Japanische Forscher Rotwein macht Supraleiter effektiver

Redakteur: Peter Koller

Die Geschichte klingt unglaublich: Japanische Wissenschaftler sollen durch Zufall entdeckt haben, dass die Tränkung mit alkoholischen Getränken die Eigenschaften von Supraleitern deutlich verbessert.

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Ein mit Stickstoff gekühlter Supraleiter schwebt an der TU Dresden über Dauermagneten (Bild: Wikimedia/Henry Mühlpfordt)
Ein mit Stickstoff gekühlter Supraleiter schwebt an der TU Dresden über Dauermagneten (Bild: Wikimedia/Henry Mühlpfordt)

In einem wissenschaftlichen Artikel beschreiben die Forscher um Yoshihiko Takano vom National Institute for Materials Science (NIMS) in Japan ihre zufällige Entdeckung. Die Wissenschaftler legten Proben von supraleitendem Material, das unterhalb einer bestimmten Temperaturschwelle seinen elektrischen Widerstand verliert, in Flüssigkeiten wie Wasser und Ethanol ein, um deren Auswirkung auf die Materialeigenschaften zu testen.

Nach einer – offensichtlich feuchtfröhlichen – Party wurden Proben von supraleitendem FeTe0.8S0.2 auch in Bier, Rotwein, Sake und andere Spirituosen eingelegt, und dort für 24 Stunden bei 70 Grad Celsius belassen, berichtet das Online-Portal Phys.org.

Das erstaunliche Ergebnis: Sowohl die Ethanol-Wasserbehandlung, wie auch das Einlegen in alkoholische Getränke erhöhten den Volumenanteil an supraleitendem Material in den Proben, allerdings offenbar völlig unabhängig vom Alkoholgehalt.

Am stärksten war der Effekt bei Rotwein. Dort lag der Volumentanteil bei 63 Prozent im Vergleich zu 15 Prozent bei den Wasser-Ethanol-Proben. Welcher Stoff im Rotwein für den Effekt verantwortlich ist, darüber rätseln die Wissenschaftler noch.

Eine Vermutung ist, dass alkoholische Getränke schnell oxidieren und Sauerstoff möglicherweise als Katalysator eine Rolle bei der Supraleitung spielt.

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