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Siemens schließt Stellenabbau trotz Coronakrise aus

Redakteur: Sebastian Gerstl

Laut Joe Kaeser habe Siemens nicht vor, wegen der aktuellen Coronakrise Stellen abzubauen. Das sagte der noch amtierende Konzernchef in einem Interview. Weitere Kurzarbeitsmaßnahmen seien aber durchaus denkbar.

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Siemens-CEO Joe Kaeser: Nach Aussage des Konzernchefs habe Siemens nicht vor, wegen der aktuellen Coronakrise stellen zu streichen. „Wegen einer vorübergehenden Beschäftigungsschwankung wird bei Siemens niemand das Haus verlassen“, sagte der scheidende Konzernchef Joe Kaeser im Interview der Passauer Neuen Presse.
Siemens-CEO Joe Kaeser: Nach Aussage des Konzernchefs habe Siemens nicht vor, wegen der aktuellen Coronakrise stellen zu streichen. „Wegen einer vorübergehenden Beschäftigungsschwankung wird bei Siemens niemand das Haus verlassen“, sagte der scheidende Konzernchef Joe Kaeser im Interview der Passauer Neuen Presse.
(Bild: Siemens)

Auch in Corona-Zeiten zeigt sich Siemens-Konzernchef Joe Kaeser zuversichtlich: „Wir stehen das miteinander durch – und denken schon intensiv darüber nach, wie wir den Aufschwung gestalten“, sagte der derzeit noch amtierende CEO des Unternehmens der Passauer Neuen Presse in einem Interview. Niemand solle das Unternehmen auf Grund einer „vorübergehenden Beschäftigungsschwankung“ verlassen müssen.

Aktuell 1600 Angestellte in Kurzarbeit

Zwar räumte er durchaus ein, dass das Unternehmen in den letzten Jahren ziemlich mit strukturellen Veränderungen zu kämpfen hatte, dem auch einige Stellen zum Opfer fielen – etwa im Bereich der fossilen Kraftwerkstechnik oder dem Turbinenbau. In einer temporären Krise, die aufgrund außergewöhnlicher Umstände entstanden ist, stehe eine solche Maßnahme allerdings außer Frage.

Kaeser erwähnte allerdings, dass eventuell mehr Siemens-Mitarbeiter in Kurzarbeit müssten. Aktuell beträfe as nur einen sehr kleinen Teil der Belegschaft: von insgesamt etwa 120.000 Siemens-Angestellten in Deutschland seien derzeit nur 1600 in Kurzarbeit. Er könne aber nicht ausschließen, dass es bald mehr treffen könnte, sagte der scheidende Konzernchef, der bis Oktober die Führung nach und nach an seinen Stellvertreter Roland Busch abgeben wird.

„Einschneidender als die Finanzkrise von 2008“

Das Ausmaß der Krise dürfte sich nach Ansicht Kaesers einschneidender auswirken als die globale Finanzkrise von 2008. Dennoch zeige er sich zuversichtlich, dass Siemens die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie gut überstehen dürfte.

„Wir haben Produkte, die die Welt auch nach Corona braucht – von Gesundheitstechnik bis Energie“, sagte Kaeser. Er verwies auch auf die aktuelle Finanzlage des Konzerns: „Wir haben ausreichend Liquidität – auch für eine längere Zeit,“ sagt Kaeser. Zudem seien die Auftragsbücher gut gefüllt: Der aktuelle Auftragsstand des Unternehmens liege aktuell bei fast 150 Milliarden Euro.

Lieferketten und 3D-Druck sollen im Kampf gegen Corona helfen

Das Unternehmen trägt auch aktiv dazu bei, den Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland zu unterstützen. So habe der Konzern seine weltweite Supply Chain dazu genutzt, um drei Millionen Atemschutzmasken zu besorgen. „Eine Million brauchen wir selbst bei Siemens, eine Million bekommt Bayern, eine Million der Bund“, sagte Kaeser gegenüber der Zeitung.

Das Unternehmen habe zudem sein Netzwerk an 3-D-Druckern für die Produktion von hochwertigem Schutzmaterial geöffnet. Man habe allerdings nicht vor, Beatmungsgeräte zu produzieren. Dies solle besser den Spezialisten überlassen werden, meint Kaeser.

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