HF-Messtechnik Signale von satellitengestützten Landesystemen präzise messen

Autor / Redakteur: Klaus Theißen * / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Beim Landeanflug reicht die Genauigkeit von GPS-Systemen nicht aus. GBAS erhöht die Landepräzision. Allerdings stellt das Dienstleister weltweit vor neue Herausforderungen.

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Allround-Tester: Der akkubetriebene ILS/VOR-Analyzer R&S EVS300 unterstützt terrestrische Navigation und bodengestützte Satellitennavigation
Allround-Tester: Der akkubetriebene ILS/VOR-Analyzer R&S EVS300 unterstützt terrestrische Navigation und bodengestützte Satellitennavigation
(Bild: Rohde & Schwarz)

Ob am Boden oder in der Luft, der akkubetriebene ILS/VOR Analyzer R&S EVS300 ist ein Allround-Tester im Umfeld der terrestrischen Navigation und der bodengestützten Satellitennavigation. Er vermisst sowohl die VHF-Datenverbindung bodengestützter Ergänzungssysteme GBAS (Ground Based Augmentation System) als auch konventionelle ILS-Bodenanlagen oder VOR-Systeme.

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Satellitengestützte Präzisionsanflüge nach CAT I

Seit Jahrzehnten dienen analoge ILS- (Instrument-Landing-System-)Anlagen als Präzisionsanflugsysteme. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) betreibt in Bremen seit Februar des Jahres 2012 ein vom Bundesamt für Flugsicherheit als Muster zugelassenes Ground-Based-Augmentation-System, das erstmalig satellitengestützte Präzisionsanflüge der Kategorie CAT I erlaubt. Dazu werden dem Multi­Mode-Empfänger an Bord des Flugzeugs über eine VHF-Datenverbindung (D8PSK, 108,025 MHz bis 117,95 MHz) Korrekturdaten von zwei bis vier exakt vermessenen GPS-Referenzempfängern zur Verfügung gestellt. GBAS bietet bei Präzisionsanflügen eine digitale Führung und arbeitet nach dem sogenannten Differential Global Positioning System (DGPS) Verfahren. Zurzeit wird GBAS zusätzlich zu den Instrumentenlandesystemen an Flughäfen aufgebaut.

Analoge Anlagen und GBAS-Installationen analysieren

Die Anlagen müssen in den von der ICAO festgelegten Grenzen unter allen Umständen sicher funktionieren. Dienstleister weltweit sehen sich daher mit neuen Aufgaben konfrontiert: in den nächsten Jahren müssen sie eine Mischung aus konventioneller und neuer Technik am Boden und in der Luft betreuen und qualifizieren.

Die messtechnische Lösung bewertet nicht nur analoge Anlagen. Mit der Option R&S EVS-K9 lassen sich zusätzlich GBAS-Installationen analysieren. Die Option misst Pegel und Frequenz von GBAS-Signalen in der VHF-Ebene. Für die Bewertung der Anlagen sind die Messung der Leistung über der Landebahn (Bodenmessung) sowie die Flugvermessung von großer Bedeutung. In beiden Fällen liefert der Analyzer genaue Werte. Das Gerät misst nicht nur die analogen Signalparameter, sondern ermittelt auch die Dateninhalte, die dem anfliegenden Flugzeug zur Korrektur des GPS-gestützten Landeanflugs dienen. So hat der Anwender unter anderem die Möglichkeit, die GBAS ID, den Message Block Identifier sowie den Final Approach Segment Data Block (FAS DB) am Display oder via Fernsteuerung am PC zu überprüfen.

* Klaus Theißen ist im Produktmanagement Entwicklung Messgeräte für HF-Analyse und Flugnavigation bei Rohde & Schwarz.

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