Siemens und Bosch bei Patenten auf künstliche Intelligenz in Top 20

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Bosch ist zusammen mit Siemens eines der zwei deutschen Unternehmen, die bei der Anzahl von KI-Patenten weltweit unter den Top 20 vertreten sind.
Bosch ist zusammen mit Siemens eines der zwei deutschen Unternehmen, die bei der Anzahl von KI-Patenten weltweit unter den Top 20 vertreten sind. (Bild: Sebastian Gollnow/dpa)

Die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) schlägt sich in der Zahl neuer Erfindungen nieder. Bei den angemeldeten Patenten spielen weltweit zwei deutsche Firmen in der 1. Liga. Bei den Forschungseinrichtungen stammen 17 der Top-20-Institute aus China.

Die Patentanmeldungen für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz (KI) sind nach Angaben der Weltorganisation für Geistiges Eigentum (Wipo) stark gestiegen. Mit Siemens und Bosch spielen zwei deutsche Unternehmen in der Top-Liga der aktivsten 20 Unternehmen, wie die UN-Organisation am Donnerstag in Genf berichtete.

In drei Jahren so viele Patente wie zuvor in 60

Von 2013 bis 2016 wurden weltweit so viele Patente auf diesem Gebiet angemeldet wie in den gesamten 60 Jahren davor, berichtete die Wipo. Insgesamt waren es seit den 50er Jahren 340 000. Im Bereich Luftfahrt/Avionik stiegen die Patentanmeldungen seit 2013 jährlich um etwa 67 Prozent, im Bereich autonomes Fahren um jährlich 42 Prozent. Unter künstlicher Intelligenz werden Computersysteme verstanden, die maschinell lernen und Probleme lösen können, die Intelligenz erfordern.

Patente werden erst 18 Monate nach der Erteilung veröffentlicht, deshalb stammen die aktuellsten Daten von 2016. „Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass sich die Entwicklung verlangsamt hat“, sagte Wipo-Chef Francis Gurry.

Siemens auf Platz 11, Bosch auf Rang 19

Das IT-Unternehmen IBM und der Soft- und Hardwarehersteller Microsoft aus den USA haben seit den 50er Jahren die meisten KI-Erfindungen angemeldet. Es folgen das japanische Technologieunternehmen Toshiba und der koreanische Mischkonzern Samsung. Insgesamt sind zwölf der 20 aktivsten Anmelder japanische Firmen.

Mit Siemens auf Platz 11 und Bosch auf Platz 19 gehören zwei deutsche Firmen zu den Top 20. Aus China ist dort nur der staatliche Energiekonzern State Grid Corporation of China vertreten, der seine KI-Patentanmeldungen in den drei Jahren bis 2016 aber jährlich um 70 Prozent gesteigert hat.

In der Forschung dominiert der asiatische Raum

In der Forschung dominierten aber die Chinesen: 17 der 20 Institute, die die meisten KI-Patente anmeldeten, kamen aus China, die anderen drei aus Südkorea. Die chinesische Akademie der Wissenschaften habe unter Forschungseinrichtungen weltweit das größte Portfolio an KI-Patenten. Unter den 500 aktivsten Anmeldern von KI-Patenten - sowohl Unternehmen als auch Forschungseinrichtungen - waren 110 chinesische Universitäten, 20 aus den USA und 19 aus Südkorea. Nur vier stammten aus Europa. Die aktivsten Europäer waren Forscher des deutschen Fraunhofer-Instituts: auf Platz 159.

Vorne lagen die Deutschen bei Beschwerden gegen Patentanmeldungen anderer: Siemens, Daimler und der Druckmaschinenhersteller Giesecke & Devrient hätten die meisten Einwände gegen Patentanmeldungen anderer erhoben, geht aus dem Bericht hervor. Insgesamt waren die meisten Beschwerden gegen südkoreanische Firmen gerichtet: Samsung, die LG-Gruppe und Hyundai. (dpa)

Bosch plant, Zahl der KI-Experten zu vervierfachen

Bosch sieht definitiv künstliche Intelligenz als eine zentrale Kernkompetenz der Zukunft in der industriellen Anwendung: „Bis Mitte der kommenden Dekade sollen alle Produkte von Bosch über KI verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein," kündigt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, an. „Zwar dominieren amerikanische und chinesische Unternehmen bei KI für die Konsumindustrie“, so der Bosch-Chef weiter. „Aber ohne Domänenwissen zu Verkehr, Industrie oder Gebäude bleibt ihr Potenzial hinter dem der industriellen KI zurück.“

Für Bosch sieht Denner anspruchsvolle Ziele: „Wir wollen als Innovationsführer KI selbst beherrschen und zur Weltspitze gehören.“ Dazu plant Bosch, bis 2021 die Anzahl der 1000 KI-Experten im Unternehmen auf 4000 zu vervierfachen. Insgesamt will Denner in den kommenden fünf Jahren nach Angaben der Süddeutschen Zeitung und des Manager-Magazins 25.000 Software-Ingenieure einstellen.

(mit Material von Bosch und dpa)

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