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Schlechte Zahlen: Osram leidet unter schwachem Automobilbau

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Die Krise im Automobilbau macht Osram weiter zu schaffen und trübt die Umsatzzahlen. Besser sieht es im Halbleitergeschäft aus und auch die Zahlen beim Mehrheitseigner AMS sehen gut aus.

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Das schwache Automobilgeschäft macht Osram zu schaffen und wirkt sich auf den Konzernumsatz aus.
Das schwache Automobilgeschäft macht Osram zu schaffen und wirkt sich auf den Konzernumsatz aus.
(Bild: Osram)

Die Krise im Automobilbau hat auch bei Osram tiefe Spuren beim Umsatz im dritten Quartal hinterlassen. Im Geschäftsbereich Automotive gingen die Erlöse um 35,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 282 Mio. Euro zurück. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 140 Mio. Euro. Auch im Vorjahreszeitraum hatte der Lichtkonzern bereits einen Verlust von 35 Mio. eingefahren.

Besser sieht es im Halbleitergeschäft bei Osram Opto Semiconductors aus. Hier sank der Umsatz um 19 Prozent auf 297 Mio. Euro. Das bereinigte Ebitda betrug 36 Mio. Euro. Der Free Cashflow war mit 24 Mio. Euro weiter positiv.

Letztes Quartal 2020 weiter unter Druck

Der Konzern hatte kürzlich schon vor einem Umsatzeinbruch im dritten Jahresviertel gewarnt. Die Erlöse knickten nach den aktuellen Zahlen auf vergleichbarer Basis um knapp 29 Prozent auf 606 Mio. Euro ein, während das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei minus 27 Mio. Euro lag. Ein Jahr zuvor hatten die Münchener noch ein operatives Plus von 58 Mio. Euro eingefahren.

Das letzte Quartal 2020 wird weiterhin stark von der Corona-Pandemie gezeichnet bleiben. Die Zahlen in Asien erholen sich wieder sichtbar und die Produktionsstätten fertigen annähernd so viel wie vor dem Einsetzen der Pandemie. Die Konzern-Verantwortlichen blicken allerdings noch verhalten auf die Lage in Europa. Positiv: Der Vorstand sieht seine Maßnahmen auf gutem Weg, die im Juni angepasste Jahresprognose zu erfüllen.

Wie es bei AMS läuft

Der Osram-Mehrheitseigner AMS hat trotz der Corona-Krise das umsatzstärkste zweite Quartal seiner Geschichte verbucht und sich in der Gewinnzone gehalten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Erträge um 13 Prozent auf 418 Mio. Euro, wie der österreichische Sensorspezialist am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn sackte allerdings um rund drei Viertel auf 5,4 Mio. Euro ab. Im ersten Quartal hatte AMS allerdings noch rote Zahlen geschrieben.

Für den österreichischen Sensor-Konzern lief der Consumer-Bereich gut, da das Unternehmen vor allem Sensoren für Smartphones produzieren. Bei der Übernahme von Osram hat AMS inzwischen seinen Anteil auf 71 Prozent gesteigert – und will ihn weiter erhöhen. Ziel sei es, in den kommenden Jahren ein deutlich profitables, gemeinsames Unternehmen zu schaffen. Eine engere Zusammenarbeit zwischen AMS und Osram soll unter anderem im Hinblick auf die Vorbereitung der künftigen Organisations- und Geschäftsstruktur erfolgen.

Mit Material von dpa

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