Verbindungstechnik

Schwere Steckverbinder aus Kunststoff und Metall sparen bis zu 80 Prozent Varianten

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Bajonett-Kabelverschraubung reduziert Varianz

Beide Gehäuseserien – also Kunststoff und Metall - besitzen einen schrägen und einheitlichen Bajonett-Anschluss. So verdoppelt sich nicht bei jeder neuen Kabelverschraubung jedes Mal das gesamte Gehäuseprogramm. Auch der schräge Kabeleingang bei den Tüllengehäusen, bei dem die Kabelabgangsrichtung seitlich und gerade eingestellt werden kann, reduziert die Varianten-Bildung (Bild 2).

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Die Kabelverschraubungen der Aluminium-Serie mit den Klemmbereichen von M20 bis M40 lassen sich mit einer 45°-Drehung bequem von Hand entweder zur Seite oder nach oben auf die Tüllengehäuse montieren. Die Demontage erfolgt mittels Schraubendreher. Die seitliche Stahlfeder, über welche die Kabelverschraubung beim Andrehen selbsttätig verriegelt, sorgt auch für eine normgerechte elektrische Erdung zum Gehäuse (Bild 3).

Der große Kabeleinlass erleichtert zudem die Konfektionierung steifer Kabel, denn die Kabelverschraubung kann auch nachträglich montiert werden. Nicht das ganze Kabel, sondern nur die Adern müssen dann gebogen werden. Die Kabelabgangsrichtung am Stecker kann auch noch nachträglich vor Ort auf die jeweiligen Anforderungen eingestellt werden. Auf diese Weise erhöht sich die Flexibilität in der Anwendung erheblich.

Bei der Kunststoffserie ist das Prinzip des Bajonett-Verschlusses ähnlich. Angeschlossen werden kann ebenfalls von Hand – zur Demontage werden jedoch Gabelschlüssel oder Rohrzange benötigt.

Durchgängig kompatibel mit marktgängigen Gehäusen

Mit ihrer leitfähigen Oberfläche und ihren leitfähigen Dichtungen sind die Metallgehäuse auch für EMV-Anwendungen prädestiniert. Zum Produktprogramm gehören Standard-Kabelverschraubungen ohne Schirmanbindung sowie EMV-Ausführungen mit integriertem Schirmkorb. Je nach Störschutz-Anforderung können die Standard-Metallgehäuse mit den marktgängigen Gehäusen anderer Anbieter kombiniert werden.

Die Kunststoffgehäuse haben auf der Innenseite patentierte Metall-Inlays, die für den voreilenden PE-Kontakt sorgen, den die Norm DIN EN 61984 vorschreibt. So können die Aluminiumgehäuse mit den Kunststoffgehäusen kombiniert werden (Bild 4).

Die Anbau- und Sockelgehäuse passen für die marktüblichen Montagemaße und Wandausschnitte – wie etwa Rittal sie nutzt. Feste und modulare Kontakteinsätze sowie Klemmenadapter können problemlos eingesetzt werden. Die beste Störfestigkeit wird erzielt, wenn Tüllengehäuse, Unterbaugehäuse und entsprechende EMV-Kabelverschraubungen aus der gleichen Serie kombiniert werden.

Bajonett-Kabeleingang führt zu 80 Prozent weniger Varianten

Hauptgrund für die Varianten-Reduzierung bei Heavycon Evo ist der schräge Bajonett-Kabeleingang. Bei einem Tüllengehäuse, das es sonst mit geraden und seitlichen Kabelabgängen sowie mit den Verschraubungsgrößen M20 bis M40 gibt, werden jetzt acht Varianten durch eine einzige ersetzt. Bei den Kupplungsgehäusen, die üblicherweise nur über gerade Kabeleingänge verfügen, lassen sich vier Varianten einsparen.

Die Anbaugehäuse haben keine Kabeleingänge, und bei den Sockelgehäusen liefern die Blomberger für den zweiten Kabeleingang stets eine Blindkappe mit, um auch hier die Artikel-Varianz zu halbieren. In der Summe ergibt sich also – rein rechnerisch - ein Einspar-Potential über alle Varianten hinweg und bezogen auf die marktüblichen grauen pulverbeschichteten Aluminiumgehäuse von circa 70%.

Um die Variantenbildung noch weiter zu reduzieren, werden die neuen Steckverbinder-Gehäuse aus einer besonders korrosionsbeständigen Legierung aus Aluminium-Druckguss gefertigt – auf die übliche Pulverbeschichtung wird dabei verzichtet. Berücksichtigt man alle Faktoren, kommt man auf eine Reduktion der Variantenvielfalt von 80%.

* Jens Andresen ist Produkt-Manager Industriesteckverbinder bei Phoenix Contact in Blomberg.

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