Schmerzgrenze überschritten – EMS-Firmen müssen Gewinne erwirtschaften

| Redakteur: Johann Wiesböck

Dieter Weiss, in4ma: „Ein konsequentes Management arbeitet nicht mit Deckungsbeitragsrechnung sondern mit Vollkosten.“
Dieter Weiss, in4ma: „Ein konsequentes Management arbeitet nicht mit Deckungsbeitragsrechnung sondern mit Vollkosten.“ (Bild: Rainer Schoppe)

Knapp 80 Seiten stark ist die zweite Revision der „EMS Bilanzauswertungen“ von Dieter Weiss. Der Branchenkenner hat darin 1700 EMS-Firmen in Deutschland und Europa über mehr als drei Jahre analysiert.

EMS-Experte Dieter Weiss von in4ma kennt sie alle mit Firmensitz, Zugehörigkeit, Pro-Kopf-Umsatz. Seine Datenbank zählt 1724 EMS-Firmen in Europa sortiert nach Umsatzgruppen von XXL mit mehr als 100 Mio. € Jahresumsatz bis XXS mit weniger als 2 Mio. €. Seit 13 Jahren erarbeitet der Marktbeobachter die aktuellen Produktionszahlen der EMS-Hersteller in Deutschland, Österreich und der Schweiz und seit drei Jahren für ganz Europa. Alle EMS-Firmen bringen es weltweit auf ein Produktionsvolumen von 35,26 Mrd. €, davon knapp 18 Mrd. € in West-Europa.

Diese und viele weitere Zahlen und Erkenntnisse aus seiner „EMS Bilanzauswertungen“ stellte Dieter Weiss diesen Herbst auf einem EMS-Workshop in München gut 84 EMS-Managern und Branchenvertretern vor. Demnach ist die EMS-Industrie in Deutschland 2017 um ca. 3,1% gewachsen. Das gesamte Produktionsvolumen stieg damit für 2017 auf ca. 6.345 Mio. € (2016: 6.157 Mio. €). Die Berechnung basiert auf den Umsatzmeldungen der EMS-Industrie mit 56% des Produktionsvolumens in Deutschland sowie der Hochrechnung der Nichtmelder und Bilanzen.

Komplette Übersicht aller EMS-Firmen in Europa

Seit vier Jahrzehnten ist Dieter Weiss in der Elektronikindustrie tätig, zuletzt selbst als Unternehmer in der Leiterplatten-Zuliefererindustrie. Sein Ziel: eine komplette Übersicht der in Europa ansässigen EMS-Firmen erstellen. Weiss will Transparenz schaffen und den Firmen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Fernost. Beides ist dringend notwendig. Der EMS-Branche droht ein ähnlicher Verdrängungsprozess wie in der Leiterplattenindustrie. In den vergangenen 30 Jahren sind mehr als 1200 Leiterplattenhersteller in Europa vom Markt verschwunden.

Eine einheitliche Zukunftsstrategie für alle EMS gibt es nicht, aber genaue Zahlen zum Markt helfen bei der Positionsbestimmung und Analyse der eigenen Stärken und Schwächen. „Die Studie EMS Bilanzauswertungen ist die ideale Vorlage zum firmeninternen Benchmark und hilft realistische Unternehmensziele zu setzen“, wirbt Weiss.

Darin enthalten ist die Entwicklung der EMS-Unternehmen nach Umsatzklassen, Mitarbeiterentwicklung und Pro-Kopf-Umsätze, der Prozentsatz der Firmen mit Umsatzrückgang, die Entwicklung von EBIT und Netto-Gewinn von 2013 bis 2016, die Verteilung der Eigenkapital-Quote, Eigenkapital-Rendite und Gesamtkapital-Rendite nach Umsatzklassen.

Die EMS-Firmen müssen Gewinne erwirtschaften

Sowohl die Personal- als auch die Materialkosten sind nach Umsatzgruppen analysiert und die Abhängigkeit der Summe dieser beiden Kostenarten vom Unternehmensergebnis grafisch dargestellt. „Leider haben fast ausnahmslos alle EMS-Unternehmen mit Verlusten in der Summe von Material-und Personalkosten die Schmerzgrenze von 90% deutlich überschritten“, konstatiert Weiss und mahnt: „Die EMS-Firmen müssen Gewinne erwirtschaften!“

Fakt ist. Erstens: Die Fertigungstiefe der Firmen erhöht sich, damit das erforderliche Investitionsvolumen. Zweitens: Die großen EMS wachsen schneller als die kleinen EMS-Firmen und erhöhen ihren Marktanteil. Drittens: Der Preisdruck bleibt erhalten bzw. vergrößert sich. Aktuelles Beispiel Allokation. Nimmt man an, dass die passiven Bauelemente an, im Schnitt 3% der Materialkosten ausmachen, dann reduziert sich bei einem Materialanteil am Umsatz von 70% und einer Preiserhöhung von 100% der EBIT um 2,1%

Die in4ma-Studie „EMS Bilanzauswertungen“ Rev. 2, September 2018 ist als PDF-Datei erhältlich via www.in4ma.de. Der Preis beträgt 960€ plus MwSt. Weitere Reports finden Sie unter www.in4ma.de/Reports. Einen aktuellen Pressespiegel von in4ma mit zahlreichen Veränderungen in der Branche können Sie ebenfalls als PDF herunterladen (siehe „Artikelfiles“ unten) oder auf www.in4ma.de kostenlos abonnieren.

Treffen Sie Dieter Weiss auf dem 17. EMS-Tag

Den EMS-Experten Dieter Weiss können Sie wieder auf dem 17. EMS-Tag am 4. Juli 2019 in Würzburg hören und treffen. Er ist ein leidenschaftlicher Kämpfer für eine starke EMS-Branche in Deutschland und Europa. Wer seine Zahlen und Ratschläge ernst nimmt, senkt das eigene Risiko und ergreift Chancen konsequenter.

Wenn Sie sich als Referent oder Teilnehmer oder Aussteller/Sponsor für den 17. EMS-Tag interessieren, dann können Sie sich bereits jetzt hier vormerken lassen. Oder Sie wenden sich direkt an den Veranstalter via johann.wiesboeck@vogel.de, Tel. +49 93141-83081.

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