GfK-Studie

Smartwatches besitzen hohes Einsatzpotenzial als Bezahlsysteme

| Redakteur: Franz Graser

Natürlich sorgt die Smartwatch der jungen Dame im Café für Gesprächsstoff, aber kann sie ihren Cappuccino damit auch bezahlen? In den USA und Asien ist das in Kürze sehr wahrscheinlich der Fall, in Europa überwiegt die Skepsis.
Natürlich sorgt die Smartwatch der jungen Dame im Café für Gesprächsstoff, aber kann sie ihren Cappuccino damit auch bezahlen? In den USA und Asien ist das in Kürze sehr wahrscheinlich der Fall, in Europa überwiegt die Skepsis. (Bild: Motorola)

Eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in fünf Ländern bescheinigt Smartwatches ein hohes Nutzenpotenzial für Bezahldienste, als Fahrausweis oder im Gesundheitswesen. Es zeigt sich aber, dass deutsche Nutzer skeptischer sind als Verbraucher in den USA oder Asien.

Im Rahmen der Studie befragte die GfK in Deutschland, Großbritannien, den USA, China und Südkorea jeweils 1000 Smartphone-Besitzer, ob sie Interesse an bestimmten Funktionen einer elektronischen Multifunktionsuhr hätten. Bei den Antworten – dies ist für das Verständnis der Studie wichtig – sollten die Befragten davon ausgehen, dass die Datenspeicherung und -übertragung bei Verwendung der Smartwatch sicher sei.

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Die Umfrage belegt, dass Smartwatches Potenzial für eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten besitzen. Die Erfassung von Sportaktivitäten, Navigation, Telefonate sowie die Verwendung von Apps sind für die Befragten derzeit die wichtigsten Anwendungen. Smartwatches bieten sich durch ihre Tragweise am Handgelenk zudem besonders an, um schnell als Ausweis, Fahrschein oder zum Bezahlen an der Kasse genutzt zu werden.

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Fast die Hälfte der in den fünf Ländern Befragten wäre daran interessiert, Ärzten oder Krankenhäusern ihre persönlichen Gesundheitsinformationen mit Hilfe einer Smartwatch zur Verfügung zu stellen. Die gespeicherten Daten wären damit für Arzttermine oder im Notfall sofort abrufbar.

Die Bereitschaft, sensible Gesundheitsinformationen einer Smartwatch anzuvertrauen, unterscheidet sich in den untersuchten Ländern jedoch deutlich. In China sind 69 Prozent der Befragten an dieser Möglichkeit interessiert, in den USA immerhin noch 50 Prozent und in Südkorea 43 Prozent.

Deutlich zurückhaltender äußern sich europäische Verbraucher. Während in Großbritannien rund ein Drittel Interesse zeigt, sind es in Deutschland nur ein Viertel der Befragten. Männer stehen dieser Anwendungsmöglichkeit insgesamt etwas aufgeschlossener gegenüber als Frauen. Deutlicher sieht der Unterschied bei den Altersgruppen aus. Je älter die Befragten sind, umso höher ist die Bereitschaft, eine Smartwatch für Gesundheitsdaten zu verwenden.

Laut der GfK-Studie haben Smartwatches ein klares Potenzial, als Fahrschein für öffentliche Verkehrsmittel zu dienen. Knapp die Hälfte der Befragten in den fünf untersuchten Ländern würde eine Smartwatch hierfür gerne ein-setzen. Das stärkste Interesse zeigen Chinesen (63 Prozent), Koreaner (54 Prozent) und US-Amerikaner (41 Prozent). Auch bei diesem Thema sind die europäischen Verbraucher zurückhaltender. In Großbritannien würden 32 Prozent der Befragten eine Smartwatch als Fahrkarte nutzen, in Deutschland 31 Prozent.

Angesichts steigender Cyberkriminalität sind neue Schutzmöglichkeiten gefragt. Smartwatches könnten hier zur sicheren Identifizierung am Computer oder beim Zugriff auf Online-Konten genutzt werden. Global gesehen lassen sich 45 Prozent der Befragten von dieser Anwendungsmöglichkeit überzeugen. Das Interesse steigt mit zunehmendem Alter: In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt es bei 42 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen bei 46 Prozent, bei Verbrauchern ab 50 Jahren sind es 48 Prozent.

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