Sicherheit elektrischer Anlagen Schallkamera erkennt Teilentladungen bei Mittelspannungsanlagen

Gefährliche Teilentladungen bei Mittelspannungsanlagen lassen sich mit einer Schallkamera erkennen. Dabei wird das Sichtbild von einer Schallabbildung überlagert und Lecks werden sichtbar.

Anbieter zum Thema

Präzisions-Schallkamera: Gefährliche Teilentladungen bei Mittelspannungsanlagen werden erkannt und dank Schallabbildung mit dem Sichtbild überlagert.
Präzisions-Schallkamera: Gefährliche Teilentladungen bei Mittelspannungsanlagen werden erkannt und dank Schallabbildung mit dem Sichtbild überlagert.
(Bild: Fluke)

Bleiben Teilentladungen unentdeckt, nehmen Mittelspannungsanlagen schaden. Das führt nicht nur zu Risiken bei der Sicherheit und Effizienz, sondern hat auch finanzielle Risiken zur Folge. Hier ist eine ausreichende Wartung entscheidend. Nicht nur in Deutschland ist eine sichere und zuverlässige Energieversorgung entscheidend.

In den Niederlanden kümmert sich beispielsweise Alliander als größter Energienetzbetreiber um die Installation, Vermietung und Wartung für unterschiedliche Unternehmen: vom kleinen familiengeführten Mittelständler bis hin zum Hersteller von Elektrofahrzeugen und großen, multinationalen Unternehmen.

Keine Unterbrechung bei elektrischen Anlagen

Damit die Unternehmen ihren Energieverbrauch optimieren können, bietet Alliander Messequipment für die Energieversorgung. Die Tochter Kenter mit ihren 300 Mitarbeitern im Wartungsteam betreut in den Niederlanden mehr als 30.000 Kunden. Dabei spielt ein Messinstrument eine besondere Rolle: Das Handmessgerät ii910 Precision Acoustic Imager von Fluke. Kenter bietet einen 24/7-Wartungsservice für die Anlagen, die eine sichere und zuverlässige Stromversorgung für Kunden in den Niederlanden sicherstellt.

Der Service umfasst regelmäßige Wartungszyklen, die meist alle drei, fünf, sechs oder zehn Jahre stattfinden. Bei geplanten Wartungsarbeiten achtet Kenter darauf, eine Reihe von Arbeiten zu koordinieren, um Betriebsunterbrechungen zu minimieren. Dazu zählt auch das Überprüfen auf gefährliche Teilentladungen.

Elektrische Anlagen aus sicherer Entfernung scannen

Eine Teilentladung entsteht meist durch einen kleinen Defekt, der Tausende kleiner, sich wiederholender elektrischer Entladungen verursachen kann. Das Phänomen tritt oft bei der Isolierung von Hochspannungsleitungen, Transformatoren, Turbinen, Sammelschienen und im Inneren von Schaltschränken auf und beeinträchtigt die Energieversorgung aufgrund von mechanischen, thermischen und chemischen Schäden an Isolatoren und Leitern.

Bei Inspektionen von Isolatoren, Transformatoren, Schaltanlagen oder Hochspannungsleitungen muss die gefährliche Teilentladung schnell und frühzeitig erkannt werden. Wird eine Teilentladung nicht erkannt, führt das zu Stromausfällen, Bränden, Explosionen oder zu tödlichen Lichtbögen. Teilentladungen sind eine Gefahr für Mensch und Umwelt und die Ausfälle bedeuten für die betroffenen Unternehmen ein erhebliches finanzielles Risiko. Ein Geräteausfall kann pro Stunde schnell mehrere Millionen Euro kosten.

Schallkamera erkennt Teilentladung

Wartungstechniker können mit dem Messgerät ii910 Precision Acoustic Imager (Präzisions-Schallkamera) die elektrischen Anlagen eines Kunden während des Betriebs aus sicherer Entfernung schnell scannen und von Teilentladungen betroffene Bereiche sofort identifizieren. Um die Art der Teilentladung zu bestimmen, lässt sich das Bild sofort analysieren, so dass das Team eine entsprechende Wartung durchführen kann. Anwender profitieren von der Benutzerfreundlichkeit, Schnelligkeit und Genauigkeit des Tools , während die Kunden während der Wartungsarbeiten ohne Abschalten der Anlage weiterarbeiten können.

Für die Mitarbeiter von Kenter ist die Präzisions-Schallkamera Fluke ii910 ein wichtiges Werkzeug bei Wartung und Inspektion: Das bestätigt auch Martin Damen, Technical Engineering Manager bei Kenter: „Die Möglichkeit, eine komplette Anlage in einem Durchgang zu scannen, bedeutet für uns eine große Erleichterung, da wir so Teilentladungsprobleme schnell erkennen können.“ Sein Kollege Dirk Kwik, Teamleiter Service und Wartung bei Kenter, ergänzt dazu: „Unsere Techniker sind bestrebt, Probleme zu erkennen und Wartungsarbeiten so schnell und sicher wie möglich durchzuführen, um Störungen im Betrieb unserer Kunden zu minimieren und kostspielige ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden.“

Die Vorteile der Präzisions-Schallkamera

Bei einem Kunden hat Kenter mit der Schallkamera ii910 eine Teilentladung in der Schaltanlage ermittelt. Das Personal hatte das nicht bemerkt, da während einer zwischenzeitlichen Überprüfung kein auffälliger Geruch oder verdächtige Geräusche auftraten und außerdem keine Fehlfunktionen gemeldet wurden. Der Kunde war auch nicht bereit, den Betrieb für eine Bewertung mit einem Oszilloskop abzuschalten. Sollte ein solches Problem unerkannt bleiben, könnte das erhebliche Folgen haben, da die Schaltanlage letztendlich ausfallen könnte.

Laut Martin Damen können die Kosten für den Austausch der Schaltanlage bis zu 30.000 Euro betragen. Darin sind allerdings noch nicht möglichen Folgeschäden berücksichtigt, die der Ausfall der Anlage für den mit knappen Fristen arbeitenden Kunden mit sich bringen würde.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Dank der Schallkamera kann das Management von Kenter seine Mitarbeiter effektiver einsetzen. Mehr als 18 Techniker sind jetzt in der Lage, die Präzisions-Schallkamera zu bedienen und das gesamte nationale Techniker-Team erhält eine entsprechende Online-Schulung. Die komplizierte Bedienung eines Oszilloskops, um die Teilentladungen präzise zu erkennen, erfordert einen deutlich höheren Zeitaufwand bei der Schulung der Techniker.

Messtechniker erkennen präzise Teilentladungen

Ziel der Entwicklung der Präzisions-Schallkamera ii910 war es, dass die Techniker schnell die Teilentladungen erkennen und lokalisieren können. Ausgestattet ist das Schallmessgerät mit einem Sieben-Zoll-LC-Touchbildschirm (17,8 cm) . Auf diesem wird ein Sichtbild mit einer SoundMap (Schallabbildung) überlagert, damit die Stelle des Lecks schnell lokalisiert werden kann. Entladungen oder Lecks stellt das Messgerät im Frequenzbereich von 2 bis 100 kHz dar.

Außerdem kann das Messgerät Videos mit einer Dauer von bis zu fünf Minuten aufzeichnen und es bietet eine Batterielebensdauer von mindestens sechs Stunden. Die Schallkamera Fluke ii910 ist speziell für den Endanwender entwickelt. Dazu hat eine Arbeitsgruppe von Fachleuten für elektrische Instandhaltung aus verschiedensten Unternehmen bei der Entwicklung des Produkts mit Tests und Rückmeldungen geholfen. Dazu sind die Rückmeldungen direkt in die Produktentwicklung eingeflossen. Doch die Zusammenarbeit besteht weiter. Die Erkenntnisse aus der Arbeitsgruppe fließt in Software-Upgrades sowie in neue Funktionen der Schallkamera.

(ID:48273198)