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ISO 26262 Sicher ist sicher – funktionale Sicherheit bei Automobilrelais

| Autor / Redakteur: Peter Kaiser * / Thomas Kuther

Die funktionale Sicherheit sicherheitskritischer Systeme im Auto ist gemäß ISO 26262 nachzuweisen – und das gilt immer öfter auch für Relais, die an der Schnittstelle von Logik und Aktuatorik sitzen.

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Funktionale Sicherheit gemäß ISO 26262: Auch Automobilrelais sind betroffen
Funktionale Sicherheit gemäß ISO 26262: Auch Automobilrelais sind betroffen
(Bild: TE Connectivity)

Als Folge der zunehmenden Komplexität elektronischer Funktionen in Kraftfahrzeugen (z.B. Assistenzsysteme) erhöht sich die Möglichkeit von Fehlfunktionen und somit auch Verletzungsrisiken für den Fahrer.

Zur Vermeidung unakzeptabler Verletzungsrisiken wird als Systemeigenschaft die funktionale Sicherheit gefordert, welche für den Automobilbereich gemäß ISO 26262 nachzuweisen ist. Da Relais im Bordnetz moderner Automobile an der Schnittstelle Logik (Ansteuerung) und Aktuatorik (Last) eingesetzt werden, findet man die Anforderungen an die funktionale Sicherheit zunehmend auch in den Kundenanforderungen an Relais wieder.

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ISO 26262 sollte bei jedem neuen Automobilrelais beachtet werden

Um Risiken im Bereich der Produkthaftung zu reduzieren, sollten neue Relaisentwicklungsprojekte allerdings auch ohne konkrete Kundenforderung unter Berücksichtigung der ISO 26262 (Road vehicles – Functional safety) entwickelt werden.

Da sich die Struktur des Safety Lifecycles der ISO 26262 leicht in die Struktur des Advanced Product Quality Planning (APQP) einarbeiten lässt, können die Sicherheitsforderungen der ISO 26262 als Add-On in ein bestehendes Qualitätsmanagement-System integriert werden (Bild 1).

Enthält eine Kundenspezifikation als Forderung eine Sicherheitsfunktion mit einem Automotive Safety Integrity Level (ASIL), muss klar festgehalten werden, dass das Relais (wie alle anderen Bauelemente) als einfache Komponente keine Sicherheitsfunktion darstellt. Aber es können für Relais Erwartungswerte für Ausfallraten unter definierten Betriebs- und Umgebungsbedingungen ermittelt werden, mit denen ein Systementwickler mit einer geeigneten Systemarchitektur aus Sensorik, Logik und Aktuatorik Sicherheitsfunktionen bewerten kann.

Anerkannter Industriestandard wie SN 29500 als Quelle

Um sicherzustellen, dass dem Systementwickler relaisspezifische Erwartungswerte für die Ausfallrate zur Verfügung gestellt werden, die konsistent mit anderen Komponenten seines Systems sind, bietet sich als Quelle ein anerkannter Industriestandard wie die SN 29500 an. Aus diesem Industriestandard können auch Erwartungswerte für Ausfallraten für integrierte Schaltkreise, Halbleiter, passive Komponenten wie Widerstände, Kapazitäten und Induktivitäten und weitere Bauteile ermittelt werden.

Für Relais kann auf Komponentenebene mittels Failure Modes, Effects, and Diagnostics Analysis (FMEDA) eine Sicherheitsanalyse nach ISO 26262 (Road vehicles – Functional safety) dokumentiert werden.

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