Smart Home: Der Traum vom komplett vernetzten Zuhause

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Glaubt man den Zahlen einer aktuellen Bitkom-Umfrage, so wünschen sich fast 50% der Befragten, dass alle technischen Geräte miteinander vernetzt sein sollen. Die Sprachsteuerung ist deutlich auf dem Vormarsch.

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Viele Anwender steuern ihr Smart Home per Smartphone und entsprechender App. Aber laut einer Bitkom-Umfrage nutzen 52% die Spracheingabe.
Viele Anwender steuern ihr Smart Home per Smartphone und entsprechender App. Aber laut einer Bitkom-Umfrage nutzen 52% die Spracheingabe.
(Bild: Gerd Altmann auf Pixabay / Pixabay )

Vernetzte Geräte im privaten Umfeld sind beliebt: Das bestätigt auch eine aktuelle Umfrage der Bitkom. Mit rund 37%, das sind vier von zehn Anwendern, nutzen bereits Smart Home. Ein Anstieg von 31% im Vergleich zu 2019. Und sogar jeder zweite mit gut 49% würde am liebsten alle seine technischen Geräte miteinander vernetzen und digital steuern. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 1465 Personen in Deutschland ab 16 Jahre.

Die Offenheit der Anwender für Smart-Home-Lösungen ist groß – und viele können sich vorstellen, sie auch in sehr persönlichen Bereichen einzusetzen: Fast drei Viertel (72%) würden sich freuen, wenn das Zuhause beim Aufstehen automatisch den Kaffee zubereitet. 48% würden sich einen Backofen anschaffen, der lernt, wie kross die Bewohner ihren Braten mögen. 27% würden in einem Zuhause leben, das Paketboten und Handwerker erkennt und sie automatisch einlässt, wenn niemand anwesend ist.

Jeder Sechste mit 12% könnte sich sogar vorstellen, Kinder oder ältere Menschen von einem intelligenten Zuhause betreuen zu lassen, das sie beispielsweise unterhält, ihnen Essen zubereitet oder sicherstellt, dass sie sich nicht verletzen. „Das Smart Home ist keine Science-Fiction: Smart-Home-Lösungen können das Leben schon jetzt komfortabler, sicherer und vor allem klimafreundlicher machen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Smarte Leuchten weiterhin gefragt

Am weitesten verbreitet sind vernetzte Leuchten. Zu diesem Ergebnis kam im letzten Jahr auch eine Umfrage von Conrad. Aktuell sind es immerhin 23%, die ihre LED-Leuchten in Haus oder Wohnung über Sensoren steuern oder einfach nur das Licht per App kontrollieren.

Dicht gefolgt werden die smarten Leuchten mit 15% von den intelligenten Heizkörperthermostaten. Danach folgen mit 13% die smarten Steckdosen.

Die Hauptgründe eines smarten Zuhauses sind vor allem Komfort und Lebensqualität mit 72%, Sicherheit mit 65% sowie der Wunsch, energieeffizienter zu leben mit 52%. Bei den Geschlechtern lässt sich ebenfalls ein Unterschied erkennen: Frauen wollen mit 28% Geld sparen, wohingegen es bei den Männern rund 20% sind. Und mit 13% haben die Männer auch mehr Spaß daran, sich mit Smart-Home-Technik zu beschäftigen als Frauen mit 5%.

Zwar geben insgesamt nur 6% der Nutzer an, mithilfe von Smart-Home-Anwendungen länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu wollen, bei Nutzern jenseits der 65 sind es jedoch 38%. „Ein smartes Zuhause kann ältere Menschen effektiv unterstützen und ihnen ermöglichen, länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Auch wenn die Berührungsängste mit dem Alter steigen: Gerade für Senioren haben Smart-Home-Lösungen enorm viel zu bieten“, betont Rohleder.

Alles verstanden? Sprachsteuerung im Smart Home

(Bild: Bitkom)

Schon jeder zweite Nutzer (52%) steuert sein Smart Home per Sprachbefehl – darunter eine große Mehrheit von 85% per stationärem Sprachassistenten wie Amazon Echo, Apple HomePod oder Google Home. Drei Viertel (74%) derjenigen, die per Sprache steuern, tun dies per Sprachassistent auf dem Smartphone. Die übrigen verwenden den Sprachassistenten auf der Smartwatch (12%) oder ein Smart Display wie Amazon Echo Show oder Google Nest Hub (6%).

Die meisten Smart-Home-Besitzer bedienen ihre Anwendungen jedoch noch per Fingertipp in einer Smartphone-App (78%), jeder Dritte (31%) nutzt eine Fernbedienung. „Das Smartphone ist nach wie vor die wichtigste Steuerungszentrale für das Smart Home“, berichtet Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Doch die Sprachsteuerung kann die Bedienung der Geräte deutlich vereinfachen. Gerade ältere oder mobil eingeschränkte Menschen können so in ihrem Alltag unterstützt werden.“

Gleichwohl sind es aktuell eher Jüngere, die Sprachbefehle verwenden: 71% der 16- bis 29-jährigen Smart-Home-Nutzer tun dies, jeder zweite 30- bis 49-jährige (50%) und 47% der 50- bis 64-jährigen. Bei den über 65-jährigen sind es mit 33% deutlich weniger.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im Juni/Juli 2020 durchgeführt hat. Dabei wurden 1465 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt, darunter 547 Nutzer von Smart-Home-Anwendungen. Die Umfrage ist repräsentativ.

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