Eine Chance für die Bildung

Schreiben und Rechnen lernen ohne Stifte?

| Redakteur: Gerd Kucera

Jeder einzelne Stift transportiert weit mehr als den Materialwert
Jeder einzelne Stift transportiert weit mehr als den Materialwert (Bild: Initiative Stifte stiften)

Solartaschenrechner gibt es als Werbemittel schon ab 1 €; in vielen Regionen Afrikas aber ist selbst ein einfacher Taschenrechner nur schwer bezahlbar. Und viele Grundschulkinder Afrikas haben nicht einmal Stifte oder Papier für den Unterricht.

Bildung für alle - das hatten die Vereinten Nationen im Jahr 2000 sich vorgenommen. Bis 2015 wollten sie dieses Ziel erreichen. Zwar sinkt die Zahl derer ohne jegliche Schulbildung, aber viel zulangsam. So wird der Plan wohl scheitern. Etwa jedes dritte Kind in den Ländern südlich der Sahara besucht heute keine Schule. Weltweit sind es laut aktuellem Unesco-Bericht 72 Mio. Kinder, die nicht in eine Schule gehen können. Viele der Familien sind einfach zu arm, um sich Schulmaterial für ihre Kinder leisten zu können.

Bunte Stifte machen stolz und fördern die Bildung

Als in Béma zwei Koffer ankamen und geöffnet wurden, war es beim Anblick so vieler bunter Stifte erst einmal still unter den Kindern. Dann siegte die Neugier. Mädchen staunten über Glitzerstifte, Jungs über Radiergummis im Fußball-Format. Jeder hatte schnell seinen Lieblingsstift gefunden.

Es war kurz vor den Sommerferien 2010 als aus der Idee, ein paar Stifte für afrikanische Kinder einer Grundschule in Béma Burkina Faso zu sammeln, die ganz konkrete http://www.stifte-stiften.de/Mitmachen.htmlHilfsaktion „Stifte stiften“ wurde.

„Eher nur schwer vorstellbar , aber weitläufig die Realität, ist die Tatsache, dass viele Kinder in den Weiten Afrikas weder Buntstifte zum Malen noch einen Bleistift zum Schreiben haben“, informiert Heidi Jarosch, die Leiterin des http://www.stifte-stiften.de/index.htmlProjektbüros Stifte stiften, „sie sitzen in der Schule an leeren, grauen Holztischen - ohne Buch, ohne Schreibpapier. Wie schwer mag es ihnen fallen, das Gehörte zu verarbeiten? Die Resonanz auf unsere Bitte, einfach mal in den Schubladen zu Hause nachzuschauen, ob sich dort Bleistifte, Buntstifte, Kugelschreiber, Radiergummis finden, die sich auf die Reise nach Afrika freuen, war überwältigend - und wir können jeden Stummel gebrauchen.“

Auch Solartaschenrechner, Lineale, Schulranzen, Schreibblöcke und -Hefte, Bastelscheren, Mäppchen und Anspitzer sind wertvolle Artikel. „Jeder kann mitmachen“, sagt Heidi Jarosch, „es ist ein einfaches Projekt. Und jeder einzelne Stift transportiert weit mehr als den Materialwert.“

Die Initiative „Stifte stiften“ wurde von der 1-2-3 Kinderfonds Stiftung ins Leben gerufen. Diese Münchner Organisation unterstützt Aktivitäten, die Kindern in schwierigen Verhältnissen Freude bereiten und sie auch über Ländergrenzen hinweg im Lachen vereinen. Viele Menschen helfen ehrenamtlich beim Sammeln, Organisieren und Transportieren.

Aufräumen, einpacken und nach Rottenburg schicken

Die großen Ferien sind nun zu Ende und hier oder dort steht ein nicht mehr so cooler Schulranzen herum. Der alte Solartaschenrechner hat ausgedient, jetzt gibt es einen mit wissenschaftlichen Funktionen. Die Messe ist vorbei, das Logo erneuert, eine Schachtel voller Stifte und Lineale der vergangenen Aktion ist übrig. Fragen Sie doch mal im Vertrieb oder bei der Öffentlichkeitsarbeit nach, ob im Lager Altbestände verstauben. Helfen Sie einfach mit, gebrauchte Stifte und Schulmaterialien für Schulen in Afrika zu sammeln. Schicken Sie es an Heidi Jarosch von „Stifte stiften“, Röntgenstr. 15, 72108 Rottenburg (oder schreiben Sie an info@stifte-stiften.de).

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Das gesammelte Material wird im Projektbüro auf Funktion getestet und mit Hilfe eines Partners nach Afrika verschifft. Dort holen Helfer die Kisten ab und verteilen alles an die Schulen. „Vor Ort arbeiten wir mit Menschen zusammen, die Land und Leute kennen“, erklärt Heidi Jarosch, „oft sind das kleinere Vereine oder Einzelpersonen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Hilfsmaterial in den Schulen Afrikas ankommt, und zwar dort, wo es es dringend gebraucht wird. Viele Menschen helfen ehrenamtlich beim Sammeln, Organisieren und Transportieren.“

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