Smart Factory: Lasst die Maschinen miteinander sprechen

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Der große Mehrwert einer Smart Factory entsteht erst, wenn alle Maschinen die gleiche Sprache sprechen.
Der große Mehrwert einer Smart Factory entsteht erst, wenn alle Maschinen die gleiche Sprache sprechen. (Bild: Smart Systemtechnik / GDL / Pixabay)

Damit die positiven Effekte von Industrie 4.0 auch bei den KMUs der Elektronikbranche voll zum Tragen kommen, müssen alle Maschinen der intelligenten Fertigung an ein übergeordnetes System angebunden werden. Das neu ausgegründete Unternehmen „Smart Systemtechnik“ will hier unterstützen.

Bei EMS (Electronics Manufacturing Service)-Dienstleistern wurde in den letzten Jahren viel investiert, um den Maschinenpark zu erneuern und somit einen Schritt in Richtung Industrie 4.0 zu gehen. All diese Maschinen sammeln fleißig Daten über den Produktionsprozess und können diese Daten auch mittels statistischen Softwaretools auswerten. Für viele Unternehmen war dies bereits ein großer Schritt in Richtung Zukunft.

Der große Mehrwert entsteht aber erst, wenn alle Maschinen die gleiche Sprache sprechen und solche Auswertungen über die gesamte Linie hinweg möglich sind. Deshalb stehen immer mehr, gerade auch kleine Unternehmen, vor dem großen Schritt der Einführung eines MES-Systems. Die größte Hürde ist hier, dass fast alle Maschinen eine andere Sprache sprechen. Um diese an das übergeordnete System anzubinden, sind fast immer teure Softwareanpassungen nötig.

Durch eine Middleware, welche die vorhandenen Standardschnittstellen der Maschinen nutzt, kann hier häufig viel Geld gespart werden. Genau hier springt die Smart Systemtechnik GmbH ein: Das Unternehmen ist eine Ausgründung aus der SmartRep GmbH, dem Distributor für SMD-Equipment in der D-A-CH-Region.

„Wir haben die Smart Systemtechnik gegründet, weil viele kleine und mittelständische Elektronikfertiger mit softwaretechnischen Anfragen an uns herangetreten sind“, erklären die Gründer Andreas Keller und Rudolf Niebling, die beide seit vielen Jahren in der SMD-Branche tätig sind. In Smart Systemtechnik haben sie deshalb nicht nur ein IT-Team aufgebaut, sondern Experten für die Anbindung des Maschinenparks an übergeordnete Systeme zusammengebracht, die sich auch mit den Anforderungen und Arbeitsabläufen in Elektronikfertigungen auskennen.

Unterschätztes Thema: Material Management und Materialfluss

Neben den Software-Aspekten hat Smart Systemtechnik ein zweites Standbein rund um Materialfragen in der Elektronikfertigung aufgebaut. „Viele Elektronikfertiger unterschätzen das Thema Material Management und Materialfluss“, sagt Nikolai Knapp, Vertriebsleiter Europa. „Denn, wenn die SMD-Linie nicht ausreichend mit Material gefüttert wird, nutzen high-speed Bestücker gar nichts – jeder Moment, den eine SMD-Linie wegen fehlendem Material steht, kostet Geld und dies ist zum Leid vieler Firmen noch allzu häufig der Fall“, erklärt er weiter. Der Hauptgrund hierfür ist falsches oder fehlendes Material und genau hier setzt Smart Systemtechnik mit ihrem Wareneingangssystem von MODI und den intelligenten Lagersystemen von Inovaxe an.

Wo es im typischen Eingangsprozess leicht zu Lese- und/oder Eingabefehlern durch Menschen kommen kann, erkennt das MODI-System die Herstelleretiketten, liest diese automatisiert aus und kann auch automatisiert die Wareneingangsbuchung ins ERP durchführen. Mit dem MODI-System wird jede Rolle mit einem Etikett mit einer einzigartigen Nummer versehen, und es werden Bilder von der Rolle abgelegt, was eine 100% Rückverfolgbarkeit ermöglicht, auch lange nachdem diese entsorgt wurde.

Die Rollen werden dann in die intelligenten Systeme von Inovaxe chaotisch und dadurch platzsparend eingelagert. Die Systeme erkennen über Sensoren wo eine Rolle eingelagert wurde. Somit sind keine festen Lagerplätze mehr notwendig, und das Unternehmen weiß stets, wo sich welches Material befindet. Auslagerungen nach dem FIFO-Prinzip oder in Rüstreihenfolge mit Pick-by-Light-Anleitung des Bedieners sind nur zwei der vielen Vorteile des Systems. Die intelligenten Regale zeichnen sich auch durch die enorm hohe Lagerkapazität auf kleinster Fläche aus: So finden auf einer Aufstellfläche von weniger als 0,3 m2 bis zu 880 7" Rollen Platz.

Da das MODI-System Fehler im Wareneingang eliminiert und das Lager von Inovaxe stets weiß, wo sich welche Rolle befindet, können Linienstillstände drastisch reduziert und dadurch schnellere Prozesse im Wareneingang und zusätzliche Ressourcen im Lager geschaffen werden. Wer seine Fertigung zukunftsfähig aufstellen will, muss daher auch an das Material Management denken.

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