Industrial Ethernet

Smart Factory braucht eine potente PROFINET-Verkabelung

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Allerdings führt diese Konstruktion zu einem größeren Außendurchmesser, der sich wiederum nicht mit den Kabeleinführungen und Verschraubungen der meisten Steckverbinder verträgt, so dass viele Anwender die PIMF-Varianten bevorzugen.

Steckverbinder: Migration nach oben

Im Bereich der Steckverbinder wird eine Migration nach oben angestrebt d.h., der PROFINET-RJ45-Stecker wird zukünftig achtpolig ausgeführt und alle acht Kontakte werden konform zur strukturierten Verkabelung belegt mit ½, 3/6, 4/5 und 7/8 (s.a. Steckverbindernorm IEC 60603-7-x)

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Dabei werden besondere Eigenschaften wie Stecktiefe, Vibrationssicherheit und Kontaktgüte (Goldauflage, Porenfreiheit nach DMG, erhöhte Korrosionsfestigkeit usw.) von der vieradrigen Variante übernommen (Bild 2). Für die IP65/67 tauglichen Steckverbinder wird der RJ45 in PROFINET-Gehäusetypen wie den Han 3A oder Han PushPull (AIDA Schnittstelle) integriert. Der vierpolige M12-Stecker D-kodiert wird ersetzt durch den neuen achtpoligen M12-Stecker X-kodiert in Cat.-6A (s.a. Steckverbindernorm nach IEC 61076-2-109).

Zusätzlich hat PROFINET neue Verkabelungskomponenten wie das Schaltschrankcord (Bild 3) definiert (cabinet cord). Diese IP20-Komponente wird fertig konfektioniert und geprüft angeboten (wird also nicht mehr vor Ort konfektioniert) und trägt den Anforderungen nach Platzersparnis und guter Handhabung besonders im Schaltschrank Rechnung. Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen an eingesetztem Stecker und Kabel und an die Verarbeitung, garantiert das Schaltschrankcord die von PROFINET geforderte Betriebssicherheit über die volle Lebensdauer der Anlage.

Das Unternehmen aus Espelkamp nutzt hierzu seine Umspritzung DualBoot, die einen engen Biegeradius bei guter Handhabung der Entriegelungslasche zulässt (geringes Platzangebot im Schrank oder im Verteiler ist kein Problem).

Smart Factory wird propritäre Lösungen, so wie wir sie bisher gerade auch aus Automatisierungsinseln kennen, mehr und mehr aufbrechen und über eine einheitlich Infrastruktur neu zusammenfügen. Die einheitliche Kommunikationsinfrastruktur ist dazu ein elementarer Baustein.

Auch wenn PROFINET-Verkabelung und Strukturierte Verkabelung ursprünglich unterschiedliche Ansätze verfolgt haben, lassen sich beide Philosophien gut miteinander verknüpfen. Smart Factory braucht eine „Smart Network Infrastructure“, SNI.

* Rainer Schmidt arbeitet als Business Development Manager Structured Cabling bei HARTING Electronics in Espelkamp.

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