Industrial Ethernet

Smart Factory braucht eine potente PROFINET-Verkabelung

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Allerdings arbeiten die meisten IT Systeme heute mit GigaBit Ethernet. Viele Geräte, Kameras zu Produktionsüberwachung oder Steuerungen besitzen nur noch Schnittstellen mit GigaBit-Funktionalität oder höher. Selbst kleinere Netzknoten oder Sensor-/Aktoreinheiten arbeiten schon mit Gigabit Ethernet und POE oder POE+ zur Spannungsversorgung über das gleiche Kabel. Somit heißt die eigentliche Herausforderung für PROFINET GigaBit Ethernet. Und das bedeutet für die PROFINET Verkabelung acht Adern in Kupferkabeln und acht Kontakte in Steckverbindern.

Und damit gibt es Strukturierte Verkabelung für PROFINET? Noch nicht ganz. Die PNO hat PROFINET in der heutigen Form und nach Conformance Class A bereits für die Strukturierte Verkabelung zertifiziert. D.h., es ist heute möglich, eine vieradrige PROFINET-Verkabelung mit einer achtadrigen Strukturierten Verkabelung zu koppeln. Zumindest bei Nutzung der RJ45-Technik (IP20) geht das auch stecktechnisch gesehen völlig problemlos.

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Untersuchungen haben ergeben, dass die ungenutzten Paare 4/5 und 7/8 der strukturierten Verkabelung dabei wellenwiderstandsmäßig nicht zusätzlich durch 100-Ω-Widerstände abgeschlossen werden müssen. Somit ist die Migration der PROFINET-Verkabelung zur strukturierten Verkabelung bereits in vollem Gange.

Aber wie sieht es umgekehrt aus? Was machen Geräte und Einrichtungen, die sich an PROFINET ankoppeln wollen und GigaBit Ethernet mitbringen? Dieses Problem hat auch die PNO erkannt – neben Herstellerfirmen vor allem die PROFINET-Anwender. Diese werden immer öfter damit konfrontiert, Gigabit-Geräte in eine PROFINET-Landschaft einzubinden. Deshalb sind die Zeichen der Zukunft bei PROFINET ganz klar in Richtung GigaBit Ethernet und kompatible Verkabelungsinfrastruktur gestellt.

Interessanterweise sind es wieder die Verkabeler, die sich zuerst mit der Thematik auseinandersetzen und Lösungen zum Thema Fast Ethernet vs. GigaBit Ethernet also vieradrig vs. achtadrig vorantreiben.

Auswirkungen auf die PROFINET-Verkabelung

Die PROFINET Verkabelung, wie wir sie heute kennen, wird nicht über Bord geschmissen nur weil wir über Smart Factory nachdenken. Aber sie wird in diese Richtung weiterentwickelt. Dazu erweitert die PNO ihre Verkabelungsrichtlinie um achtadrige Lösungen. Immer unter der Maßgabe, die Installation weiterhin einfach, robust und sicher zu halten.

Somit wird weiter auf industrietaugliche Verkabelungskomponenten gesetzt – nur eben auch übertragungstechnisch für Gigabit Ethernet geeignet, also achtadrig und mindestens Kategorie 5 (100 MHz), besser Kategorie 6 (250 MHz) oder 6A (500 MHz). Kategorie 6A ist erforderlich bei 10 Gigabit Ethernet Übertragungen.

Als Verkabelungsprodukte hat PROFINET neue achtadrige Kabel mit PVC- und PUR-Mantel (Bild 1) definiert. Diese Kabel sind wie bisher für feste und flexible Installation sowie für Sonderanwendungen z.B. Schleppkettenausführung oder Hybridkabel (mit zusätzlichen Powerleitungen im selben Kabel) nach Typ A, B und C klassifiziert. Der Sternvierer hat dabei allerdings ausgedient. Die geschirmten Kabel werden mit AWG24 Adern (Vollader oder Litze) in einer Konstruktion mit Trennstern oder als PIMF (Pair In Metal Foil) angeboten. Die Variante mit Trennstern lässt sich etwas besser verarbeiten, da die Einzelfolien wegfallen.

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