Robotik & Verbindungstechnik: Stäubli seit mehr als 125 Jahren auf Erfolgskurs

| Redakteur: Ines Stotz

1900: Die Stäubli Fabrik in Horgen. Hier fand die Entwicklung von Schaftmaschinen für die Textilindustrie statt.
1900: Die Stäubli Fabrik in Horgen. Hier fand die Entwicklung von Schaftmaschinen für die Textilindustrie statt. (Bild: Stäubli)

Die Stäubli-Gruppe nahm 1892 in einer kleinen Werkstatt in Zürich ihren Anfang und wuchs über die Jahrzehnte zum global agierenden Industriepartner für hochentwickelte Mechatronik-Technologien.

Die Fäden zweier Familien verwoben sich im ausgehenden 19. Jahrhundert, der Blütezeit der Textilindustrie, zu einem unternehmerischen Muster: Rudolph Schelling und Hermann Stäubli bewiesen 1892 kaufmännischen Instinkt und technisches Geschick, als sie im schweizerischen Horgen die Firma „Schelling & Stäubli“ gründeten. Das Unternehmen entwickelte sich seither von einer „mechanischen Werkstätte“ zu einem internationalen Mechatronik-Unternehmen, das heute für seine führenden Technologien von Industriekunden weltweit geschätzt wird.

Der Zeit immer ein Stück weit vorausdenken

Die Entwicklungen der vergangenen 125 Jahre drücken Kontinuität und Innovationsbegeisterung aus, die das Unternehmen stark machten. Zeitgemäße technologische Weiterentwicklungen und visionäre Ideen formten ein Unternehmen, das im neuen Jahrtausend genauso erfolgreich agiert wie Ende des 19. Jahrhunderts. „Leidenschaftliches Erfindertum und höchste Qualitätsansprüche gepaart mit Zuverlässigkeit, Kundenorientierung und einer auf Langfristigkeit ausgerichteten Strategie sind Werte, die in der Stäubli-Familie seit Generationen weitergegeben werden, um auch den nachfolgenden Generationen ein modernes, zukunftsfähiges Unternehmen übergeben zu können“, sagt Rolf Strebel, CEO der Stäubli-Gruppe. „Das bedeutet, nachhaltig und rentabel zu wirtschaften, wie auch technologisch gesehen der Zeit immer ein Stück weit voraus zu denken, um den Kunden wertschöpfende Lösungen anbieten zu können.“

Von der Schaftmaschine zum kollaborativen Industrieroboter

Ende des 19. Jahrhunderts wurden Schelling & Stäubli in der boomenden Textilindustrie zu wichtigen Lieferanten im Webereigewerbe mit einem Fokus auf Schaftmaschinen. Hermann Stäubli erwarb sein Wissen zunächst durch die Reparatur von Importprodukten. Daran lernte er und setzte sich schnell zum Ziel, ein besseres Produkt herzustellen. Sein Anspruch: höchste Qualität und eine ausgeprägte Kundenorientierung. Er wollte nichts weniger als die besten Schaftmaschinen bauen, damit Webereien optimale Resultate erzielen konnten. Schon damals hegte Stäubli hohe Anforderungen hinsichtlich einer effizienten Produktion, sprich: mehr Gewebe günstiger, in besserer Qualität und mit einer größeren Vielfalt an Mustern herstellen zu können. 1893 lieferte Schelling & Stäubli dann die erste Schaftmaschine als Eigenkonstruktion aus. Im Jahr 1900 folgte die Weiterentwicklung zur ersten Papierkarten-Schaftmaschine, ausgerüstet mit einem Einlesesystem wie es heute noch verbreitet ist. Nach dem Tod von Rudolph Schelling, übernahm das Unternehmen 1909 den Namen Stäubli.

Erst Verbindungslösungen, dann Roboter

Nach seinem Start als technischer Pionier und Partner in der Webereibranche erweiterte Stäubli seine Kompetenzen auf Schnellkupplungslösungen. „Mit dem Beginn der Herstellung von Schnellkupplungen fasste die Familie Stäubli 1956 den weitreichenden Beschluss, Kompetenzen auch auf weitere Geschäftsfelder zu übertragen. Der Grundstein für die heutige Gestalt unseres Unternehmens war gelegt.“ Seitdem wurde stetig nach Möglichkeiten gesucht, zukunftsfähige Technologien zu entwickeln, um die Industrieprozesse der Kunden weiter zu vereinfachen, zu optimieren und sicherer zu machen. So war es nur konsequent, das Portfolio von Stäubli ab 2002 mit der damaligen Multi-Contact um elektrische Steckverbindungen zu erweitern.

Ein weiterer, wichtiger Schritt zur Diversifikation folgte bereits 1982, mit dem Beginn der Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Robotik-Pionier Unimation. Die Übernahme von Unimation sieben Jahre später war die Grundlage für das später weiterentwickelte Stäubli Robotics, einem der führenden Anbieter von industrieller Robotik und Automation.

Zukunftsweisende Kontakttechnologie

Die frühere Multi-Contact nahm 2017 den Markennamen des Mutterhauses an und agiert seitdem als Stäubli Electrical Connectors am Markt. Der Spezialist für zukunftsweisende Steckverbindungstechnik passte nicht nur durch dieselben Qualitäts- und Innovationsansprüche zum Technologiekonzern. Er weist auch eine ähnliche Geschichte mit einem kreativen Gründer und einem fortwährenden Erstarken vom lokalen zu einem global operierenden Unternehmen auf.

Zentral ist heute nach wie vor die Erfindung des Gründers Rudolf Neidecker, die Multilam-Kontakttechnologie, bei welcher ein konstanter Federdruck der Multilam-Stege eine über die gesamte Lebensdauer gleichbleibende Kontaktierung zwischen den Kontaktflächen sicherstellt und so eine dauerhaft hohe Effizienz der Leistungsübertragung ermöglicht. Zusätzlich bietet Multilam einen Selbstreinigungseffekt bei jedem Steckvorgang. So lassen sich auch ohne zusätzliche Reinigung oder Wartung dauerhaft hohe Ströme übertragen. Diese Technologie bietet Kunden eine hohe Energieeffizienz, Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer. Von dieser Qualität profitieren auch die Gesamtsysteme: beispielsweise eine Effizienzsteigerung eines Elektrofahrzeugs oder auch ein unterbruchsfreier Betrieb in rauen Umgebungen.

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Stäubli-Gruppe: geografische Ausdehnung und zunehmendes Portfolio

Steckverbinder bieten grenzenloses Anwendungsspektrum

In Industrieanwendungen, wo hohe Ströme sicher durch eine trennbare elektrische Verbindung übertragen werden müssen, zeigen die Kontakt- und Steckverbinderlösungen von Stäubli Electrical Connectors ihr ganzes Können. Geht es um besonders hohe Stromdichte und geringste Kontaktwiderstände in der Energieübertragung und -verteilung oder um hohe Steckzyklen in manuellen oder automatischen Fertigungsstraßen der Schweißindustrie, sorgen sie mit ihrer Multilam-Technologie für dauerhaften und sicheren Betrieb.

Auch in der Transportindustrie bei Elektrofahrzeugen, Flugzeugen und dem Rollmaterial der Bahntechnik überzeugen die vibrationsfesten elektrischen Verbindungslösungen. Das breite Sortiment an Prüf- und Messzubehör erfüllt und übertrifft die strengen Sicherheitsrichtlinien für die Messtechnik. Und im Segment der alternativen Energien sind bereits über 1 Mrd. elektrische MC4-Steckverbindungen installiert und erbringen mehr als 50 % der gesamten PV-Leistung weltweit.

Sich ständig verbessern, in allen Bereichen

„Das ist es wohl, was unser Unternehmen seit Beginn auszeichnet: Der Innovationsgeist, der tief verankert liegt in der Natur von Stäubli“, sagt Rolf Strebel. „Er sorgt dafür, dass wir stets neue, für die Kunden wertschöpfende Lösungen erarbeiten. Aber auch das Familiäre, der Geist des Zusammenhaltens, die Neugier und das Bewusstsein um die Notwendigkeit einer stetigen Weiterentwicklung sind maßgeblich für den langjährigen Erfolg. Das ist die Motivation: die Verbesserung – menschlich, fachlich, technisch, um auch in den nächsten 125 Jahren weiter so erfolgreich sein zu können.“ Eben das Stäubli-Prinzip.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektrotechnik.de.

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