Smart Meter: Nach holprigem Start steigt das Interesse

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Vor dem Rollout der Smart Meter im Frühjahr waren viele Bundesbürger misstrauisch gegenüber den intelligenten Stromzählern. Mittlerweile wollen 41% der Befragten einen Smart Meter nutzen.

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41% der Deutschen würden einen Smart Meter nutzen. Dazu hat der Digitalverband Bitkomm 1005 Personen in Deutschland repräsentativ befragt.
41% der Deutschen würden einen Smart Meter nutzen. Dazu hat der Digitalverband Bitkomm 1005 Personen in Deutschland repräsentativ befragt.
(Bild: EON)

Im Februar dieses Jahres hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Startschuss für die Smart Meter gegeben. Dem Rollout vorausgegangen waren jahrelange Verzögerungen. Die intelligenten Messsysteme sind ein zentraler Bestandteil der digitalen Infrastruktur für die Energiewende der Bundesregierung.

Anfänglich hegten die Bundesbürger ein Misstrauen gegenüber den intelligenten Energiezählern. Es ging vor allem darum, dass Daten aus den Smart Meter abgegriffen werden könnten. Doch laut einer Umfrage der Bitkom steigt die Bereitschaft, Smart Meter einzusetzen. Dazu wurden 1005 Personen in Deutschland im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom befragt.

Das Interesse an einem Smart Meter steigt

So können sich 4 von 10 (41%) Menschen in Deutschland vorstellen, einen Smart Meter zu nutzen. Zu Jahresbeginn vor dem Rollout lag der Wert erst bei 36%. Dabei geben wie zu Jahresbeginn 42% an, noch nie etwas von Smart Metern gehört oder gelesen zu haben. „Smart Meter machen unsere Energie-Infrastruktur intelligent. Das ist eine entscheidende Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Um das Interesse der Bürger noch weiter zu erhöhen, brauchen wir schnellstmöglich Anwendungen, die auf die Smart-Meter-Technologie aufsetzen und den Menschen einen Mehrwert bieten.“

Die große Mehrheit der Verbraucher, die Smart Meter bereits nutzt oder sich dafür interessiert, möchte auf dieser Weise jederzeit eine verbrauchsgenaue Stromabrechnung einsehen können (73%). Rund zwei Drittel mit 63% möchten mit den intelligenten Messsystemen Geräte mit hohem Stromverbrauch in ihrem Haushalt identifizieren. Und jeder Fünfte, also 20%, gibt an, grundsätzlich gerne die aktuellste Technik im Haus haben zu wollen. Nur eine Minderheit von 7% interessiert sich für die Möglichkeit, mithilfe der Smart Meter Hinweise zu bekommen, wenn ältere oder kranke Angehörige in deren eigener Wohnung von der üblichen Tagesroutine abweichen und zum Beispiel kein Licht einschalten.

Waschmittel und Spültabs automatisch nachbestellen

Und 5% möchten gerne mithilfe der Smart Meter automatisch Verbrauchsprodukte wie Waschmittel oder Spülmaschinentabs nachbestellen, wenn die Geräte eine bestimmte Anzahl von Durchläufen absolviert haben. Unter denjenigen, die keinen Smart Meter nutzen wollen, sehen 39% keinen Nutzen darin, 30% geben an, die Geräte seien zu teuer und 26% meinen, Einbau und Installation seien zu aufwendig. Gut 20% sorgt sich um den Missbrauch persönlicher Daten und 19% haben generell kein Interesse an Smart-Home-Anwendungen. 12% haben Angst vor Hacker-Angriffen auf die Smart Meter und 9% nehmen an, die Technik sei noch nicht ausgereift.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren von Mitte September bis Anfang Oktober 2020 telefonisch befragt. Die Fragestellungen lauteten: „Haben Sie schon einmal von Smart Metern gehört?“, „Nutzen Sie in Ihrem Haushalt bereits einen Smart Meter oder können Sie sich vorstellen, einen Smart Meter zukünftig zu nutzen?“, „Aus welchen Gründen können Sie sich vorstellen, einen intelligenten Verbrauchszähler zu nutzen bzw. aus welchen Gründen nutzen Sie bereits einen?“ und „Aus welchen Gründen möchten Sie keinen intelligenten Verbrauchszähler nutzen?“

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