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Sinkende Aufträge für die deutsche Wirtschaft

| Redakteur: Margit Kuther

Die Quartalszahlen der Bauelemente-Distribution sind ein Indikator für den Zustand der deutschen Wirtschaft: Die Bauelemente-Distribution schrumpft im zweiten Quartal 2019 um 2% bei schwacher Auftragslage.

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FBDi-Quartalsbericht: Schwache Auftragslage im 2. Quartal 2019.
FBDi-Quartalsbericht: Schwache Auftragslage im 2. Quartal 2019.
(Bild: Mediamodifier auf Pixabay / CC0 )

Die schwächer werdende Auftragslage in der deutschen Bauelemente-Distribution schlägt sich jetzt auch erstmals nach zwei Jahren in einem Umsatzrückgang nieder.

Der Umsatz der im Fachverband Bauelemente-Distribution (FBDi) organisierten Distributionsunternehmen ging um rund 2% auf 879 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück. Die Auftragslage hat sich weiter abgeschwächt, auf rund 748 Mio. Euro. Der Trendindikator Book-to-Bill-Rate – der Quotient aus Auftragseingang und Umsatz – fällt auf einen Wert von 0,85.

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Bei den großen Produktsegmenten blieben sowohl Halbleiter als auch passive Bauelemente auf Vorjahresniveau (623 Mio. Euro bzw. 112 Mio. Euro), die Elektromechanik sank um 12% auf 91 Mio. Euro, die Stromversorgungen um 7% auf 26 Mio. Euro. Die kleineren Produktgruppen (Displays, Baugruppen und Geräte) schrumpften ebenfalls, nur die Sensoren wuchsen um 22%. An der Marktverteilung änderte sich kaum etwas: Halbleiter 70%, Passive 13%, Elektromechanik 11%, der Rest kam zusammen auf 6%.

FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger: „Leider zeigt sich, dass die Rückkehr von einem überhitzen Markt zur Normalität etwas zu normal ausfällt. Die Auftragslage, speziell bei Halbleitern und passiven Komponenten, ist schlechter geworden als erwartet. Jedoch zeigen sich bei den Umsätzen schon Gewinner und Verlierer; zum Beispiel Speicher, Opto-Bauelemente und Passive (außer Kondensatoren). Das erste Halbjahr endete noch mit einem Gesamtplus von 1%. Für das zweite Halbjahr ist angesichts der geringen Aufträge von einem Minus auszugehen.“

Die derzeitige allgemeine Verunsicherung durch Brexit, Zollstreit und weitere makroökonomische Verwerfungen wird bestehen bleiben, obgleich die deutsche Bauelemente-Distribution sich bereits für die Brexitankündigung im März diesen Jahres gerüstet hat. Steinberger weiter: „Wenn man ganz realistisch ist und dem politischen Kuddelmuddel auch noch harte Realitäten beimischt – Klimawandel, das Ende der Wegwerfgesellschaft – dann bekommt man recht durchwachsene Aussichten über die kurzfristige Entwicklung des Marktes. Langfristig bin ich überzeugt, dass nur nachhaltige Technologie und Innovation zu einer gesamtgesellschaftlichen Lösung beitragen können. Eine große Herausforderung, jedoch mit einem Riesenpotenzial für unsere Industrie.“

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