Heimvernetzung SerCHo-(Service Centric Home-)Showroom im TU-Hochhaus in Berlin eröffnet

Redakteur: Claudia Mallok

Im Rahmen des SerCHo-Projektes werden die sämtliche Geräte und Dienst wie (Tele-)Kommunikation, Unterhaltung, Sicherheit oder Haushaltstechnik in einer modernen Wohnung intelligent und cross-medial vernetzt. Das Ergebnis ist eine Vereinheitlichung und Vereinfachung in der Steuerung/Bedienung und Möglichkeit, die Geräte übergreifend zu nutzen. Das aktuelle Absatzpotenzial wird in Deutschland auf ca. 7,7 Mio. Haushalte geschätzt. Um die entwickelten Dienste unter realitätsnahen Bedingungen zu testen und der Öffentlichkeit zu präsentieren, wurde in Berlin in den „Deutsche Telekom Laboratories“ (T-Lab’s) ein Showroom eingerichtet.

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Bild: next generation media 2007
Bild: next generation media 2007
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Rahmen des SerCHo-Projektes wird mit Hilfe von softwarebasierten „persönlichen Assistenten“ ein neuartiger Ansatz zur Heimvernetzung entwickelt. Diese Assistenten unterstützen den Bewohner in allen Wohnbereichen durch die individuelle Verknüpfung bislang isolierter Geräte für Informationstechnik, Telekommunikation, Unterhaltungselektronik sowie Haus- und Hausgerätetechnik. Dabei werden die unterschiedlichen Assistenten mit einem einheitlichen Bedienkonzept und übergreifender Verfügbarkeit persönlicher Daten auf den Endgeräten integriert. Die Assistenten des Service Centric Home stehen dem Benutzer dann verhaltens- und situationsspezifisch mit ihren Leistungen und Tipps zur Verfügung und passen sich seinen persönlichen Präferenzen an.

Showroom, um Dienste unter realitätsnahnnen Bedingungen zu testen

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Um die entwickelten Dienste unter realitätsnahen Bedingungen zu testen und der Öffentlichkeit zu präsentieren, wurde in Berlin in den „Deutsche Telekom Laboratories“ (T-Lab’s) im TU-Hochhaus am Ernst-Reuter-Platz ein Showroom eingerichtet. In der Küche des Showrooms hilft der 4-Star Cooking Assistant dem Bewohner beim Kochen. Wie der hausinterne Energieverbrauch gesenkt werden kann, zeigt der Smart Home Energy Assistant.

Der persönliche Kommunikationsassistent (PCA) bündelt und vermittelt Audio- und Videotelefonate, die einfach und komfortabel über den Fernseher gesteuert und im Nachhinein über den Message TV Assistenten abgerufen werden können. Dieser ermöglicht darüber hinaus das Öffnen und Bearbeiten von Nachrichten jeder Art - Fax, E-Mail oder Anrufbeantworter: Das Format ist hierbei nicht relevant.

Das abendliche TV-Programm kann über den iEPG Dienst (Intelligent Electronic Program Guide) den individuellen Vorlieben der Bewohner entsprechend abgerufen werden. Über ein innovatives TV-Link Konzept werden Werbeeinblendungen personalisiert, erst bei Interesse des Nutzers detailliert und für einen späteren Abruf gespeichert. Der Bewohner kann über ein Diensteportal die Assistenten auswählen und aktivieren, die ihm persönlich den größten Nutzen versprechen.

Im Mittelpunkt der SerCHo-Anwendungen stehen die individuellen Wünsche der Benutzer. Das Service Centric Home steigert mit seinen Assistenten sowohl Komfort als auch die Effizienz hausinterner Vorgänge. Dank Gerätevernetzung, Smart Home Technology und Lokalisierungsinformation nimmt der Bewohner die Assistenten geräteübergreifend als allgegenwärtig verfügbare Dienstleistungen wahr.

SerCHo-Assistent passt sich automatisch der Umgebung und Benutzer an

Im Gegensatz zur bisher gewohnten gerätegebundenen Bedienung passen sich die SerCHo-Assistenten automatisch der Umgebung und ihrem Benutzer an. Außerdem werden sie auf den Geräten zur Verfügung gestellt, die eine komfortable Bedienung ermöglichen. Soll zum Beispiel eine Nachricht an den Bewohner zugestellt werden, wird er im Service Centric Home zunächst geortet und dann das Gerät in seiner unmittelbaren Nähe identifiziert, das nach seinen Präferenzen eingerichtet wurde. Die Darstellung der Nachricht wird daraufhin an die Fähigkeiten des Ausgabegerätes und des Datenkanals angepasst. Die Komplexität der Vorgänge bleibt dem Benutzer dank der Konzeption einer intuitiven, multimodalen Bedienung verborgen.

Zur Programmierung der SerCHo-Assistenten wurden im Projekt spezielle Programmierwerkzeuge entworfen, die von der Komplexität der notwendigen Technik abstrahieren. Durch die Kombination bereits vorhandener Teildienste beziehungsweise Module können sie leicht nach dem Baukastenprinzip realisiert werden. Die Bereitstellung und Auswahl maßgeschneiderter Dienste von Drittanbietern wird durch die Einbindung von netzzentrischen Komponenten, die die vernetzten Geräte im Heim repräsentieren, gewährleistet.

Aktuelles Absatzpotenzial von ca. 7,7 Mio. Haushalten in Deutschland

Vorteile von SerCho für den Anwender seien Bequemlichkeit, Zeitersparnis, Funktionserweiterung und gesteigerte Mobilität. Die Marktuntersuchungen des Projekts belegen, dass bereits nahezu jeder Zweite aus der Kernzielgruppe der Internetnutzer für sich persönlich eine Anschaffung von SerCHo für möglich hält. Dies entspricht einem aktuellen Absatzpotenzial von ca. 7,7 Mio. Haushalten in Deutschland. In Anbetracht der Tatsache, dass sich SerCHo erst in der Entstehungsphase befindet, ist der Anteil der potenziellen Käufer als hoch zu bewerten.

SerCHo bringt wirtschaftswissenschaftliche und technische Forschungseinrichtungen, Medienanbieter, Netz- und Plattformbetreiber sowie große und mittelständische Technologielieferanten zusammen, die auf ihren jeweiligen Gebieten nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit für ihre Forschungsergebnisse, Produkte und Lösungsansätze hohe Anerkennung erfahren und eine erfolgreiche Umsetzung der Projektergebnisse sicherstellen. Durch die direkte Einbindung eines Medienanbieters soll auch die Marktnähe der Projektergebnisse gewährleistet werden.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) unterstützt als assoziierter Partner das Projekt durch aktive Verbreitung der im Projekt erzielten Ergebnisse auf der BITKOM-Plattform sowie durch Wissens- und Erfahrungstransfer zwischen dem Projekt, der Forschung und der Industrie.

SerCHo wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Rahmen des Programms next generation media gefördert. Projektpartner sind:

Alcatel-Lucent Deutschland AG

BITKOM

Cycos AG

DAI-Labor, Technische Universität Berlin

Deutsche Telekom Laboratories

SevenSenses GmbHProSyst Software GmbH

Siemens AG

WIK-Consult GmbH

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