Sensorsystem aus Radar und Kameras soll Luftcrashs verhindern

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die Flugversuche fanden im Rahmen des Vorhabens "Projekt Sense and Avoid - national" (ProSA-n) statt, welches vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) beauftragt ist.
Die Flugversuche fanden im Rahmen des Vorhabens "Projekt Sense and Avoid - national" (ProSA-n) statt, welches vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) beauftragt ist. (Bild: DLR)

Wie lassen sich Kollisionen zwischen Luftfahrzeugen künftig komplett vermeiden? Im Forschungsprojekt „Projekt Sense and Avoid – national“ (ProSA-n) wurde nun die Kombination aus Radarsignalen und Kameras erprobt.

Bei Testflügen haben die Unternehmen Diehl und Hensoldt gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein neues Sensorsystem zur Erhöhung der Sicherheit im Luftverkehr getestet. Ziel war die Sensor-Erprobung um künftig Kollisionen zwischen Flugzeugen und Drohnen vermeiden zu können. Dadurch soll künftig die Zulassung und der Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen (Drohnen) im deutschen Luftraum ermöglicht werden.

In der dreiwöchigen Flugtestkampagne am Forschungsflughafen Braunschweig wurde in über 30 Flugstunden nachgewiesen, dass moderne Sensoren das Auge der Piloten ersetzen können. Dazu wurde das DLR-Forschungsflugzeug vom Typ Dornier Do 228 mit einer „Dual-Mode-Sensorsuite“ der Firmen Diehl und Hensoldt, bestehend aus Radar- und elektro-optischen Sensoren, ausgestattet. Das heißt, die optischen Signale spezieller Kameras werden mit Radarsignalen kombiniert

Sensoren erkennen Flugzeuge auf große Entfernungen

Bei den durchgeführten Testflügen wurde neben der Do 228 des DLR ein weiteres Testflugzeug eingesetzt. Dieses flog umfangreiche Flugmanöver aus unterschiedlichen Richtungen und Höhen und sollte dabei von der Sensorik der Do 228 erkannt werden. Es zeigte sich in den Flugversuchen, dass die Sensorsuite das andere Luftfahrzeug zuverlässig selbst auf große Entfernung detektieren, präzise verfolgen und das eigene Flugzeug rechtzeitig vor einem potentiellen Kollisionskurs warnen konnte.

Das elektrooptische Modul von Diehl besteht aus einer Reihe von hochauflösenden Kameras, die den Raum vor dem Flugzeug sowie seitlich abtasten. Es konnte nachgewiesen werden, dass dieses System die Pilotensicht ersetzen kann und die Genauigkeit des Gesamtsystems wesentlich steigert. Das Modul ist leicht und kompakt und lässt sich flexibel an die Erfordernisse verschiedener Luftfahrzeuge anpassen.

Das Detect-and-Avoid-Radar von Hensoldt arbeitet mit der Technik der elektronischen Strahlschwenkung (Active Electronically Scanning Array, AESA). Diese erlaubt es, mehrere Detektionsaufgaben gleichzeitig durchzuführen und Ziele extrem rasch zu erkennen. Aufgrund der Radartechnologie kann die Flugrichtung von Objekten im eigenen Flugweg präzise vermessen werden, um so vor möglichen Kollisionen frühzeitig zu warnen. Mit seinen Detektionseigenschaften ist das Multifunktionsradar für militärische wie zivile Drohnen, wie für die Frachtzustellung, gleichermaßen geeignet. Außerdem übernimmt der Sensor auch alle Funktionen eines Wetterradars.

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