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Sensoren und Aktoren werkzeuglos per Hand anklemmen

Redakteur: Kristin Rinortner

Wie man das Thema Reihenklemmen neu interpretieren kann, zeigt WAGO heute auf der Hannover Messe: Der Verbindungsprofi hat die Serie TOPJOB S mit den beiden neuen Betätigungsvarianten Hebel und Drücker mit hartem Anschlag vorgestellt.

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Klemmen: Bei den Reihenklemmen TOPJOB S mit Hebel erfolgt das Öffnen sowie Schließen der Klemmstelle durch den Hebel und damit einfach per Hand. Zu sehen auf der Hannover Messe 2018, Halle 11 - C72.
Klemmen: Bei den Reihenklemmen TOPJOB S mit Hebel erfolgt das Öffnen sowie Schließen der Klemmstelle durch den Hebel und damit einfach per Hand. Zu sehen auf der Hannover Messe 2018, Halle 11 - C72.
(Bild: Wago)

WAGO habe unter dem Motto „einfach, schnell, sicher“ die Klemmen-Technologie in den vergangenen Jahren getrieben, davon ist Dr.-Ing. Karsten Stoll, Leiter des Geschäftsbereiches Verbindungstechnik, überzeugt. Zuletzt habe man sich parallel der Aufgabe gestellt, die Handhabung zu vereinfachen.

Klemmen werden immer mit einem Werkzeug – meist einem Schraubendreher – betätigt. „Wir haben uns überlegt, was man hier besser machen könnte“, erzählt Stoll.

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„Das intuitivste Werkzeug ist die Hand“, fügt Geschäftsführer Sven Hohorst hinzu. „Deswegen stand auch die Hand im Mittelpunkt unserer Überlegungen.“ Mit Hebel und Drücker präsentierte das Unternehmen jetzt „die passende Lösung für jede Handhabung“: Ein Hebel ermöglicht ein einfaches und intuitives Anschließen und Lösen aller Leiterarten per Hand. So kann Sensorik / Aktorik durch den Endkunden einfach angeschlossen werden, da nur der Hebel gesucht werden muss.

Reihenklemme mit Drücker

Die Klemmstelle der neuen Reihenklemmen mit Drücker wird mit einem frei wählbaren Werkzeug geöffnet. Durch den orangefarbenen Drücker ist dabei das Betätigungselement eindeutig und schnell von der Leitereinführung zu unterscheiden, in die der Leiter eingeführt werden muss. Die Durchgangsklemmen mit Drücker sind für einen Querschnittsbereich von 0,14 bis 25 mm² erhältlich. Sie stehen als 2-Leiter-, 3-Leiter- sowie je nach Größe auch als 4-Leiter-Variante zur Verfügung.

Hebel auf der Feldseite und Drücker für Verdrahtung

Bei den Reihenklemmen mit Hebel erfolgt das Öffnen sowie Schließen der Klemmstelle durch den Hebel und damit einfach per Hand. Der Hebel bleibt in der geöffneten Position stehen, wodurch die Klemmstelle eindeutig markiert (geöffnet/geschlossen) ist und immer sicher geschlossen wird. Beide Hände bleiben frei für den Anschluss selbst schwer biegsamer Leiter mit großen Querschnitten. Eine Vorraststellung erleichtert das Öffnen. Gleichzeitig geöffnete Leitereinführungen erleichtern das Einführen der Leiter.

Die Reihenklemmen mit Hebel wird es zunächst in den Nennquerschnitten 2,5 mm², 6 mm² und 16 mm² geben. Sie sind als 2-Leiter- und 3-Leiter-Varianten erhältlich. Dabei ist die Feldseite mit Hebel ausgestattet, während für die interne Verdrahtung Drücker oder Betätigungsöffnung zur Auswahl stehen. Perspektivisch soll der Hebelanschluss auf weitere Produktserien der Reihenklemmen TOPJOB S ausgeweitet werden.

Alle Reihenklemmen kommen mit Push-in-Technik. Damit können neben starren Leitern auch feindrähtige Leiter ab einem Querschnitt von 0,75 mm² mit gasdicht aufgecrimpten Aderendhülsen direkt gesteckt werden. Überdies können auch das Beschriftungssystem und das multifunktionale Brückerprogramm verwendet werden.

Hinter die Kulissen geschaut

Hinter diesem einfachen Prinzip stecken viel Erfahrung, jahrelange Entwicklungsarbeit und Technologie. „Wir wussten marktanforderungsmäßig schon vor fünf oder sechs Jahren relativ genau, wo die Reise hingehen sollte. Allerdings wussten wir damals noch nicht, wie wir das realisieren“, erklärt Stoll. „Das, was wir jetzt mit der Feder gemacht haben, ist schon die Königsklasse der Umformtechnik, die ist so filigran gebogen und gestanzt.“

„Wir haben konstruktiv die Lösung gefunden und uns auch fertigungstechnisch so weiterentwickelt, dass wir das Wissen in dem Reihenklemmenprojekt nur noch kombinieren mussten“, so Stoll weiter.

Knifflig war auch die Gestaltung des Kunststoff-Hebels. Der Hebel musste so gestaltet werden, dass möglichst wenig Reibung auftritt und er trotzdem verrastet.

Sinn macht die Entwicklung überall dort, wo der Gerätehersteller einen Mehrwert dadurch schaffen kann, dass er einen Hebel auf seinem Gerät hat. Das ist bei der Feldanschlusstechnik der Fall. Hohorst erwartet ein überproportionales Marktwachstum bei den Reihenklemmen mit Hebel, obwohl die Lösung preislich etwa 20% höher als herkömmliche Klemmen liegt.

Hannover Messe Halle 11 - C72.

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