Rohde & Schwarz ordnet seine Benchtop-Oszilloskope neu

| Redakteur: Hendrik Härter

Im Geschäftsjahr 2016/17 konnte die Test- und Messtechniksparte von Rohde & Schwarz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent zulegen. Darüber freut sich Andreas Pauly, der den Geschäftsbereich Messtechnik seit dem 1. Juli 2017 leitet.
Im Geschäftsjahr 2016/17 konnte die Test- und Messtechniksparte von Rohde & Schwarz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent zulegen. Darüber freut sich Andreas Pauly, der den Geschäftsbereich Messtechnik seit dem 1. Juli 2017 leitet. (Bild: ELEKTRONIKPRAXIS)

Ein neues Einstiegs-Oszilloskop sowie zwei Benchtop-Geräte: Rohde & Schwarz passt seine Geräte-Klassen dem Markt an. Dabei immer im Blick, die Qualität der Messgeräte und eine übersichtliche Bedienung.

Auf dem Oszilloskop-Markt gab es 2011 eine Trendwende: Rohde & Schwarz stieg mit dem RTO in das Geschäft ein. Und mit den Leistungsdaten konnte der Messtechnik-Hersteller auch gleich punkten. Neben der RTO-Familie gab es zu den Anfängen des Oszilloskop-Geschäfts noch die preiswerteren Geräte von Hameg. Der Markenname ist mittlerweile vom Markt verschwunden und komplett bei Rohde & Schwarz aufgegangen.

Doch seit Januar 2018 stellt Rohde & Schwarz sein Oszilloskop-Portfolio neu auf. Neben dem Handheld R&S RTH bis 500 MHz und dem sogenannten Lab-Scope, dem R&S RTO2000 bis 6 GHz ist es vor allem der Benchtop-Markt, auf dem es das Unternehmen abgezielt hat. Die dazwischenliegende Klasse wird in 1000, 2000, 3000 und 4000 unterteilt. Hintergrund für die neue Aufteilung der Klassen sind die Mitbewerber, die ihre Oszilloskop-Serien in vier Klassen unterteilen.

Und in der Klasse der 1000er, 3000er sowie der neuen 4000er hat das Unternehmen auch gleich insgesamt drei neue Modelle angekündigt. Einsteiger bekommen mit dem R&S RTC1000 ein kompaktes Oszilloskop, das als Achtkanal-Logikanalysator, Vierkanal-Mustergenerator, Protokollanalysator für I²C, SPI, UART/RS-232, CAN und LIN, Digitalvoltmeter, Komponententester, Spektrumanalysator und Zähler eingesetzt werden kann. Die möglichen Bandbreiten reichen von 50 bis 300 MHz. Sie sind die ersten Geräte der 1000er Klasse, für die über Softwarelizenzen Bandbreiten-Upgrades bis hin zu einer maximalen Bandbreite von 300 MHz erhältlich sind. Mit steigenden Testanforderungen können Anwender die Upgrades einfach zukaufen. Die Zweikanal-Oszilloskope bieten maximale Abtastraten von 2 GS/s und eine Speichertiefe von 2 MSample. Der Startpreis für die Einstiegsgeräte der RTC1000 beträgt 835 Euro.

Eigen-entwickelter A/D-Wandler mit 10 Bit

Doch wer mehr möchte, für den bietet Rohde & Schwarz in der Klasse der 3000er und 4000er zwei spannende Embedded-Oszilloskope an: das R&S RTM3000 und das R&S RTA4000. Hier ein Blick auf die Details der beiden Oszilloskope: Das RTM3000 gibt es in Bandbreiten von 100, 200, 350 bis 500 MHz sowie mit 1 GHz.

Verbaut hat der Hersteller einen eigen-entwickelten A/D-Wandler mit einer Auflösung von 10 Bit und einer Abtastrate von 5 GS/s. Der Erfassungsspeicher beträgt von 40 MSample (80 MSample interleaved) pro Kanal sowie optional einen segmentierten Erfassungsspeicher von 400 MSample. Für das RTM3000 liegt der Startpreis bei 3190 Euro.

Das R&S RTA4000 ist verfügbar mit den Bandbreiten 200, 350 und 500 MHz sowie 1 GHz. Auch hier arbeitet der selbstentwickelte A/D-Wandler mit 10 Bit. Allerdings ist das Scope mit einem größeren Erfassungsspeicher von 100 MSample (200 MSample interleaved) pro Kanal ausgestattet. Den standardmäßig segmentierten Erfassungsspeicher gibt der Hersteller mit 1 GSample an. Für das RTA4000 verlangt Rohde & Schwarz einen Startpreis von 5230 Euro. Die beiden Geräte aus der 3000er und 4000er Klasse bieten einen kapazitiven 10,1"-Touchscreen für die Bedienung.

Der A/D-Wandler im Detail

Schauen wir uns den 10-Bit-A/D-Wandler etwas genauer an: Leistungsmessungen, beispielsweise Welligkeits- und Rauschmessungen an einer Gleichspannung, verlangen ein Oszilloskop mit einer hohen vertikalen Auflösung, geringem Rauschen und ausgezeichneter DC-Verstärkungslinearität.

In den letzten drei Jahrzehnten waren Oszilloskope in der Regel auf eine vertikale Auflösung von 8 Bit beschränkt, was 256 vertikalen Positionen entspricht. Die verbauten A/D-Wandler mit 10 Bit unterstützen 1024 vertikale Positionen. Das ist viermal mehr als bei den üblichen 8-Bit-Oszilloskopen.

Ein Blick auf die Speichertiefe

Neben Bandbreite und Abtastrate ist die Speichertiefe ein entscheidender Parameter. Von ihm hängt ab, ob sich ein Instrument vielseitig für die Fehlersuche einsetzen lässt. Dank dem zusätzlichen Erfassungsspeicher kann der Benutzer bei Tests und bei der Fehlersuche längere Zeiträume erfassen. Das gilt insbesondere für die Analyse von seriellen Protokollen oder Ein-/Ausschalt-Sequenzen.

Die Serie R&S RTM3000 bietet 8 bis 20 Mal mehr Speicher als vergleichbare Geräte anderer Hersteller in dieser Klasse. Mit dem segmentierten Speicher von 1 GSample verfügt die Serie R&S RTA4000 über 200 Mal mehr Speicher als andere Oszilloskope mit segmentiertem Speicher in dieser Klasse.

Wer die neuen Oszilloskop-Modelle der Serien 2000, 3000 und 4000 nebeneinander stellt, fällt auf, dass sie über ein identisches Benutzer-Interface verfügen. Grundlage ist das R&S RTB2000.

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Rohde & Schwarz ist eben eine hervorragende Firma und obendrein ein Vorbild für...  lesen
posted am 17.01.2018 um 11:52 von Unregistriert


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