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Schau ich künftig in die Röhre, oder geh ich gleich in die Luft?

| Autor: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Wieder einmal Stillstand: „Stau am Mittleren Ring“ dröhnt es aus dem Autoradio. Das braucht man mir nicht extra zu sagen – schließlich stecke ich ja mittendrin, in diesem Schlamassel: Nichts geht voran!

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Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Der innerstädtische Verkehr wird immer dichter. In Zukunft sind neue Mobilitätskonzepte gefragt – etwa Flugtaxis.“
Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Der innerstädtische Verkehr wird immer dichter. In Zukunft sind neue Mobilitätskonzepte gefragt – etwa Flugtaxis.“
(Bild: Volocopter)

Wie praktisch wäre es, wenn es Elon Musks Vision von einem verzweigten Tunnelnetz unter der Stadt schon gäbe: Dann würde ich einfach am Straßenrand auf einer Plattform anhalten, die mich wie ein Fahrstuhl in den Untergrund bringt, wo ich mich im Tunnel in den Verkehr einreihe und mit bis zu 200 km/h bis zu meinem Ziel fahre. Dort befördert mich eine Plattform samt Auto wieder an die Oberfläche, zurück in den normalen Straßenverkehr. Entstanden ist dieses Konzept im Rahmen des Hyperloop-Projekts, das eines Tages Passagiere mit nahezu Schallgeschwindigkeit durch eine evakuierte Röhre befördern soll, was den Flugverkehr deutlich entlasten würde.

Der Traum währt bereits über 100 Jahre

Eine andere Idee, Staus zu umgehen: einfach abheben. Wie schön wäre es doch, einen Stau zu überfliegen! Schon vor über 100 Jahren wurde das Flugauto erdacht: 1917 stellte der Luftfahrtpionier Glenn Curtiss ein Flugauto vor. Zwar konnte das Autoplane kurzzeitig abheben, doch flugfähig war dieser Prototyp nicht.

Mittlerweile arbeiten mehrere Firmen an fliegenden Autos. Das holländische Unternehmen PAL-V etwa an einem fahrenden Gyrocopter, die Geely-Tochter Terrafugia möchte den elektrischen Senkrechtstarter TF-2A auf den Markt bringen und das slowakische Aeromobil 2025 den Senkrechtstarter 5.0 VTOL.

Flugtaxis sind heute keine Utopie mehr. Sie könnten per App angefordert werden und bringen Passagiere im urbanen Bereich ans gewünschte Ziel – und zwar schneller und preisgünstiger als ein Taxi auf vier Rädern. Anfangs sollen diese zwar noch von einem Piloten gesteuert werden, aber an autonom fliegenden Systemen wird auch schon gearbeitet.

Und ich ... stehe noch immer im Stau am Mittleren Ring und schaue ganz schön in die Röhre. Es ist zum in die Luft gehen!

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Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem ELEKTRONIKPRAXIS Sonderheft "Automotive & Transportation" 2020. Wie weit sind Flugtaxis von der Einsatzreife entfernt? Welche technische Hürden müssen moderne Automotive-Entwickler überwinden? Welche Schlüsseltechnologien und Mobilitätskonzepte machen Automobil- und Transportbranche fit für die Zukunft? Diese und weitere Themen behandelt unsere Sonderausgabe, die für registrierte ELEKTRONIKPRAXIS-Leser kostenlos online bereitsteht.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.