Smarte Hybriden: Verknüpfung von RFID und Sensorik für lückenlose Dokumentation in der Supply Chain

| Autor / Redakteur: Johannes Becker * / Margit Kuther

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Eine Verpackung, die mit der gedruckten RFID-Sensorplattform (rechts) verschlossen wurde, erfasst durch einen Sensor kontinuierlich die Temperatur über die gesamte Lieferkette und speichert diese über die volle Lebensdauer ab.
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Eine Verpackung, die mit der gedruckten RFID-Sensorplattform (rechts) verschlossen wurde, erfasst durch einen Sensor kontinuierlich die Temperatur über die gesamte Lieferkette und speichert diese über die volle Lebensdauer ab. (Bild: Schreiner Group / NILS KAHLE)

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Werden die Produkte dem Transportdienstleister übergeben, endet die Kontrollhoheit des Herstellers. Bislang, denn neue RFIDs kontrollieren entlang der gesamten Supply Chain.

Hersteller von empfindlichen elektronischen Bauteilen, etwa für medizinische Geräte oder Sicherheitssysteme im Fahrzeug, kennen die Problematik nur zu gut: Während Produktion und Lagerung wird penibel auf die strikte Einhaltung jeglicher Sicherheitsvorgaben und Qualitätsstandards geachtet. Werden die Produkte dem Transportdienstleister übergeben, endet jedoch die Kontrollhoheit des Herstellers.

Wurden die hochempfindlichen Geräte auf dem Transportweg beschädigt, ließ sich dies bislang nicht eindeutig nachweisen und die Haftungsfrage blieb ungeklärt. Dank neuartiger RFID-Datenträger mit Sensoren gehört diese Problematik der Vergangenheit an, denn die Bedingungen entlang der Lieferkette lassen sich in Echtzeit messen und an ein entsprechendes System oder Lesegerät übermitteln.

Werden vorgegebene Parameter entlang der Supply Chain – beispielsweise ein bestimmter und für die Unversehrtheit des Produktes notwendiger Temperaturbereich – nicht eingehalten, oder wird das Produkt nass, droht insbesondere bei empfindichen Bauteilen ein immenser Qualitätsverlust. Mit weitreichenden Folgen für den Hersteller: Unzufriedene Abnehmer stellen nicht selten Schadensersatzforderungen. Zudem zieht mangelhafte Ware nicht nur erhebliche Kosten nach sich, sondern schadet auch dem Ansehen des Herstellers.

Unangenehme Auseinandersetzungen bezüglich der Schuldfrage und Haftung tun ihr Übriges. Die Einhaltung festgelegter Qualitätsstandards muss daher entlang der gesamten Supply Chain oberste Priorität haben. Prüfen lässt sich dies durch den Einsatz von RFID-Datenträgern mit Sensorfunktionalität auf der Verpackung.

Transportschäden - Klärung der Haftungsfrage dank RFID

Wird die Ladung während des Transports beschädigt, drohen vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen hohe finanzielle Verluste, denn Frachtführer haften meist nur mit einem pauschalen Betrag von 9,60 Euro pro Kilogramm Fracht. Sind teure Bauteile oder elektronische Geräte betroffen, deckt diese Pauschale höchstens einen Bruchteil der Kosten ab, insbesondere wenn mehrere Transporteure – wie bei internationalen Lieferungen üblich - beteiligt sind.

An welcher Stelle der Schaden aufgetreten ist – bei der Verladung am Hafen, beim Transport mit der Bahn oder bei der Anlieferung mit dem Lkw beim Kunden – lässt sich im Nachhinein häufig nicht mehr nachvollziehen. Schadenersatzansprüche im Ausland durchzusetzen, kann mitunter sehr kompliziert und langwierig sein1. In Fällen wie diesen ist der Einsatz von RFID-Datenträgern mit Sensorfunktionalität ein wahrer Segen, da sich der genaue Zeitpunkt und Ort des Schadenfalls nachvollziehen lässt.

Lückenloses Erfassen dank Verknüpfung von RFID und Sensorik

Bereits in Logistik und Industrie etabliert ist der Einsatz von RFID-Labels zur Kennzeichnung und Nachverfolgung von Bauteilen und Produkten. In diesem Kontext ermöglichen sie Mehrwegkreisläufe, anspruchsvolle Intralogistik-Lösungen und optimieren Produktions- und Montageanwendungen.

Die neuartige „hybride“ Verknüpfung von RFID und Sensorik hebt das lückenlose Erfassen von Objekten und Aktionen auf eine ganz neue Stufe: Neben dem aktuellen Standort des Objekts werden auch äußere Bedingungen wie Temperatur, Nässe oder Erschütterung erfasst. Auf diese Weise lässt sich genau rekonstruieren, an welcher Stelle der Lieferkette und zu welchem Zeitpunkt wesentliche Transportbedingungen nicht eingehalten wurden.

Ein weiteres Plus: Die Protokollierung der Temperaturdaten via RFID und Sensorik ist eine wirtschaftliche Alternative zu den teuren und sperrigen Temperatur-Daten-Loggern, die hier üblicherweise verwendet werden.

Darüber hinaus dienen die smarten Hybriden dem Manipulationsschutz. Integrierte Erstöffnungssensoren inklusive Zeitstempel zeigen, ob das RFID-Label durchgeschnitten und die Schachtel bereits geöffnet wurde - der Inhalt also etwaigen Manipulationen ausgesetzt war. So lässt sich sicherstellen, dass garantiert nur Originalware weiterverarbeitet wird. Zudem schützt der Erstöffnungssensor die Verpackung vor unlauterer Wiederverwendung durch Kriminelle. Nicht selten verkaufen Fälscher Imitate in Originalverpackungen, die sie beispielsweise aus Müllbehältern entwenden. Der Erstöffnungssensor unterbindet diese Machenschaften.

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