Future Work Lab

Smarte Systeme und Assistenten formen die Fabrikhalle der Zukunft

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Von der präskriptiven Ergebniserkennung zur vorausschauenden Intelligenz

Diese Entwicklungen werden einen erheblichen Einfluss auf die Arbeitsorganisation nehmen, denn wenn irgendwann alle Informationen vorliegen, ist von einer prädiktiven beziehungsweise präskriptiven Ergebnis- erkennung die Rede, von einer künstlichen, vorausschauenden Intelligenz, die dem Werker sagt, was passieren wird, und dabei unterstützend fungiert.

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Ob und welche Lösung sich bei wem durchsetzen wird, ist bislang unklar und das Orakeln darüber auch nicht Aufgabe des Future Work Lab. Wozu man sich allerdings klar bekennt, ist, dass man sich mögliche Szenarien, Lösungen und Werkzeuge anschaut, sie diskutiert und im Zweifelsfall für bestimmte Unternehmen auch spezifisch betrachtet.

Schematisch stützt sich das Innovationslabor auf die drei Säulen der Demonstratoren-, Lern- und Ideenwelt. Im Demozentrum finden sich Exponate und Demonstratoren, die zeigen, wie man sich in Stuttgart die Zukunft der Arbeit im Bereich der Produktion vorstellt. Der Grundtenor macht dabei deutlich: Es gibt keinen Technikdeterminismus. Die eingesetzte Technik soll gestaltbar sein und die Unternehmen sollen Einfluss auf die Gestaltung haben. Das Demozentrum ist angelehnt an die betriebliche Wertschöpfung und greift dabei verschiedene Thematiken auf, so auch die Mensch-Roboter-Kollaboration.

An einem Beispiel zur Kollaboration mit dem Großroboter wird dabei die Arbeit zwischen Mensch und Roboter auf engstem Raum unter Berücksichtigung der Aspekte Sicherheit, Ergonomie und einer dynamischen Arbeitsteilung dargestellt. Der Demonstrator zeigt einen Teilprozess der Fertigung eines Durchflusssensors, bei dem der Roboter den Werker in der Handhabung und Positionierung der Bauteile unterstützt. Die Montage des Durchflusssensors ist ein reales Beispiel und kommt aus der Fertigung von Rota Yokogawa, einem Hersteller von Durchflussmessgeräten. Bisher läuft die Montage so ab, dass die Werker die Teile von der Palette holen, sie auf dem Tisch platzieren und anschließend die Haube, die mit einem Gewicht von knapp 10 kg nicht zu den Leichtgewichten zählt, händisch darüberfädeln, um im Anschluss mit dem Schweißbrenner um die Haube herumzufahren – ein ebenfalls sehr unergonomischer Arbeitsschritt. Der Ansatz des Innovationslabors war, dem Werker einen Roboter an die Hand zu geben, der mithilfe der Sicherheitstechnik Safety Eye von Pilz optisch überwacht wird. Schutz- und Warnzonen regeln somit die Arbeit mit dem Roboter, der selbstständig Teile von der Palette holt und sie mühelos anreicht.

Da Roboter auch programmiert werden müssen, verdient sich auch deren Steuerung in der Demowelt ihren Platz. Per Drag&Bot, einem Robotik-Spin-off des Fraunhofer-IPA, lassen sich Indust- rieroboter selbst von unerfahrenen Werkern programmieren. Drag&Bot ist eine webbasierte Robotertechnologie, die so intuitiv gestaltet ist, dass man auch ohne Vorkenntnisse und ohne Programmiererfahrung in wenigen Minuten sein eigenes Roboterprogramm erstellen, bearbeiten und ausführen kann.

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Über den Autor

Mag. Victoria Sonnenberg

Mag. Victoria Sonnenberg

Redakteurin MM MaschinenMarkt, MM MaschinenMarkt