Sauberere Luft in der Stadt mit vernetzten Fahrzeugen

| Redakteur: Hendrik Härter

Thomas Alberti: Als Vice President Sales für strategische Accounts im Logistik- und Retail-Bereich sowie als Global Account Director ist er die Brücke zu den Kunden der Software AG.
Thomas Alberti: Als Vice President Sales für strategische Accounts im Logistik- und Retail-Bereich sowie als Global Account Director ist er die Brücke zu den Kunden der Software AG. (Bild: Alexander Vejnovic)

Umtauschaktionen für ältere Diesel und Hardwarenachrüstungen sollen die Luft in der Stadt sauberer machen und drohende Fahrverbote abwenden. Helfen kann auch die Digitalisierung.

Der deutsche Autofahrer ist verunsichert: Darf er mit seinem Diesel künftig noch in die Stadt fahren? Klar ist, gegen die hohe Feinstaubbelastung muss etwas getan werden. Denn schließlich geht es um unsere Gesundheit. Fahrverbote würden viele Bürger und Unternehmen schmerzhaft treffen. So warnt der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV), dass Speditionen und Paketlogistiker trotz moderner Fahrzeugflotten ihren Versorgungsauftrag für den innerstädtischen Handel und die Bewohner der Stadt nur noch eingeschränkt erfüllen können. Die Digitalisierung kann helfen, den Verkehr effizienter zu gestalten und die Luftqualität zu verbessern.

In einer europäischen Metropole startete ein IoT-Projekt, um Busse mit einem Filtersystem nachzurüsten. Der Ausstoß von Rußpartikeln und Stickoxiden soll reduziert werden. Um die Effizienz der Filter zu kontrollieren, messen Sensoren kontinuierlich die Emissionen und übertragen die Messwerte an eine zentrale IoT-Plattform. Über GPS-Module in den Fahrzeugen lässt sich verfolgen, wo sich ein Bus befindet und welche Strecke er fährt. Die Sensor-Daten geben Aufschluss, in welchem Zustand das Filtersystem ist und wann es gewartet werden muss. Außerdem kann das Nahverkehrsunternehmen anhand der GPS-Informationen feststellen, wo und zu welchen Zeiten es auf der Strecke häufig zu Staus und Verspätungen kommt.

Routen lassen sich entsprechend optimieren. Bis 2021 sollen mehr als 5000 Busse des öffentlichen Nahverkehrs in das Projekt eingebunden sein. Auch beim Flottenmanagement in der Logistik kann IoT dazu beitragen, die Umweltbelastung zu reduzieren. Hier helfen Telematiksysteme. Bisher kennt man sie vorwiegend aus der Kfz-Versicherung. Wer einen Telematiktarif nutzt, kann durch umsichtiges Fahrverhalten seine Versicherungskosten deutlich senken. Dafür erklärt er sich bereit, Echtzeitdaten aus dem Fahrzeug an den Versicherer zu übertragen: beispielsweise Informationen über das Brems- und Beschleunigungsverhalten sowie die Fahrgeschwindigkeit. Solche Daten lassen sich im Flottenmanagement einsetzen, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. Werten Logistik-Unternehmen die Echtzeitinformationen aus dem Fahrzeug auf einer IoT-Plattform aus, erkennen sie, wo und wie sich das Fahrverhalten mit Blick auf den Kraftstoffverbrauch optimieren lässt. Fahrer erhalten anschließend entsprechende Trainings. Zudem lässt sich anhand der Daten der Gesundheitszustand der Fahrzeuge überwachen. Wartung von Fahrzeugteilen wird optimiert und Ausfälle lassen sich vermeiden.

Für einen sauberen Verkehr werden künftig in der Logistik zunehmend E-Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Um Fahrten besser planen zu können, ist IoT gefragt. Anhand von Echtzeitdaten aus dem Auto wissen Logistik-Unternehmen jederzeit, welchen Ladezustand und welche Reichweite ein Fahrzeug hat. Mithilfe von Umgebungsdaten können sie ermitteln, ob und wo es auf der geplanten Route Ladestationen gibt. Fahrzeuge lassen sich so optimal einsetzen. Das Bundesumweltministerium fördert im Pilotprojekt Elektro-Highway auf der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt die erste Autobahnstrecke für E-LKWs. Auf einem fünf Kilometer langen Abschnitt werden 231 Masten aufgestellt und Oberleitungen gespannt, um die Lastwagen beim Fahren mit Strom zu versorgen. Ab Januar 2019 soll die Strecke als Feldversuch in Betrieb gehen. Zwei Teststrecken auf der A1 bei Lübeck und der B462 in Baden-Württemberg sind geplant.

Ein weiteres Mobilitätskonzept ist Carsharing. Allerdings gibt es hier das Problem, dass die Anbieter die Verfügbarkeit der Fahrzeuge schlecht planen können. Greifen Carsharing-Unternehmen auf Daten aus den Fahrzeugen und dem Buchungssystem über eine zentrale Plattform zurück, sehen sie, an welchen Stationen zu welchen Zeiten wie viel Andrang herrscht. Die Flotte lässt sich bedarfsgerecht disponieren. Zu Stoßzeiten können an stark nachgefragten Orten ausreichend Fahrzeuge bereitgestellt werden.

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