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Qualitätssicherung Schutzlackinspektion mit erweitertem Prüfumfang für Baugruppen

| Redakteur: Gerd Kucera

Nicht nur bei sicherheitsrelevanten Bauteilen und Baugruppen können Materialschwäche oder Produktionsfehler fatale Folgen haben. Die 100%ige Fehlererkennung ist daher Pflicht und Aufgabe von Inspektionssystemen. Viscom hat den Prüfumfang des Systems S3088 CCI erweitertert.

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Volker Pape, Viscom: „Unser Ziel ist das fehlerfreie Produkt beim Kunden und die effiziente Prozessregelung.“
Volker Pape, Viscom: „Unser Ziel ist das fehlerfreie Produkt beim Kunden und die effiziente Prozessregelung.“
(Bild: Viscom)

100%ige Fehlererkennung ist das Ziel für die industrielle Bildverarbeitung, etwa mittels Inspektionssystemen. Das Unternehmen Viscom beispielsweise wurde 1984 gegründet und gehört zu den Pionieren der industriellen Bildverarbeitung. Mit rund 300 Mitarbeitern und der Kernkompetenz Baugruppeninspektion ist Viscom ein wichtiger Partner zahlreicher Unternehmen in der Elektronikfertigung.

Auf der electronica 2014 zeigt der Hannoveraner Bildverarbeitungsspezialist in Halle A1 am Stand 217 das Inspektionssystem S3088 CCI (Conformal Coating Inspection), das den Schutzlack auf elektronischen Baugruppen prüft. Viscom bietet diesen Prozessschritt nun mit erweitertem Prüfumgang an. Ab sofort kann das System auch mit geneigten Kameras für die sichere Inspektion zwischen Bauteilen ausgestattet werden. Darüber hinaus ist der Lack schon vor dem Durchhärten auf Fehlstellen kontrollierbar.

Transparenter Schutzlack bewahrt elektronische Baugruppen vor Schäden durch Feuchtigkeit und Nässe. Typische Fehler, die hier in der Schutzlackierung auftauchen können, sind z.B. Risse, Fehlstellen, zu dünne oder zu dicke Schichten, Verschmierungen, Verunreinigungen oder Spritzer.

„Unser Inspektionssystem S3088 CCI überprüft die ganze Bandbreite an Fehlermerkmalen schnell und zuverlässig“, konstatiert Firmenmitgründer Volker Pape, „das System arbeitet mit effizienter ultravioletter Beleuchtung, die den UV-sensitiven Schutzlack gut zum Hintergrundmaterial kontrastieren lässt. Mit den entsprechend spektral empfindlichen Kameras ist das System in der Lage, die Ausprägung des Lacks klar zu erkennen.“

Bei einer Auflösung von 11,7 oder 23,5 µm/Pixel sind auch kleinste Fehlstellen eindeutig sichtbar. Das System identifiziert diese Fehlstellen und klassifiziert sie als Fehler. Gleichzeitig werden verschiedene Indikatoren ermittelt, die zur Optimierung des Coating-Prozesses genutzt werden können. So stellt das Inspektionssystem sicher, dass die IPC-CC-830-Richtlinie zur Qualifizierung und Leistung elektrischer Isoliermasse für Leiterplatten eingehalten wird.

„Mit der Möglichkeit, das System mit geneigten Kameras auszustatten, erlaubt es nun auch die Zwischenräume zwischen den Bauteilen sicher auf Fehlstellen zu überprüfen“, betont Pape, „darüber hinaus ist eine Qualitätskontrolle mit der Nassprüfung möglich. Hierbei wird neben der Anpassung der Prüfung das System entlüftet und gegen Lösungsmittel und Feuchtigkeit gesichert. Dieses Feature wird vom Markt stark nachgefragt und ermöglicht die optische Inspektion vor dem Durchhärten des Lacks. So sind Fehler schon in einem frühen Stadium erkennbar."

Durch flexible Algorithmen ist das System schnell an unterschiedliche Schutzlacke adaptierbar. Einfache Prüfprogramme sind in wenigen Minuten erstellt. Das Prüfsystem S3088 CCI arbeitet mit der SI-Inspektionssoftware von Viscom und bietet die gleiche Bedienoberfläche und Prüfprogrammerstellung wie andere Inspektionssysteme aus dem Viscom-Portfolio. Auf dieser Grundlage lassen sich z.B. Traceability-Konzepte und Sonderprüfungen, wie das Lesen von Etiketten mit Data Matrix Code (DMC), realisieren. Das System ist damit einfach in Produktionsleitsysteme (MES) integrierbar.

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