Gastkommentar

Schnelles Internet im schnellen Zug – eine Utopie?

| Autor / Redakteur: Joachim Dressler* / Kristin Rinortner

Joachim Dressler: Arbeitet als Vice President EMEA Sales bei Sierra Wireless.
Joachim Dressler: Arbeitet als Vice President EMEA Sales bei Sierra Wireless. (Bild: Sierra Wireless)

Emails checken, Filme ansehen oder im Internet surfen – all das ist im ICE in manchen Gegenden noch kein Vergnügen, denn es fehlt oft eine stabile WLAN-Versorgung.

Bei der Bereitstellung von schnellem Internet im Zug besteht die Herausforderung darin, bei hoher Geschwindigkeit immer über genügend Bandbreite von einem oder mehreren Netzbetreibern in den Verteilrouter zu verfügen, wobei jeder Anbieter eine unterschiedliche Abdeckung stellt. In einigen Regionen ist nur das Signal von T-Mobile zu empfangen, in anderen das von Vodafone.

Im ICE kommt derzeit nur ein einziger Betreiber zum Einsatz. Zudem nimmt die Leistung in einem 3G-Netz mit zunehmender Fahrgeschwindigkeit drastisch ab und mehrere Passagiere müssen sich die Bandbreite teilen. Hierfür ist LTE besser geeignet. Neben flächendeckenden Zellen entlang der Strecken liefert LTE Bandbreiten, die den Bedarf zu jeder Zeit auch bei hoher Geschwindigkeit decken können.

Weiterhin wird eine reibungslose Datenübertragung in Zügen dadurch beeinträchtigt, dass das Internetangebot für die Reisenden sich im ICE auf ein 3G-Modem ohne eine Option für Aggregation beschränkt. Obwohl Dual Sim integriert ist, stellt es auf die andere SIM um, sobald das maximale Datenvolumen auf der ersten SIM erreicht ist.

Eine Lösung wäre die Bündelung mehrerer Mobilfunkbetreiber, die Router für Bahnen entwickeln, einbauen und betreiben, die mehrere Netzwerke verbinden und sich in mehrere Netze gleichzeitig einbuchen können. Diese Lösungen integrieren bis zu vier Modems und acht SIM (Moovbox 340) von verschiedenen Providern und schaffen damit einen höheren Datendurchsatz und Verbindungssicherheit.

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