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Smart Building: Das Bürogebäude wacht über die Mitarbeiter

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Das Licht am Arbeitsplatz passt sich an und Sensoren prüfen permanent die Umgebungsluft. Wer gerade auf der Suche nach einem freien Konferenzraum ist, den leitet das Licht. Moderne Bürogebäude leben von vernetzter Sensorik und Leuchten. Kompakte Sensor-Einheiten sind das Herzstück des Systems.

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LED-Leuchten im Büro: In Kombination mit einer Sensor-Einheit überwachen die Leuchten die Luft und steuern das Licht. Das soll die Konzentration und auch die Motivation der Mitarbeiter steigern.
LED-Leuchten im Büro: In Kombination mit einer Sensor-Einheit überwachen die Leuchten die Luft und steuern das Licht. Das soll die Konzentration und auch die Motivation der Mitarbeiter steigern.
(Bild: Signify)

Damit sich Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen und dementsprechend produktiv sind, spielt eine hochwertige Beleuchtung eine wichtige Rolle. Die Produktivität der Mitarbeiter soll sich um bis zu 23% steigern lassen [1]. Neben der Beleuchtung gibt es aber noch weitere Umgebungsaspekte, die Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter haben. Beispielsweise können eine erhöhte Raumtemperatur und relative Luftfeuchtigkeit mit Niesen, Hautrötung, Kopfschmerzen sowie gereizten, trockenen oder juckenden Augen einhergehen.

Mangelhafte Einstellungen hinsichtlich thermischer Behaglichkeit können zu einem Rückgang der Personalleistung von bis zu sechs Prozent führen, wenn Büros zu warm sind, und von bis zu vier Prozent, wenn sie zu kühl sind [2]. Darüber hinaus kann die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter bei störenden Geräuschen um bis zu 66% sinken [3]; es kann im Durchschnitt 25 Minuten dauern, um nach einer solchen Unterbrechung eine Aufgabe wieder aufzunehmen [4].

LED-Leuchten und Sensoren im Büro

Über die verbauten LED-Leuchten mit Sensoren können Mitarbeiter zu ihrem Arbeitsplatz navigieren. Zudem ist es möglich, leere Konferenzräume zu finden oder der Gebäudeverwalter ist in der Lage, die Belegung des der Immobile zu überwachen.

Neben Licht wirken sich Parameter wie Kohlendioxid, Feuchte und Temperatur auf die Qualität der Raumluft und somit auf die Mitarbeiter aus.

Das Ergebnis ist ein sogenanntes Smart Office: Über vernetzte LED-Leuchten mit integrierten Sensoren lassen sich Daten sammeln, die in einer Software abgebildet werden. Das von Signify entwickelte Produkt trägt den Namen Interact Office. Das System bietet offene Schnittstellen, den APIs, um die über Sensoren gesammelten Umweltdaten bereitzustellen. Neben der erwähnten Raumbelegung ist es mit den Sensoren möglich, die Temperatur sowohl auf Raum- als auch auf Schreibtischebene zu ermitteln. Hinzu kommen der Geräuschpegel der Mitarbeiter, das Tageslichtniveau und die relative Luftfeuchte zu überwachen.

Über die Bluetooth-Schnittstelle können die Angestellten im Gebäude navigieren oder freie Büro bzw. Besprechungsräume sehen und buchen. Der Vorteil des Systems besteht darin, dass die Funktionen zum Erfassen in einer einzelnen Einheit gebündelt bereitgestellt werden. Somit müssen nicht mehrere Sensoren verbaut werden.

Kooperation mit Gebäudeverwalter

Die Sensor-Einheit ist direkt in die Leuchte integriert. Unterschiedliche Sensoren sind problemlos möglich und lassen sich jederzeit einsetzen.
Die Sensor-Einheit ist direkt in die Leuchte integriert. Unterschiedliche Sensoren sind problemlos möglich und lassen sich jederzeit einsetzen.
(Bild: Signify)

Die Sensoren sind kleiner als eine Streichholzschachtel und ein Upgrade ist per „Click & Swap“ über einen aufrüstbaren Sensorsteckplatz möglich. Diese Funktion ist bei einer ganzen Reihe professioneller Büroleuchten von Philips integriert. Für die Installation der Sensoren brauchen die Leuchten nicht von der Decke genommen zu werden, da die Sensoren über die Vorderseite der Leuchte eingebaut werden. Die verbauten Leuchten können jederzeit mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet werden.

Einer der Signify Kunden ist Edge, ein Tochterunternehmen der OVG Real Estate. Die Zusammenarbeit besteht unter anderem im Edge Olympic Amsterdam. Im Gebäude sind 7000 Sensor-Einheiten verbaut. Sie enthalten bis zu acht Sensoren. Damit lassen sich Raumbelegung, Lautstärke oder der Gehalt von CO2 in der Atemluft ermitteln.

Referenzen

[1] Quelle: Loftness et al. (2003)

[2] Quelle: Lan, Li & Wargocki, Pawel & Wyon, David P. & Lian, Zhiwei (2011): „Effects of thermal discomfort in an office on perceived air quality, SBS symptoms, physiological responses, and human performance.” In: Indoor Air 21:5, S. 376-90.

[3] Quelle: Ebenda.

[4] Quelle: Mark, Gloria (2008): „The Cost of Interrupted Work: More Speed and Stress.“ Department of Informatics, University of California.

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