Gerätegehäuse

Sieben Tipps zur Gehäuseindividualisierung

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Die beiden Alternativen zum Nibbeln

Saubere Schnittkanten und filigrane Konturen können wahlweise gefräst oder gelasert werden. Das Fräsen ist ein spanendes Fertigungsverfahren, beim dem mittels eines Fräsers eine gewünschte Kontur abgefahren wird. Beim Laserschneiden wird mithilfe eines Lasers Material durch Aufschmelzen getrennt. Beide Verfahren können bei dekorativ anspruchsvollen Teilen eingesetzt werden, um eine besonders gute Schnittkantenqualität zu erzeugen. Bei größeren Materialstärken oder 3-D-Konturen ist das Fräsen die erste Wahl. Nachteil beider Verfahren ist, dass bei der Bearbeitung von Konturecken ein Innenradius entsteht bzw. verlangt wird.

Die passende Oberflächenbearbeitung

„Der erste Eindruck zählt“ oder auch „das Auge isst mit“: Nicht umsonst sind diese Sprichworte entstanden. Studien zufolge benötigt der Mensch maximal 100 ms, um sich ein ersten Eindruck über sein Gegenüber zu machen. Das Gleiche gilt auch bei Produkten. Visuelle Reize erwecken Interesse aus der Ferne, die durch haptische Reize verstärkt werden. Bei der visuellen Gestaltung von Gehäusen sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Abhängig vom Gehäusewerkstoff und Einsatzort lassen sich Gehäuse dekorativ verschönern.

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Bei Kunststoffgehäusen wird die Oberflächenstruktur zur Beginn mit dem Spritzwerkzeug festgelegt und durch den Werkzeugbauer ins Werkzeug eingearbeitet. Bei Gehäusen aus Metall ist man flexibler, da die Oberflächenbearbeitung oft am Ende der Fertigungskette steht. Beispielsweise durch Glasperlenstrahlen oder Schleifen wird der Oberfläche eine gleichmäßige Struktur gegeben. Das verbessert nicht nur die optische, sondern auch die haptische Qualität.

Anodisieren, Nass- und Pulverlackieren

Gehäuse aus Aluminium werden üblicherweise schwarz oder naturfarben anodisiert. Hier wird eine Oxidschicht künstlich aufgebaut. Diese Schutzschicht ist porös und lässt sich vor dem Verdichten mit organischen Farbstoffen einfärben.

Die verdichtete eloxierte Oberfläche bietet einen sehr guten Korrosionsschutz und ist deutlich widerstandsfähiger als das darunter liegende Aluminium.

Eine weitere Möglichkeit Gehäuse optisch hervorzuheben, besteht darin, diese zu lackieren. Beim Lackieren wird zwischen Nasslackieren und Pulverbeschichten unterschieden. Beim Nasslackieren wird die Farbe in flüssiger Form auf das Teil aufgesprüht. Vorteile beim Nasslackieren sind, dass mehrere Schichten aufgetragen werden können und die Auswahl an Farben und Lacken sehr groß ist.

Zum Pulverbeschichten müssen die Gehäuseoberflächen elektrisch leitend sein. Aluminiumgehäuse werden vor dem Pulvern mit einer elektrisch leitenden Konversionsschicht versehen. Zur farbigen Beschichtung wird ein elektrostatisch aufgeladener Pulverlack auf das Teil gesprüht. Die Pulverpartikel werden von der Gehäuseoberfläche angezogen und bleiben daran haften. Die Festigkeit wird durch das Einbrennen des Lacks bei einer Temperatur von etwa 150°C erreicht. Die Beschichtung ist gegen mechanische Belastungen und UV-Licht sehr widerstandsfähig. Im Vergleich zum Nasslackieren ist Pulverbeschichten ökologischer, da keine Löse- und Verdünnungsmittel eingesetzt werden.

Zum Aufbringen des Firmenlogos und zur Beschriftung der Ein-/Ausgänge eignet sich das Siebdruckverfahren. Hierzu wird eine Schablone (Siebdruckrahmen) erstellt, durch die später die Farbe mit einem Gummirakel auf die zu bedruckende Fläche aufgebracht wird.

Alternativen zum Siebdruck sind der Tampondruck, Gravieren, Laserbeschriften und der Untereloxaldruck.

Die Vorteile von Kooperationen liegen auf der Hand

Durch die Vielzahl der Optionen zur Individualisierung von Gehäusen ist die frühzeitige Kooperation mit dem Gehäusehersteller maßgebend. Bereits beim Hersteller bearbeite Gehäuse sparen nicht nur Zeit und Geld, sondern auch Nerven. Denn je mehr Arbeiten der Gehäusehersteller verrichtet, umso weniger muss nachgearbeitet werden. Eigene Ressourcen werden geschont und die Verantwortung für die fehlerfreie Bearbeitung an den Hersteller übergeben.

Durch die individuelle Auslegung des Gehäuses lässt sich das Endprodukt an das Unternehmens-CI anpassen. Farbkonzepte oder aussagekräftige Logos steigern den Wiedererkennungswert des Endproduktes auf dem Markt. Design und Funktion werden gekoppelt und ein signifikantes Produkt geschaffen.

* Fatih Sahin arbeitet als Entwicklungsingenieur bei Fischer Elektronik in Lüdenscheid.

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