Elektronische Bauelemente „Sich und seinen Prinzipien treu bleiben“

Redakteur: Sabine Grothe

Seit vier Jahren behauptet sich die eCOUNT Electronic im deutschen Komponentengeschäft. Der Nischendistributor für aktive, passive, elektromechanische und optoelektronische Bauteile

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Sehen einer positiven Geschäftsentwicklung bei eCOUNT Electronic entgegen – Friedrich Schnürpel (l.), Michael Lehner (M.) und Gerhard Sahler (r.): „Unser intensives Beziehungsmanagement mit unseren Kunden können wir nun durch eigene Hersteller und Vertragspartner anreichern und ?so alternative Beschaffungswege und Produkte aufzeigen.“
Sehen einer positiven Geschäftsentwicklung bei eCOUNT Electronic entgegen – Friedrich Schnürpel (l.), Michael Lehner (M.) und Gerhard Sahler (r.): „Unser intensives Beziehungsmanagement mit unseren Kunden können wir nun durch eigene Hersteller und Vertragspartner anreichern und ?so alternative Beschaffungswege und Produkte aufzeigen.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit vier Jahren behauptet sich die eCOUNT Electronic im deutschen Komponentengeschäft. Der Nischendistributor für aktive, passive, elektromechanische und optoelektronische Bauteile hat als klassischer Chipbroker begonnen, sich aber schnell zum Spezialanbieter gemausert, dessen Leistungsspektrum Engpassmanagement, Entwicklung, Test, Assembling, Fertigung und Consulting umfasst.

„Mut wird belohnt“, dachten sich die Geschäftsführer der Münchener eCOUNT Electronic GmbH, Friedrich Schnürpel, Gerhard Sahler und Michael Lehner, als sie 2002 ihr Handelshaus aus der Taufe hoben, in einer Marktsituation, die die fetten Jahre im Elektronikbusiness gerade hinter sich gelassen hatte.

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Berufserfahrung brachten die Herren aus der langjährigen Firmenzugehörigkeit von Consumer Electronic mit. So lag der Einstieg ins Brokergeschäft nahe. „ Wir haben mit der Beschaffung von abgekündigten und schwer beschaffbaren Bauelementen begonnen, merkten aber schnell, dass mehrere Standbeine besser sind. So wagten wir 2004 den Schritt in die Distribution und in das langfristige Geschäft mit Halbleitern. Zudem stiegen wir in den Handel mit Displays samt Entwicklung und Design ein“, begründet Schnürpel den Wandel zum Independant- und Franchise-Distributor.

Aus der kleinen Firma mit anfangs fünf Mitarbeitern hat sich mittlerweile ein Unternehmen mit 20 Angestellten ent-wickelt. Zwischen 10 und 20% Wachstum jährlich haben sich die Münchener auf die Fahne geschrieben und rechnen für 2006 mit 20 Mio. € Umsatz.

Mit rund 75 Kunden vor allem aus den Bereichen Telekommunikation, Automotive, Automatisierung und Medizintechnik ist der Kundenstamm überschaubar und bewusst so angelegt, „dass wir für unsere Geschäftspartner jederzeit da sein können“, erläutert Schnürpel. So käme es durchaus vor, dass man schon einmal am Freitagnachmittag unerwartet zum Kunden fahren müsse. Das ginge nur bei einem starken Interesse für Kunden und setze entsprechende Ressourcen voraus.

Aufeinander eingespielte Schwesterunternehmen

Rund 80% des Business umfassen Handel und Dienstleistungen, die restlichen 20% steckt der Distributor in Entwicklung und Design. Ziel sind Komplettlösungen mit Rund-um-Service bei Ansprechpartnern, die alles aus einer Hand liefern.

Dazu gründeten die Firmenchefs mit der eCOUNT Display Solution GmbH bzw. der eCOUNT Consulting GmbH zwei Schwestergesellschaften mit Stammsitz in München bzw. Mödling bei Wien.

Während eCOUNT Electronic aktive und passive Bauteile handelt und Speicherbausteine von EON Silicon Semiconductors (Flash Speicher), Lyontek (Low-Power-, High-Speed-SRAM und serielle EEPROM), ETRON und (oder) Fidelix (jeweils SDRAM, DDR und PSRAM) im Portfolio hält, repräsentiert die eCOUNT Display Solution Hersteller wie AUO, CHI LIN, Winmate und ist u.a. OEM-Partner von 3M. Bei den Displays handelt es sich im Allgemeinen um Anzeigesysteme für Consumer und Industrieapplikationen. Zudem fungiert die Display-Unit als Systemintegratorin und unterhält enge Partnerschaften zu Assembling und Fertigungsstätten in der tschechischen Republik sowie in Taiwan. Dazu Schnürpel: „Gerade aufgrund der Produktionsstätte in Taiwan können wir zusätzlich im asiatischen Raum als OEM-Partner für namhafte Hersteller auftreten. Durch dieses Konzept können wir wichtige strategischen Vorteile für unsere europäischen Kunden aufzeigen.“

eCOUNT Consulting hat sich dagegen dem Beratungsgeschäft verschrieben, stellt Kontakte zwischen Kunden und Lieferanten her und fertigt Analysen an, beispielsweise zu Preisen, Marktgeschehen oder Überbestandsmanagement.

Daneben investieren die Münchener seit kurzem in den Bereich „Wireless“ und konzentrieren sich hier auf W-Lan, GPS und ZigBee. Zu den Herstellern auf der Linecard zählen inzwischen Ralink (W-Lan-Chipsets), Fidelix (GPS-Navigationsgeräte) und Produzenten von Bluetooth-, GPS- und Zigbee Modulen).

Was die strategische Ausrichtung des Unternehmens für die nächsten fünf bis zehn Jahre betrifft, bekennt sich Schnürpel entschieden zu einer Maxime: „Wir wollen ein unabhängiger, kleiner Nischen-Distributor bleiben und jene Dinge umsetzen, die die Großen nicht machen wollen oder können.“

eCOUNT Electronic, Tel. +49(0)89 4545710

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