Suchen

VDMA-Studie Schlüsseltechnologie Photonik birgt herausragende Erfolgsaussichten

Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Licht-Technologien bieten großes Wachstums- und Innovationspotential, wie zwei neue Studien des VDMA und von Photonics21 zeigen. Starke Kernbereiche, stattliche Wachstumsraten weit über dem Bruttoinlandsprodukt und hohe Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sprechen für erfolgreiche Aussichten bis zum Jahr 2020.

Firmen zum Thema

Wissenschaftler bei einem Laserversuch: die deutsche Photonik-Industrie ist auf einem Hervorragenden Wachstumskurs. In Deutschland haben die Photonik-Unternehmen im Jahr 2016 insgesamt 31 Milliarden Euro erwirtschaftet. In Sachen Exporte ist der europäische Raum hinter China Photonik-Weltmarktführer.
Wissenschaftler bei einem Laserversuch: die deutsche Photonik-Industrie ist auf einem Hervorragenden Wachstumskurs. In Deutschland haben die Photonik-Unternehmen im Jahr 2016 insgesamt 31 Milliarden Euro erwirtschaftet. In Sachen Exporte ist der europäische Raum hinter China Photonik-Weltmarktführer.
(Bild: LPKF)

Die Schlüsseltechnologie Photonik ist ein Garant für Wachstum – dies belegen zwei neue komplementäre Marktstudien des VDMA und der Europäischen Technologieplattform Photonics21. Seit 2005 ist die Photonik-Industrie etwa doppelt so schnell gewachsen wie das nationale und globale Bruttoinlandsprodukt, durchschnittlich um 6 bis 7 Prozent jährlich. Auch die führenden Weltmarktpositionen in den Photonik-Kernbereichen ließen sich für Europa und Deutschland behaupten. Die Forschungsquote von fast 10 Prozent des Umsatzes unterstreicht das Innovationspotenzial der Photonik. Die aktuellen Branchendaten werden gemeinsam von Photonics21 und dem VDMA zum Start der Messe Laser World of Photonics 2017 in München vorgestellt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Photonik wächst schneller als das weltweite BIP

Der Weltmarkt Photonik ist laut Photonics21 und VDMA von 228 Milliarden Euro (2005) über 350 Milliarden Euro (2011) auf 447 Milliarden Euro im Jahr 2015 gewachsen. Mit einer langfristigen Wachstumsrate von durchschnittlich 7 Prozent jährlich liegt diese mit etwa Faktor zwei über dem Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsproduktes. In Europa, inzwischen auf den zweiten Platz der Weltrangliste aufgestiegen, ist die Photonik-Produktion von 44,2 Milliarden Euro (2005) auf 69,7 Milliarden Euro (2015) angestiegen. Die europäische Photonik-Industrie hat somit im Schnitt um 4,6 Prozent pro Jahr zugelegt.

In Deutschland haben die Photonik-Unternehmen im Jahr 2016 insgesamt 31 Milliarden Euro erwirtschaftet. Davon entfallen allein über 11 Milliarden Euro auf die Photonik-Kernbereiche zur Industrieausrüstung. Somit konnte die deutsche Photonik-Industrie, ausgehend von 17 Milliarden Euro Volumen im Jahr 2005, um durchschnittlich 5,6 Prozent pro Jahr wachsen. Einen besonderen Einfluss auf die Entwicklung der Photonik nimmt die Photovoltaik-Industrie ein. Nachdem Rekordinvestitionen die Photovoltaik zunächst zum stärksten Wachstumstreiber der Photonik machten, führte der anschließend massive internationale Wettbewerb zu gedämpften Wachstum. Ohne diesen Sondereffekt wäre die Photonik seit 2005 sogar um durchschnittlich 6 Prozent in Europa bzw. 6,3 Prozent in Deutschland pro Jahr gewachsen.

Auch die Zukunftsaussichten der Photonik sind vielversprechend: bis zum Jahr 2020 erwartet die Studie des VDMA, dass die deutsche Photonik-Produktion um durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr auf insgesamt 39 Milliarden Euro ansteigen wird.

Deutsche Industrie in führender Weltmarktposition

Gut behaupten konnte die deutsche und europäische Photonik-Industrie ihre führenden Marktpositionen in den Kernbereichen Produktionstechnik (Lasermaterialbearbeitung, Lithografie), Bildverarbeitung und Messtechnik sowie Medizintechnik und Life Science. Sowohl Europa als auch Deutschland haben in diesen Bereichen traditionell Weltmarktanteile, die weit über dem Durchschnitt der Region liegen: in der Produktionstechnik liegt dieser für Europa bei 50 Prozent (rund 30 Prozent davon aus Deutschland), in der Bildverarbeitung und Messtechnik bei 35 Prozent (53 Prozent davon aus Deutschland) und in der Medizintechnik und Life Science beträgt der in Europa realisierte Anteil 28 Prozent (58 Prozent davon aus Deutschland).

Im Bereich Bildverarbeitung und Messtechnik konnte der Weltmarktanteil europäischer Firmen seit 2011 sogar um 2 Prozent gesteigert werden und die VDMA Studie belegt für die deutsche Industrie, dass dieser Bereich alleine im Jahr 2016 satte 9 Prozent Wachstum verbuchen konnte. Wesentliche Treiber sind die zunehmende Automatisierung und Flexibilisierung der Fertigung sowie die Umsetzung von Digitalisierungskonzepten im Sinne von Industrie 4.0.

(ID:44754834)