Suchen

Sensornetzwerk misst Menschenmengen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Von großen Menschenansammlungen kann in Zeiten von Corona eine Gefahr ausgehen. Mit energieschwachen Funkwellen von 868 MHz lässt sich die Dichte einer Menschenansammlung messen, ohne die Privatsphäre zu beeinträchtigen.

Firmen zum Thema

Von großen Menschenmengen geht eine Gefahr aus: Mit energieschwachen Funkwellen misst CrowdScan die Dichte einer Menschenansammlung.
Von großen Menschenmengen geht eine Gefahr aus: Mit energieschwachen Funkwellen misst CrowdScan die Dichte einer Menschenansammlung.
(Bild: CrowdScan)

Von Menschenansammlungen kann schnell eine Gefahr ausgehen, wenn in Zeiten von Corona nicht der erforderliche Mindestabstand eingehalten wird. Das kann beispielsweise in Städten, auf Veranstaltungen und Festivals oder bei Sportgroßereignissen sein. Jetzt hat CrowdScan, ein Spin-off des imec und der Universität Antwerpen, ein Messsystem entwickelt, um die Dichte einer Menschenmenge in Echtzeit über ein drahtloses Sensornetzwerk zu messen.

Hinter dem Messprinzip stehen sechs Jahre Forschung an der Universität Antwerpen und imec: CrowdScan ist in der Lage, die Dichte einer Menschenansammlung ganz ohne Kamerabilder, Handydaten oder andere datenschutzrelevante Informationen zu ermitteln. Übertragen werden energieschwache Funkwellen mit einer Frequenz von 868 MHz und CrowdScan misst die durchschnittliche Signaldämpfung eines drahtlosen Sensornetzwerks im Verhältnis zur leeren Umgebung.

Video: Wie CrowdScan funktioniert

Erweitertes Geschäftsmodell

Die entwickelte Technologie wurde bei verschiedenen Großveranstaltungen wie Tomorrowland validiert. Doch nicht nur um eine mögliche Virusübertragung zu begegnen, eignet sich das Messprinzip. Das Geschäftsmodell wurde auf Dienstleistungen für Veranstaltungsorganisatoren auf Dienstleistungen für Kommunalverwaltungen und Städte ausgeweitet. Im Mai wurde ein erfolgreiches Pilotprojekt gestartet, um die Größe von Gruppen auf einer Brücke und in einer Straße in der Nähe des MAS-Museums in Antwerpen zu messen.

„In diesem Sommer wird es keine Massenveranstaltungen geben, aber die Bedeutung genauer Informationen über die Dichte von Menschenansammlungen hat seit der Coronavirus-Krise weiter zugenommen“, erzählt Ben Bellekens, CEO von CrowdScan. „Indem Polizei und Notfalldienste mit genauen Informationen über die Dichte der Menschenmenge versorgt werden, können sie schnelle und objektive Entscheidungen treffen. Dies kann den Städten helfen, an Orten mit hoher Bevölkerungsdichte, wie Stadtstraßen, öffentlichen Veranstaltungen oder Parks, soziale Distanzierung zu gewährleisten. CrowdScan zielt auch darauf ab, ein Online- 'Menschenmengenbarometer' zu erstellen, um die Bevölkerungsdichte an bestimmten Orten anzuzeigen“, sagt Bellekens.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:46714974)