Gehäuse & Schränke Schaltschrank fit gemacht für extreme Einsätze

Autor / Redakteur: Hans-Robert Koch * / Kristin Rinortner

Mit der Schutzart NEMA-4/4x eignet sich das Einzelschranksystem SE 8 jetzt auch für extreme Einsätze. Er schützt Betriebsmittel vor windgetriebenem Staub, Regen, Spritz- und Strahlwasser sowie Eis.

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Einzelschranksystem: Wenn fest steht, dass ein Einzelschrank ausreicht, ist der SE 8 dank gleicher Technik eine Alternative zu Anreihsystemen.
Einzelschranksystem: Wenn fest steht, dass ein Einzelschrank ausreicht, ist der SE 8 dank gleicher Technik eine Alternative zu Anreihsystemen.
(Bild: Rittal)

Der Schranktyp SE 8 von Rittal verfügt serienmäßig über die Schutzart NEMA 12. Die optionale NEMA-4/4x-Ausführung bietet eine erhöhte Schutzfunktion gegen windgetriebenem Staub, Regen, Spritz- und Strahlwasser sowie Schutz vor Beschädigung durch äußere Eisbildung. Elektrische und elektronische Betriebsmittel in Schaltschränken sind somit auch unter anspruchsvollen Bedingungen sicher geschützt.

Da Schaltschränke von Rittal weltweit unter unterschiedlichsten Bedingungen zum Einsatz kommen, gelten höchstmögliche Qualitätsansprüche. Schutzartprüfungen, bei denen getestet wird, inwieweit Einflüsse von außen wie Fremdkörper und Wasser in Schaltschränke eindringen können, spielen dabei eine wichtige Rolle.

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Sollen Gehäuse über die Grenzen Europas etwa im nordamerikanischen Markt eingesetzt werden, gelten nicht mehr die typischen IP-Schutzartklassen, die in Europa fester Bestandteil der Gehäusespezifikation sind, sondern die Klassifizierungen der NEMA (National Electrical Manufacturers Association).

Serienmäßig verfügt der Einzelschrank SE 8 über UL- und cUL-Approbationen sowie die Schutzart NEMA 12 (entspricht IP 55), die für den Großteil aller Anwendungen ausreichend ist.

Mit den optionalen Klassifizierungen
NEMA 4 (für Stahlblechschränke) und 4x (für Edelstahlschränke), die in etwa IP66 entsprechen, lässt sich der Einzelschrank jetzt auch bei extremen Anwendungen dank eines erhöhten Staub- und Wasserschutzes einsetzen.

Schutzarten UL, cUL, NEMA 12 und optional NEMA 4

Um diese Schutzart zu erreichen, wurde der Schrank u.a. einer Wasserstrahlprüfung unterzogen. Das Testverfahren (Hosedown Test), bei dem alle Spalten mit Dichtungen durch einen Wasserstrahl mit einem Durchfluss von über 240 l/min und einer Prüfzeit von 40 min/30 s (6 mm/s pro Dichtungslänge) auf Dichtigkeit geprüft wurden, bestätigte, dass kein Wasser unter vergleichbaren Bedingungen in den Schaltschrank eindringen kann.

Des Weiteren schließt das Testverfahren eine Prüfung des Staubschutzes, der Korrosionsbeständigkeit sowie des Schutzes vor Beschädigung durch äußere Eisbildung ein. Auch hier erfüllte der Schrank alle Anforderungen.

Um die NEMA-4/4x-Klassifikation zu erreichen, hat Rittal Modifikationen am Seriengehäuse vorgenommen. So wurden Tür und Rückwand zusätzlich mit einem Türrohrrahmen verstärkt und durch ein einteiliges Bodenblech mit umlaufender Dichtung im Bodenbereich des Schranks integriert (Bild 3).

Die Technik des Einzelschrankes im Detail

Im Gegensatz zu Anreihschränken mit Rahmengestell und abnehmbaren Seitenwänden ist der Korpus des Einzelschranks aus einem Stück Stahlblech gefertigt. Für den einfachen Zugang zum Schrank lässt sich die Rückwand abschrauben. Türen und Sockel sind aus dem Programm des Anreihschranks TS 8 übernommen.

Da die Schrankprofile für den Innenausbau mit denen der Serie TS 8 identisch sind, lässt sich das TS-8-Systemzubehör problemlos in den SE 8 einbauen. Speziell in großer Breite bietet der SE 8 hohe Einsparpotenziale (Bild 1). So lässt sich anstelle von zwei bis drei angereihten Schränken auch ein einzelner Schrank verwenden. Zusätzliche Montage- und Materialkosten für den Potenzialausgleich an Seitenwand und Dachblech entfallen.

Die Effizienz des Einzelschrankes in der Praxis

Welche Vorteile der serienmäßige SE 8 im Steuerungs- und Schaltanlagenbau grundsätzlich bietet, zeigt der Einsatz bei der Ripploh Elektrotechnik GmbH aus Ostbevern. Beim Einsatz von Einzelschränken als Standalone-Lösung, die zusammen mit Maschinen als Transporteinheit weltweit verladen und in rauen Umgebungen, etwa bei Müllpressanlagen für die Recycling-Industrie oder bei Holzpressen aufgestellt werden, kann der Anlagenbauer auf dieselbe Systemtechnik wie bei Anreihschränken zurückgreifen.

Identisches Zubehörprogramm für Einzel- und Anreihschrank

Da das Unternehmen aus Herborn das Einzelschranksystem SE 8 an seine bestehende Systemplattform TS 8 für Anreihschränke „angedockt“ hat, bestehen dieselben Ausbaumöglichkeiten wie bei klassischen Anreihsystemen (Bild 2).

„Der neue SE 8 Einzelschrank ist für uns sehr von Vorteil, da wir bei Standalone-Anwendungen das gleiche Zubehörprogramm wie bei den TS 8 Anreihschränken einsetzen können“, erklärt Andreas Ripploh, Geschäftsführender Gesellschafter von Ripploh.

„Unsere Mitarbeiter müssen somit nicht permanent umdenken, und damit ist eine riesige Fehlerquelle mit Kettenreaktion, die bei der Bestellung beginnen und über die Montage bis zum verspäteten Liefertermin reichen kann, ausgeschaltet“.

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Von Vorteil ist ebenfalls, dass sich das Knowhow des Anlagenbauers in Bezug auf Planung und Montage des TS-8-Systems direkt auf die SE-8-Einzelschränke übertragen lässt.

Da der Systembaukasten für den Innenausbau von SE 8 und TS 8 identisch ist, kann schon mit der Planung begonnen und erst danach festlegt werden, ob ein Einzelschrank oder ein Anreihschrank notwendig ist.

Einzelschrank als Alternative zum Anreihsystem

Jährlich verbaut der Anlagenbauer über 200 Einzelschränke der Serie SE 8. Der studierte Diplom-Ingenieur Ripploh ist sich sicher: „Wenn feststeht, dass die Anlage nicht erweitert wird und ein Einzelschrank ausreicht, ist der SE 8 dank gleicher Technik eine absolute Alternative zu Anreihsystemen – auch preislich gesehen“.

* Hans-Robert Koch arbeitet als Leiter Fachpresse bei Rittal in Herborn.

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