruktions-Community berücksichtigt.

Fazit: Der RS Obsolescence Manager wird das Risiko veralteter Komponenten vorausschauend verringern, indem End-of-Life-Probleme vorhergesehen und Lösungen für Problemteile gefunden werden. Im Prinzip hilft das Tool Ingenieuren, Zeit und Ressourcen optimaler einzusetzen.

* Alastair Jupp ist Leiter der DesignSpark Platforms bei RS Components.

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