Kolumne Projektcoaching

Sind Sie ein Kommunikationsbarbar?

07.08.2008 | Autor / Redakteur: Peter Siwon* / Martina Hafner

*Peter Siwon ist Geschäftsführer von MicroConsult und Autor des Buches „Denkanstöße für den Projekterfolg“. Seine Kolumne zum Thema Projektcoaching erscheint regelmäßig auf elektronikpraxis.de. Kontakt: denkanstoss@microconsult.de
*Peter Siwon ist Geschäftsführer von MicroConsult und Autor des Buches „Denkanstöße für den Projekterfolg“. Seine Kolumne zum Thema Projektcoaching erscheint regelmäßig auf elektronikpraxis.de. Kontakt: denkanstoss@microconsult.de

Wie oft werden Sie pro Stunde bei der Arbeit unterbrochen? Das kann ganz schön auf die Nerven gehen. Vor allem, wenn Sie gerade eine harte Nuss zu knacken haben, die all Ihre Aufmerksamkeit fordert. Nicht selten sind die Opfer von Kommunikationsattacken auch immer wieder selbst Täter. Ein guter Grund, sich etwas eingehender mit dem Thema Kommunikationskultur zu befassen.

Was in vielen Unternehmen läuft, ist Kommunikationsbarbarei. Sie geht nicht selten auf Kosten von Softwareentwicklern, die konzentriert arbeiten müssen, um ein brauchbares Ergebnis zustande zu bringen.

Sie alle kennen die Problematik des Taskswitch in der Software. Jedes Umschalten von einer Task auf eine andere ist mit Aufwand verbunden. So ähnlich verhält es sich auch, wenn unser Denken unterbrochen wird. Im Gehirn löscht außerdem jede Unterbrechung Informationen aus unserem Arbeitsgedächtnis, um Platz für die Bearbeitung der neuen Aufgabe zu schaffen.

Das Arbeitsgedächtnis ist für unser Gehirn etwa das, was das RAM für unseren PC ist. Nach der Unterbrechung müssen viele Informationen wieder mühsam aus dem Gedächtnis hervorgekramt werden. Bestenfalls finden wir diese Gedanken wieder, indem wir bereits durchlaufene Überlegungen wiederholen, schlimmstenfalls sind sie weg. Die Folge: Zeitverlust, Fehler, Ärger und Stress. Das heißt, jede unnötige Unterbrechung ist ein Angriff auf Effektivität, Qualität, Nerven und letztlich Gesundheit.

Segnungen der modernen Kommunikationsgesellschaft?

Vor diesem Hintergrund sind die Segnungen unserer modernen Kommunikationsgesellschaft zum Fluch geworden. Nun kann aus allen Rohren gefeuert werden: Post, E-Mail, SMS, Festnetztelefon, Mobiltelefon persönliche Kontaktaufnahme. Schöner Nebeneffekt in Großraumbüros: Jeder hat etwas davon, wenn es pingt, klingelt oder jovial über mehrere Tische hinweg kommuniziert wird. Dank MP3 erfreuen wir uns auch einer breiten Palette von Störungsmelodien. Das ist Kommunikationsbarbarei.

Die elektronischen Hundeleinen namens Handy machen vor gar nichts halt. Bestimmt haben Sie schon auf einer Messetoilette amüsiert mitbekommen, wie eine Person nebenan in gedämpftem Ton ein geschäftliches Gespräch annimmt. Der Begriff geschäftlich entbehrt hier nicht einer gewissen Komik. Der Angerufene kann nur hoffen, dass jetzt niemand im Nachbarhäuschen die Spülung betätigt. Das grenzt an Perversion.

Ergänzendes zum Thema
 

Experiment: Kommunikationsopfer oder -Täter?

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