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Sniff-Bots: Roboter können giftige Gase riechen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Sehen, hören und riechen: Wissenschaftler der TU Dresden arbeiten an intelligenten Schwarmrobotern, die in Katastrophengebieten giftige Gase aufspüren können.

Treten nach einem Erdbeben giftige oder explosive Gase aus, können die Sniff-Bots die Quelle lokalisieren und die Gefahr bannen.
Treten nach einem Erdbeben giftige oder explosive Gase aus, können die Sniff-Bots die Quelle lokalisieren und die Gefahr bannen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der Einsatz von Robotern in Krisengebieten, bei Unfällen oder Katastrophen hat sich längst etabliert. Doch meist sind solche Roboter nur mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet. Doch bei gefährlichen Gasen? Hier sollten Menschen unbedingt fernbleiben. Eine Aufgabe für Roboter, die sich aus der Ferne steuern lassen. Wissenschaftler der TU Dresden starteten das Projekt „SNIFFBOT“. Hier entwickeln sieben Professuren Methoden und Techniken, um Roboter zu entwickeln, die giftige Gase erschnüffeln können.

Dazu werden Drohen und auch Fahrroboter mit Bio- und Mikrosensoren ausgestattet. Findet der sogenannte Sniff-Bot giftige Gase, kann sich ein Mensch aus sicherer Entfernung mit dem Roboter verbinden und ihn steuern, die Gegend inspizieren und im Idealfall die Quelle des giftigen Gases versiegeln oder entfernen.

Sniff-Bots kommen im Schwarm

Allerdings sind die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben für das Projekt komplex: Der Roboter muss dem Menschen nicht nur das Sehen und Hören über Kameras und Mikrofone ermöglichen, sondern eben auch das Riechen. Das erfolgt über moderne Gas-Sensorik und wird ergänzt über Roboterarme und -hände. Sniff-Bots sollen später einmal im Schwarm zum Einsatz kommen.

Dadurch erhalten die Menschen, die sie steuern, unterschiedliche Sichten und Perspektiven, sodass sie die Lage optimal einschätzen können. Entscheidend dabei sind drei Schnittstellen für die Kommunikation und Interaktion: der Roboter mit der physischen Umgebung, mehrere Roboter untereinander sowie zwischen Roboter und Mensch. Dank spezieller Algorithmen sind die Sniff-Bots außerdem in der Lage, selbstständig einzuschätzen, wann die gesammelten Daten kritisch sind und übermittelt werden müssen.

Vom Verkehrsunfall bis zum Erdbebeneinsatz

Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Uwe Aßmann, der zugleich Dekan der Fakultät Informatik an der TU Dresden ist. Und Einsatzszenarien für die schnüffelnden Roboter gibt es reichlich: Angefangen bei Verkehrsunfällen, Überflutungen und Katastrophen wie Erdbeben. Gleichzeitig entwickeln die Wissenschaftler der TU Dresden wichtige Grundlagentechnologien, um komplexe Produktionsanlagen zu beherrschen. Vor allem Industrien wie Mikrochips, Chemie und Maschinenbau sollen von der neuen Robotergeneration profitieren können.

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