Server-Prozessoren Sapphire Rapids: Neuer Intel-Chip erst 2022

Redakteur: Kristin Rinortner

Intels neuer Prozessor der Xeon-Reihe kommt jetzt erst im ersten Quartal 2022. Er punktet dafür mit verschiedenen Verbesserungen wie dem Data Streaming Accelerator und Advanced Matrix Extensions für schnellere Deep-Learning-Prozesse sowie integriertem HBM.

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Xeon-Wafer der dritten Generation: Der Nachfolger mit Codenamen „Sapphire Rapids“ kommt erst Anfang 2022.
Xeon-Wafer der dritten Generation: Der Nachfolger mit Codenamen „Sapphire Rapids“ kommt erst Anfang 2022.
(Bild: Intel)

Beim Halbleiter-Hersteller Intel kommt erneut ein wichtiger Chip später als ursprünglich geplant auf den Markt: Die Produktion des neuen Prozessors mit dem Codenamen „Sapphire Rapids“ beginne nun im ersten Quartal 2022, teilte Lisa Spelman, VP und General Manager der „Xeon and Memory Group“ bei Intel, mit.

Der Chip war noch für dieses Jahr angekündigt worden. Die Produktion solle nun im zweiten Quartal 2022 hochgefahren werden, so Spelman. Wichtig ist der Prozessor für Server in Rechenzentren in den Bereichen Compute, Networking und Storage.

Der Server-Prozessor gehört zur Xeon-Reihe und bietet niedrige Latenzzeiten und eine hohe Speicherbandbreite. In dieser Woche kündigte Intel auf der International Supercomputing Conference an, dass Versionen des Sapphire Rapids mit integriertem High Bandwidth Memory (HBM) angeboten werden sollen, was eine enorme Leistungssteigerung für Anwendungen von Speichern mit hoher Bandbreite bieten dürfte.

Neue Mikroarchitektur mit zwei Boostern

Der Prozessor, der mit einer neuen Mikroarchitektur kommt, wird von einer Reihe von Plattformverbesserungen unterstützt, die den Einsatz von DDR5-Speicher und PCIe 5.0 vorantreiben sollen.

Integriert ist zudem Intels DL-Boost-Erweiterung Advanced Matrix Extensions (AMX) für Deep-Learning (DL), die DL-Inferenz und -Training im Vergleich zur aktuellen Xeon-Generation verdoppeln soll.

Daneben soll Intels Data Streaming Accelerator (DSA) eingebaut werden. DSA zielt auf die Optimierung von Streaming-Datenbewegungen und Transformationen, wie sie in Hochleistungsspeichern, Netzwerken und datenverarbeitungsintensiven Anwendungen üblich sind.

Die zusätzliche Zeit sei angesichts der Tiefe der Innovationen in der Prozessor-Generation notwendig, argumentierte Spelman und verwies unter anderem auf die beiden Beschleunigungs-Techniken AMX und DSA.

Der Konzern hatte im vergangenen Sommer bereits Verzögerungen beim Produktionsstart seiner neuen 7-nm-Prozessoren vermeldet, die nun erst Ende 2022 oder Anfang 2023 auf den Markt kommen werden. Grund ist ein Prozessfehler, der zu einem überdurchschnittlichen Anteil unbrauchbarer Chips führte. Das Problem sei entdeckt worden und werde behoben, hieß es.

Intels Konkurrenz wächst durch AMD und Nvidia

Das Geschäft mit Rechenzentren machte im vergangenen Quartal gut ein Viertel des Intel-Umsatzes aus. Vor allem der kleinere Erzrivale AMD konnte zuletzt dank neuer Prozessoren seinen Marktanteil deutlich ausbauen. Zudem kündigte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia, der stark im Geschäft mit Rechenpower für künstliche Intelligenz unterwegs ist, den Einstieg in den Markt für Server-Prozessoren an.

In der Corona-Pandemie war der Bedarf an Technik für Rechenzentren mit der erhöhten Nutzung von Videokonferenzen und Streaming-Diensten stark gewachsen. Zugleich verzeichnete Intel zuletzt eine Abschwächung in dem Geschäft und erklärte dies damit, dass der Markt das Wachstum der vergangenen Monate nun erst verdauen müsse.

Mit Material von dpa.

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