Energiespeicher Siemens plant einen der leistungsstärksten Batteriespeicher Europas

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Siemens Smart Infrastructure und die Zukunftsenergie Nordostbayern haben in Wunsiedel eine Absichtserklärung zur schlüsselfertigen Errichtung eines Batteriespeichers mit einer Leistung von 100 Megawatt unterzeichnet. Die Anlage mit einer Speicherkapazität von 200 Megawattstunden soll zur Nutzung überschüssiger erneuerbarer Energie beitragen und Bedarfsspitzen im Stromnetz abdecken.

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Unterzeichnung der Absichtserklärung mit (vorne v.l.) Andreas Schmuderer, Siemens, Marco Krasser, Stadtwerke Wunsiedel; Bernd Koch, Siemens. Im Hintergrund v.l. Markus Brand, Vorstand Kommunalunternehmen Marktredwitz, Stefan Göcking, Bürgermeister Arzberg, Siemens-Finanzvorstand Prof. Dr. Ralf Thomas, Nicolas Lahovnik, Bürgermeister von Wunsiedel und Thomas Schwarz, Bürgermeister in Kirchlamitz.
Unterzeichnung der Absichtserklärung mit (vorne v.l.) Andreas Schmuderer, Siemens, Marco Krasser, Stadtwerke Wunsiedel; Bernd Koch, Siemens. Im Hintergrund v.l. Markus Brand, Vorstand Kommunalunternehmen Marktredwitz, Stefan Göcking, Bürgermeister Arzberg, Siemens-Finanzvorstand Prof. Dr. Ralf Thomas, Nicolas Lahovnik, Bürgermeister von Wunsiedel und Thomas Schwarz, Bürgermeister in Kirchlamitz.
(Bild: Siemens)

Der in Wunsiedel geplante Lithium-Ionen-Batteriespeicher mit 5.000 m² kann rechnerisch 20.000 Durchschnittshaushalte mit Strom versorgen. Geliefert werden soll er vom Hersteller Fluence, einem Joint Venture von Siemens und AES. Siemens übernimmt die Projektleitung inklusive eines technischen Umsetzungskonzepts, sowie den Bau einer Mittelspannungsschaltanlage und die Hochspannungsnetzanbindung. Des Weiteren sieht die Absichtserklärung unter anderem vor, ein Finanzierungskonzept zu erarbeiten.

Stromspeicher können das Netz stabilisieren

„Stromspeicher sind ein wichtiger Baustein für die Gestaltung der Energiezukunft“, betont Marco Krasser, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunsiedel, einem der beteiligten Partner in der Zukunftsenergie Nordostbayern. „Sie können dazu beitragen, das Netz zu stabilisieren und die erneuerbare Erzeugung besser auszunutzen. Sie laden überschüssigen Strom aus dem Netz und entladen bei einer höheren Stromnachfrage. Durch die intelligente Speichertechnik wird die lokale und überregionale Bereitstellung von Ökostrom erhöht. Deshalb bauen wir die Kapazitäten schrittweise aus.“

Spitzenlasten lassen sich vermeiden

In dem geplanten Speichersystem können große Mengen grünen Stroms ein- und ausgespeichert werden, die somit nicht mehr abgeregelt werden müssen. Denn teure, lastbedingte Spitzenlasten lassen sich vermeiden, weil sie sich über den Speicher abfedern lassen.

Deutliche Entlastung für den Netzbetreiber

„Davon profitiert auch der vorgelagerte Netzbetreiber, weil er dadurch mehr Flexibilität zum Ausgleich von Spannungsschwankungen erhält, die durch den Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung vermehrt auftreten“, erläutert Bernd Koch, Cheftechnologe Energy Performance Services bei Siemens Smart Infrastructure, Deutschland. Für den Netzbetreiber verspricht die Lösung eine wesentliche Entlastung. „Das Ein- und Ausschalten der großen Industrieanlagen im Netzgebiet braucht sehr viel Strom“, erklärt Siemens-Projektleiter Andreas Schmuderer. „Dafür musste der Netzbetreiber bisher erhebliche Reserven vorhalten. Fallen diese in Zukunft weg, birgt dies ein großes Potenzial zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen auf dem lokalem Energiemarkt.“

Partner nehmen schnell Fahrt auf

„Die Unterzeichnung der Absichtserklärung ist ein weiterer Meilenstein, der zeigt, was erreicht werden kann, wenn Ziele konsequent verfolgt werden“, sagten Thomas Schwarz und Stefan Göcking, Bürgermeister der Städte Kirchlamitz und Arzberg, die zu den Gründern der Zukunftsenergie Nordostbayern gehören. Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik zeigt sich von der Dynamik begeistert: „Anfang Juli haben wir die Weichen gestellt und heute haben wir bereits den Zug aufs Gleis gebracht. Mit Siemens als Partner nehmen wir sicher auch schnell Fahrt auf. Weiter so!“

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