Alle Mitarbeiter entlassen Samsung kauft Patente des deutschen OLED-Start-ups Cynora

Von Maria Beyer-Fistrich

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Der deutsche OLED-Pionier Cynora ist am Ende. Firmengründer Michael Bächle hat bestätigt, dass Samsung sämtliche Patente des Start-ups gekauft hat und alle Mitarbeiter entlassen worden sind.  

Mit einem fluoreszenter Farbstoff von Cynora konnten Entwickler bereits die Effizienz ihrer Geräte verbessern. Zur Marktreife der TADF-Technologie kam es jedoch nicht.
Mit einem fluoreszenter Farbstoff von Cynora konnten Entwickler bereits die Effizienz ihrer Geräte verbessern. Zur Marktreife der TADF-Technologie kam es jedoch nicht.
(Bild: Cynora )

Es waren einige schwere Jahre für Cynora. Das Start-up wollte mit innovativen Ideen den OLED-Markt revolutionieren. Gelingen sollte dies mittels TADF (Thermally activated delayed fluorescence). Damit wollte das in Bruchsal ansässige Unternehmen supereffiziente und leuchtstarke Blau-emittierende OLEDs bauen. Denn die sind bisher immer noch ein Problem. Grüne und rote OLED-Schichten besitzen bereits ausreichend Leuchtkraft und Lebensdauer. Bei der blauen Schicht gelang es bisher nicht, die Lichteffizienz ausreichend zu erhöhen. Die Technik ist aber nicht nur für große OLEDs wie etwa Fernseher spannend, sondern auch für Mobiltelefone wie faltbare Versionen. Denn eine höhere Effizienz bedeutet natürlich kleinere Akkus.

Außerdem profitieren Smartphone-Nutzer etwa von einer längeren Batterielebensdauer. Zudem ermöglicht ein effizientes Blau die Herstellung kleinerer blauer Pixel bei gleicher Lichtmenge, was wiederum den Weg für eine höhere Auflösung und eine bessere Bildqualität ebnet.

Revolutionäre Technologie, die nicht marktreif ist

An der TADF-Technologie wird seit Jahren geforscht, jetzt hat Samsung sämtliche Patente des Start-ups gekauft. Wie Bloomberg berichtet, hat Samsung angeblich 300 Millionen US-Dollar gezahlt. Manche Experten zweifeln die Höhe der Zahlung allerdings an.

Der Kauf betrifft stolze 700 Patente. Die ehemaligen Mitarbeiter von Cynora werden ihr Werk nicht mehr fortsetzen können. Wie Bächle bestätigt hat, sind alle Mitarbeiter entlassen worden. Grund für die Abwicklung des Unternehmens seien vor allem die Pandemie und der Ukraine-Krieg. Der Verkauf der Patente sollte vor allem die Zahlungsunfähigkeit verhindern.

Laut einem Bericht der FAZ stand das Unternehmen wohl bereits seit einigen Monaten zum Verkauf. Samsung und LG waren bereits mit einer Investition beteiligt.

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