Robuste Schutzschicht für die IoT-Vernetzung

| Autor / Redakteur: Aurelius Wosylus * / Michael Eckstein

Dreifach hält besser: Sigfox sendet Nachrichten per Frequenzsprungverfahren an mehrere Basisstationen, was die Datenübermittlung sehr zuverlässig und störsicher macht.
Dreifach hält besser: Sigfox sendet Nachrichten per Frequenzsprungverfahren an mehrere Basisstationen, was die Datenübermittlung sehr zuverlässig und störsicher macht. (Bild: Sigfox)

Geringe Stückkosten, hohe Energieeffizienz und weitreichende Skalierbarkeit sind nicht alles: Damit das Internet der Dinge erfolgreich eingesetzt werden kann, muss es vor allem eines sein: sicher.

Objekte mit geringem Energiebedarf drahtlos über das Internet zu vernetzen – das ist die Grundlage des Internet der Dinge. Das können Stromzähler, Smartwatches, Heizungen und Waschmaschinen ebenso sein wie Sensoren in der Landwirtschaft, Medizintechnik und Fertigungsindustrie.

Was sich einfach liest, birgt viele Herausforderungen. Sollen M2M-Anwendungen weiträumig, wenn nicht gar global skaliert werden, benötigen Akteure ein Netz zur Anbindung ihrer Funkobjekte, das großflächig, am besten weltweit verfügbar ist. Neben Kosten- ist auch eine hohe Energieeffizienz gefragt. Außerdem müssen Funkobjekte und Netz sehr gut gegen Missbrauch geschützt sein. Keine leichten Aufgaben.

Störsichere Kommunikation auch aus Kellern heraus

Entwicklungsziel des zunehmend global verfügbaren Low-Power-Wide-Area-(LPWA)-Netzwerks von Sigfox ist daher eine besonders schlanke, kosteneffiziente und sichere Sensor-to-Cloud Kommunikation. Ein besonderes Merkmal ist der extrem geringe Energieverbrauch: Schlank aufgebaute, smarte Sensoren benötigen lediglich zwei Mignonbatterien, um über viele Jahre hinweg autark zu funktionieren.

Zudem ist die Reichweite des Funkprotokolls sehr groß. Im städtischen Bereich und bei dichter Bebauung beträgt sie rund 3-5 km. In ländlichen Gebieten, in denen weniger Hindernisse das Ausbreiten der Funkwellen behindern, rund 30-50 km. Über See sind sogar bis zu 1.000 Kilometer Reichweite möglich. Damit eignet sich das Netz für gut für IoT-Applikationen, in denen Sensoren und Endgeräte mit wenig Energie auskommen müssen und über große Distanzen sicher Daten austauschen sollen. Und da das Funkprotokoll auch aus Kellern heraus übertragen werden kann, profitieren von diesem noch jungen Netz nicht nur Applikationen im Outdoor-Bereich, sondern auch Anwendungen im Indoor-Bereich wie die Heim- und Gebäudeautomatisierung und das Smart Metering.

Sicherheit ist in der M2M- Kommunikation extrem wichtig

Das Sigfox-Netz löst zwei wichtige Probleme im Internet der Dinge: Zum einen lassen sich – je nach Applikation und Anforderung auch weltweit – verteilte Geräte kosteneffizient und energiesparend an Cloud-Dienste anbinden. Zum anderen bildet das eigenständige Netz und das Sigfox-spezifische Funkprotokoll einen Schutzwall gegenüber Bedrohungen aus dem Internet.

Besonders Embedded-Entwickler sehen das Internet vielfach als eine der größten Herausforderungen beim Vernetzen von Sensoren und anderen IoT-Endgeräten, wie Studien von Marktforschen wie VDC belegen. Kein Wunder: Wenn Geräte an das Internet angebunden sind, sind sie ein Teil desselben – und damit potenziell angreifbar. Anders ausgedrückt: Durch das Vernetzen vorher nicht vernetzter Devices nimmt die Angriffsfläche für Hacker explosionsartig zu.

Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist Mirai. Die Malware war darauf spezialisiert, IoT-Geräte zu infizieren. Erfolgreich attackierte Geräte wurden Teil eines Botnetzes , ohne dass die Anwender etwas bemerkten. Wie gefährlich für Leib und Leben und teuer für Hersteller eine unsichere IoT-Vernetzung sein kann, zeigt zudem ein Hack beim amerikanischen Fahrzeughersteller Chrysler. Angreifer konnten dem Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug entziehen und vielen Kernfunktionen fernsteuern, etwa Bremse und Gaspedal. Glücklicherweise handelte es sich dabei nicht um einen böswilligen Hack, sondern ein Proof-of-Concept, der die Anfälligkeit der Fahrzeuge bewies. Ergebnis: Chrysler musste rund 1,4 Millionen Fahrzeuge zurückrufen.

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Hallo Bei der gesamten Betrachtung von Sicherheit wird m.E. vergessen ,daß jeder Empfänger mittels...  lesen
posted am 07.12.2017 um 21:07 von Unregistriert

Es ist auffällig, wie einige Formulierung gewählt wurden. Angriffe beschränken sich nicht nur auf...  lesen
posted am 23.11.2017 um 14:33 von Torx


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