Schwimmende Solarfolie schützt Wasserreserven vor Verdunstung

| Redakteur: Julia Schmidt

Continental hat die weltweit erste schwimmende Solarfolie auf Zypern installiert und schützt damit das gesammelte Wasser in einem Reservoir in der Region Limassol zuverlässig vor Verdunstung und ungewollter Verschmutzung. Gleichzeitig erzeugen die auf der Spezialfolie integrierten Photovoltaik-Module elektrischen Strom aus nachhaltiger Sonnenenergie.
Continental hat die weltweit erste schwimmende Solarfolie auf Zypern installiert und schützt damit das gesammelte Wasser in einem Reservoir in der Region Limassol zuverlässig vor Verdunstung und ungewollter Verschmutzung. Gleichzeitig erzeugen die auf der Spezialfolie integrierten Photovoltaik-Module elektrischen Strom aus nachhaltiger Sonnenenergie. (Bild: Continental AG)

Continental hat auf Zypern erstmals Spezialfolien mit integrierten Photovoltaik-Modulen installiert, die vor Verdunstung schützen und gleichzeitig Solarstrom produzieren. Ihr Einsatzpotenzial sehen die Entwickler vor allem für die Wasserversorgung in heißen Ländern und in der Nähe von Flughäfen

Continental hat die weltweit erste schwimmende Solarfolie auf Zypern installiert und schützt damit das gesammelte Wasser in einem Reservoir in der Region Limassol vor Verdunstung und ungewollter Verschmutzung. Gleichzeitig erzeugen die auf der Spezialfolie integrierten Photovoltaik-Module elektrischen Strom aus nachhaltiger Sonnenenergie. Diese wird für Pumpenanlagen genutzt, die das Wasser befördern.

An dem Konzept des neuartigen Systems arbeiteten neben Ingenieuren und Innovationsmanagern der Continental auch Wassermanager, Spezialisten für Hochspannung, Photovoltaikhersteller sowie verschiedene wissenschaftliche Institute. „Auf unserem Planeten ist die Nachfrage nach einer netzunabhängigen Wasser- und Stromversorgung massiv, vor allem in trockenen Regionen. Innovationen wie diese generieren mehr landwirtschaftliche Erzeugnisse und sichern wirtschaftliche Existenzen“, erklärt Hans-Jürgen Duensing, verantwortlich für die Division ContiTech.

Autarke Strom- und Wasserversorgung

Trink-, Prozesswasser sowie Stromversorgung sind wesentliche Elemente sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung: für die Landwirtschaft, die hygienischen Bedingungen, gewerbliche Initiativen und langfristig für schulische sowie praktische Ausbildung. Die neue Solarfolie ermöglicht den Transport von Wasser über autark betriebene Pumpstationen und Becken auch in abgelegene Regionen. Dazu kommt die Selbstversorgung mit Sonnenenergie in Gebieten ohne nennenswerten Zugang zu anderen Energiequellen.

„Bisher gab es keine Systeme, die konsequent Wasserschutz mit klimaschützender Energiegewinnung verbinden. Die schwimmende Solarfolie kompensiert auf einfache Weise mangelhafte Wasser- und Stromversorgung und sorgt über eine Jahrzehnte UV-Licht beständige Folie für eine geringere Algenbildung im Wasser“, erläutert Tobias Haarburger, im Continental-Konzern verantwortlicher Treiber für diese Innovation, die Potenziale und den Nutzen des Systems. Diese Installation hat weltweit Potenzial für staatliche wie private Wasserversorgung in heißen Ländern, beispielsweise in Afrika oder in der amerikanischen Mojave-Wüste südlich von Las Vegas.

Spezialfolien mit Photovoltaik-Modulen schützen auf Zypern vor Wasserverdunstung

Gemeinsam mit der zentralen zypriotischen Wasserbehörde hat Continental die weltweit erste schwimmende Solarfolie in der Region Limassol im Süden von Zypern installiert. Das Wasserreservoir hat eine Größe von 6.500 Quadratmetern, ist 4,50 Meter tief und wurde vollständig von der funktionalen Folie abgedeckt. „So verdunstet das gespeicherte Wasser nicht, das zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung genutzt wird“, ergänzt der studierte Anlagenbauingenieur und Experte für Wasseraufbereitung Haarburger. In einem ersten Schritt wurden im März 80 Photovoltaik-Module mit einer Leistung von 20kWp auf die Folie aufgebracht. Rund 700 weitere Elemente folgen in einer zweiten Phase. Bei der eingesetzten Folie handelt es sich um einen dreilagigen, semiflexiblen Schichtstoff aus PVC, der begehbar und über Jahrzehnte UV-Licht beständig sein soll. Auf dem Wasserspeicher sind zusätzlich Tauchpumpen aus Deutschland installiert, die in der Lage sind, das Regenwasser auf der Oberfläche abzupumpen.

Das Produkt soll sich durch den hohen Grad der Vorfertigung einfach installieren lassen, verspricht Continental. So genügt zum Ausheben der Becken ein Bagger. Aufwändige Betonierung und große Baustellen entfallen. Die Bahnen sind bis zu 1,80 breit, können einfach verlegt und miteinander verbunden werden. Die reißfesten Folien sind begehbar, sodass Wartungsarbeiten mühelos durchzuführen sind. Außerdem sind sie robust gegenüber Wind und Sand. Das System hat laut Hersteller eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten.

Anwendung finden derartige Anlagen auch zum Abdecken von Wassersammelbecken in der Nähe von Flughäfen. „Vogelschwärme, die auf den meist künstlich angelegten Teichen rasten, würden so den naheliegenden Flugverkehr nicht beeinträchtigen“, erklärt Haarburger einen weiteren Zusatznutzen. Darüber hinaus wird die Qualität des gespeicherten Wassers verbessert, da das Algenwachstum unterbunden wird. Algen können dann keine Siebe oder Filter verstopfen. Außerdem wird eine mögliche Geruchsbelästigung vermieden, denn Fermentierungs- bzw. Gärungsprozesse können nicht mehr stattfinden.

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