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Gerätegehäuse Sieben Tipps zur Gehäuseindividualisierung

| Autor / Redakteur: Fatih Sahin * / Kristin Rinortner

Insbesondere in der Gehäusetechnik hat Flexibilität eine sehr große Bedeutung gewonnen. Standardlösungen von der Palette gehören der Vergangenheit an. Individuelle Lösungen sind gefragt.

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Individuelle Gehäuse: Unternehmen müssen flexibel auf Veränderungen reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Hier spielen Gehäuse eine maßgebliche Rolle.
Individuelle Gehäuse: Unternehmen müssen flexibel auf Veränderungen reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Hier spielen Gehäuse eine maßgebliche Rolle.
(Bilder: Fischer Elektronik )

Nahezu jeden Tag besteht der Kontakt zu einem Gehäuse. Morgens ist es der Wecker, im Büro ist es z.B. die Maus und abends die Fernbedienung für den Fernseher. Da diese Dinge zum Alltag gehören, nehmen wir sie kaum noch wahr.

Gehäuse bestehen oft aus Kunststoffen wie ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) und PC (Polycarbonate) oder Metallen wie Aluminium und werden überall dort eingesetzt, wo der Inhalt vor Gefahren aus der Umgebung oder die Umgebung vor dem Inhalt geschützt werden soll.

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Fischer Elektronik hat sich auf die Individualisierung der Produkte nach Kundenvorgaben spezialisiert. Etwa 80% der Gehäuse werden nach Kundenwunsch bearbeitet und verlassen erst so das Unternehmen.

Standardgehäuse sind meist schlicht aufgebaut und eher für den industriellen Bedarf ausgelegt. Das heißt, monotone Farben, einfache Geometrien und minderer Fertigungsstandard. Im Prototypenbau dienen Standardgehäuse oft als Basis und werden durch den Kunden selbst an die Applikation angepasst.

Die Produktpalette der Gehäusehersteller umfasst zahlreiche Standardgehäuse. Verschiedene Geometrien, Größen und Werkstoffe stehen zur Auswahl und bilden somit die perfekte Grundlage für eine Gehäuseindividualisierung. Die auf diesen Zweck spezialisierten Gehäusehersteller verfügen über moderne Maschinen und Technologien, um aus einem Standard ein Werk vom bleibenden Wert zu schaffen. Kombinationsgehäuse (Bild 2 Übersicht Kombinationsgehäuseprofile) sind hierfür wie gemacht.

Kombinationsgehäuse bestehen aus aufeinander gesteckten Aluminiumprofilen, die mithilfe von 2 mm starken Aluminiumdeckelplatten verschlossen werden. Neben der Robustheit besteht der größte Vorteil dieser Gehäuseserie in der Skalierbarkeit. Das heißt, je nach Anforderung lassen sich unterschiedliche Profile miteinander kombinieren. Hierfür stehen Profile mit unterschiedlichen Höhen, Breiten und Funktionen zur Auswahl.

Für Gehäuse ohne besondere Anforderungen bieten sich einfache Profile mit innen liegenden Führungsnuten an. Dagegen besitzen Profile für die Hutschienenmontage im Schaltschrank eine in die Profilkontur integrierte Klammerbefestigung. Soll Wärme abgeführt oder das Gehäuse an eine Maschinenrückwand montiert werden, stehen Profile mit Kühlrippen und Befestigungslaschen zur Verfügung. Diese und weitere Profilgeometrien lassen sich untereinander kombinieren und bilden so die ideale Grundlage für das kundenspezifische Gehäuse.

Bearbeitungsmöglichkeiten für Gehäuse

Um die Einsatzmöglichkeiten universell zu gestalten, werden Standardgehäuse ohne Durchbrüche angeboten. Je nach Kundenanforderungen lassen sich mittels unterschiedlichen Technologien mechanische Bearbeitungen für Steckverbinder oder Displays einbringen. Abhängig von den fertigungstechnischen Möglichkeiten der Hersteller und der avisierten Qualität stehen dem Kunden hierfür oft mehrere Optionen zur Auswahl.

Stanzen ist selbst für den Laien ein geläufiger Begriff. Nibbeln dagegen wirft bei vielen ein Fragezeichen auf. Wie beim Stanzen wird auch beim Nibbeln Material nach dem Scherverfahren getrennt. D.h., ähnlich wie bei einem Locher das Papier wird von einer Blechtafel durch Stempel und Matrize Material abgetrennt. Das Aneinanderreihen mehrerer Stanzungen wird als Nibbeln bezeichnet.

Moderne Nibbelmaschinen können bis zu 1200 Stanzhübe pro Minute erzeugen. Neben dem Nibbeln können diese Maschinen Präge-, Signier-, Gewinde- und Biegevorgänge ausführen. Sie haben den Vorteil, dass bei existierenden Werkzeugen die Herstellkosten sehr gering sind. Nachteilig ist die Qualität der Schnittkanten. Abhängig von der Anzahl der Aneinanderreihung mehrerer Stanzungen und den Zuständen der Werkzeuge, entstehen an den Stanzüberlappungen sogenannte Nibbelkanten. Nibbelkanten sind mit dem bloßen Auge zu erkennen und deshalb bei Sichtteilen eher unerwünscht.

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