Ruhigeres Tagesgeschäft und mehr Zeit für Entwicklungsarbeit

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Der österreichische Display-Anbieter demmel products nutzt die Zeit im zweiten Lockdown für die Entwicklungsarbeit. Kunden sollen telefonisch kontaktiert werden. Mit einem neuen Produkt verspricht sich Firmenlenker Herbert Demmel einen Innovationsschub.

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Das österreichische Unternehmen demmel products bietet für seine iLCD-Produkte eine on-board Java Virtual Machine (Java VM). Die Zeit des zweiten Lockdowns nutzt das Unternehmen für die Entwicklungsarbeit.
Das österreichische Unternehmen demmel products bietet für seine iLCD-Produkte eine on-board Java Virtual Machine (Java VM). Die Zeit des zweiten Lockdowns nutzt das Unternehmen für die Entwicklungsarbeit.
(Bild: demmel products)

Während des ersten Lockdowns im Frühjahr hatte auch die Display-Branche mit den Folgen zu kämpfen. Lieferketten sind weggebrochen, da die Branche fast komplett abhängig von China ist. Bei kleinen Anbietern von Displays ist die Lage nicht unbedingt schlecht. Auch jetzt, während des zweiten Lockdowns.

Ein Blick auf den österreichischen Anbieter demmel products aus Wien zeigt: Es besteht kein Grund zur Sorge. Das sagt zumindest der Chef des Unternehmens, Herbert Demmel. „Neue Projekte starten langsamer. Kunden wie Lieferanten benötigen etwas mehr Zeit für ihre Entscheidungen. Das Tagesgeschäft ist ruhiger geworden.“

Kein Problem für das Unternehmen, denn laufende Projekte und Aufträge sind gut im Plan. Außerdem sitzt der Produktions-Partner in der benachbarten Slowakei und die Bestückung funktioniert trotz der Pandemie-Maßnahmen reibungslos.

Mehr Zeit für die Entwicklung

Wenn die Mitarbeiter im Home-Office sind, dann ist mehr Zeit für die Entwicklungsarbeit. Auch auf Seiten der Kommunikation hat sich nach den Worten von Demmel nicht viel geändert: „Wir kommunizieren seit jeher vorwiegend digital, Persönliche Termine oder Meetings sind nicht ausschlaggebend für unser Geschäft.“

Als die Wirtschaft im Frühjahr zum Stillstand gekommen ist, sind einige Stimmen laut geworden, die die Fertigung wieder nach Europa holen wollten. Denn das Vertrauen in die Verfügbarkeit und die Preisstabilität hat durch den Pandemie-bedingten Ausfall asiatischer Zulieferer stark gelitten. Für Demmel gelten allerdings für die Konsumgüter-Industrie „andere Kriterien wie für Nischenerzeuger oder Hersteller von sensiblen Spezial-Maschinen, die flexibler auf den Markt reagieren können. Größere Marktverschiebungen sehe ich allerdings nicht.“

Kunden per Telefon kontaktieren

Es sind doch gerade die Messen und damit der direkte Kontakt mit dem Kunden, der für die Unternehmen ausschlaggebend ist. Für Demmel eröffnet sich hier wieder das „gute alte Telefon, mit und ohne Video – aber auch verstärkt in Pressearbeit und Online-Marketing. Sobald es aber die Situation wieder zulassen sollte, setzt das Unternehmen wieder auf den persönlichen Kontakt mit seinen Kunden.

Das Wiener Tech-Unternehmen ist vor allem durch seine Bedien- und Visualierungsgeräte bekannt, die auf der Hochsprache Java basieren. Damit sollen die Programme schneller laufen. Auch für das Jahr 2021 plant Demmel ein neues Produkt. Was es konkret sein wird, hat der Unternehmer nicht verraten. Nur soviel: „Wir erwarten von unserer Entwicklung einen Innovationsschub.“

 

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