Preisverleihung auf der Sensor+Test

Die medizinischen Lösungen überzeugten die Jury

| Redakteur: Hendrik Härter

Die faseroptische 3-D-Positionierung von Herzkathetern war einer der Gewinner des AMA Innovationspreises 2016.
Die faseroptische 3-D-Positionierung von Herzkathetern war einer der Gewinner des AMA Innovationspreises 2016. (Bild: TU Clausthal)

Magnetische Durchflusszytometrie und Nerven aus Glas waren in diesem Jahr die beiden Gewinner des AMA Innovationspreises 2016. In diesem Jahr dominierten Lösungen für medizinische Anwendungen.

Auf der diesjährigen Sensor+Test in Nürnberg traf sich wieder die Sensorik-Branche zum Austausch. Das ist der ideale Rahmen, um Preise für besondere Entwicklungen zu verleihen. Immer am ersten Messetag verleiht die AMA ihren Innovationspreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist. In diesem Jahr ging der Preis zu gleichen Teilen an zwei Teams, denen die Jury eine „hervorragende Innovationskraft und eine große Marktrelevanz bescheinigt“.

Das Projekt „Magnetische Durchflusszytometrie“ vom Entwicklerteam der Siemens Healthcare, Sensitec, Sencio und M2 Automation überzeugte ebenso wie die „Nerven aus Glas – Faseroptische 3-D-Positionierung von Herzkathetern“, vom Entwicklerteam des Photonik Inkubator Niedersachsen und des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institutes.

Magnetische Durchflusszytometrie

Die Entwicklung magnetische Durchflusszytometrie ermöglicht durch spezifische magnetische Markierung mit einem rein magnetischen Workflow in einer Kartusche den Nachweis von Zielzellfunktionen ohne Probenaufbereitung direkt im Patientenblut. Das geschieht durch eine magnetische Laufzeitmessung des Signals patientennah in einem Tischgerät innerhalb weniger Minuten.

Die hohe Messpräzision eröffnet Therapieentscheidungen mit instabilen zellulären Biomarkern, die bisher bei konkurrierenden Verfahren keine Routineanwendung erlaubten aufgrund hoher Investitionskosten und Spezialisten-Wissen. Die Jury und der AMA Verband gratulieren dem Entwicklerteam: Dr. Oliver Hayden, Lukas Richter, Michael Helou, Mathias Reisbeck (Siemens Healthcare, Erlangen), Ronald Lehndorff (Sensitec), Ignas van Dommelen (Sencio), Mario Nitzsche (M2 Automation).

Nerven aus Glas

Die zweite prämierte Entwicklung sind die „Nerven aus Glas“. Die neuartige faseroptische 3-D-Positionierung von Herzkathetern ist als präzises Navigations- und Trackingsystem von großer Bedeutung in der minimal-invasiven Radiologie und Chirurgie. Eine dreidimensionale Form- und Bewegungserfassung mit faseroptischer Sensorik ermöglicht eine Repositionierungsgenauigkeit von Herzkathetern <1 mm. Das trägt entscheidend zur Verbesserung des Erfolges und Reduzierung der benötigten Operationszeit der zugrunde liegenden medizinischen Behandlung bei.

Die Jury und der AMA Verband gratulieren dem Entwicklerteam: Professor Dr. Wolfgang Schade, Dr. Martin Angelmahr (Fraunhofer HHI, Goslar), Christian Waltermann, Anna Lena Baumann (Photonik Inkubator/ Fraunhofer HHI) und Philip Gühlke (Photonik Inkubator, Göttingen).

Sonderpreis für 4-D-Mikroskop-Kamera

Den Sonderpreis erhielt das Entwicklerteam um Dr. Rachel Wang Ruiqi (d'Optron Pte Ltd., Nanyang Technological University) für die Entwicklung des „d’Bioimager“, einer echten 4-D-Mikroskop-Kamera (3-D-Bildgebung in Echtzeit), insbesondere für biomedizinische Anwendungen. Das „Junge Unternehmen“ aus Singapur erhielt als Sonderpreis einen kostenfreien Messeauftritt auf der Sensorikmesse.

Die Jury hatte in diesem Jahr aus vielen guten Projekten zu wählen: „Die beiden Gewinnerprojekte Magnetische Durchflusszytometrie und Nerven aus Glas lagen mit wissenschaftlich herausragenden Lösungen und erkennbarem praktischen Nutzen eine Nasenlänge vor den anderen Nominierten“, erklärt der Juryvorsitzende Professor Andreas Schütze von der Universität des Saarlandes die diesjährige Auswahl. In diesem Jahr waren es vor allem Lösungen für medizinische Anwendungen, welche die Jury überzeugten.

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